BTB-Radsportler bei den 24h von Duisburg
Ruffert besiegt sich selbst

Havixbeck -

Wahre Sieger landen nicht immer auf dem Treppchen. Besonders im Ausdauersport werden die wirklich außergewöhnlichen Leistungen nicht nur von denen erbracht, die um Sieg und vorderste Platzierungen kämpfen. Eine solche Leistung ist jetzt dem Mountainbiker Martin Ruffert vom Bike-Team Baumberge (BTB) geglückt.

Dienstag, 14.08.2012, 19:08 Uhr

BTB-Radsportler bei den 24h von Duisburg : Ruffert besiegt sich selbst
24 Stunden allein auf seinem Drahtesel unterwegs: Martin Ruffert, erfolgreicher Solofahrer des Bike-Team Baumberge, in Duisburg. Foto: sportograf.de

Er startete beim 24h-Rennen von Duisburg - als Solofahrer. Nonstop, ohne große Pause, rund um die Uhr, ohne Betreuer, Mechaniker oder sonstige Hilfe.

Sein Ziel war es, möglichst 40 Runden im Landschaftspark Duisburg Nord zu drehen. Er schaffte sogar 49 Runden und kam damit auf unglaubliche 406 Gesamtkilometer. Am „Monte Schlacko“, dem längsten Anstieg auf der Strecke, kennt er jetzt vermutlich jeden Stein. Und vermutlich auch fast jeden Song von AC/DC, denn traditionell steht in einer engen Kurve ein Stand, der die Radsportler nonstop mit den Songs der Hardrock-Truppe beschallt. Gerade in der Nacht hält das viele Biker auf ihrem „Highway to Hell“ immer wieder wach.

Wach bleiben, das ist neben der körperlichen Anstrengung die vielleicht größte Herausforderung als Solofahrer. Martin Ruffert überlegte kurz nach Mitternacht, ob er sich seinem „Himmelbett“ für zwei Stündchen hingeben sollte. Bis dahin hatte er seine zwei Runden pro Stunde abgespult, selbst ein schmerzhafter Unfall am Nachmittag konnte ihn nicht aufhalten. Nur zwei Stunden - aber dann hätte er mindestens vier Runden und seine gute Platzierung im vorderen Drittel verloren. Also weiterfahren...

Die Nacht verging erstaunlich problemlos, schlimm wurde es beim Morgengrauen. Doch mit der aufgehenden Sonne stieg die Zuversicht, es tatsächlich zu schaffen. Nach exakt 24:10.10 Stunden Fahrzeit und mit seinen 49 Runden kam Martin Ruffert ins Ziel und belegte sogar den 15. Platz unter 58 Solofahrern. Doch der größte Erfolg, das war der Sieg über sich selbst und gegen den berühmten inneren Schweinehund, der 24 Stunden lang vergeblich schrie. Der Leitspruch einiger Olympioniken in London , er passt exakt zur Leistung des Havixbeckers: „Der Schmerz vergeht, der Ruhm bleibt!“

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