Badminton-Bundesliga
Riesenspiel im Tollhaus von Union

Lüdinghausen -

Die Antoniushalle in Lüdinghausen glich einem Tollhaus. Rund 300 Anhänger von Union Lüdinghausen bejubelten zur Bundesligapremiere den überraschenden Sieg von Karin Schnaase über die Weltranglistensechste Juliane Schenk.

Mittwoch, 29.08.2012, 18:08 Uhr

Badminton-Bundesliga : Riesenspiel im Tollhaus von Union
Geschafft! Überglücklich fällt Foto: mkle

So etwas hatte die Antoniushalle noch nicht erlebt – die Lüdinghauser Sportarena glich einem Tollhaus, die rund 300 Zuschauer machten am Dienstagabend einen solchen Lärm, dass selbst aus dem benachbarten Gebiet Hinterm Hagen Anwohner vorbeischauten, um zu wissen, was das zu bedeuten habe.

Die Antwort: Union-Spielerin Karin Schnaase hatte soeben Deutschlands beste Badmintonspielerin Juliane Schenk nach drei Sätzen in einem hochklassigen Einzel in die Knie gezwungen. „Gegen Juliane hat eine Deutsche schon lange nicht mehr gewonnen“, so Schnaases Vater Michael, Teammanager von Bundesligist Union Lüdinghausen , stolz. Und nicht nur das: Der Erfolg seiner Tochter (17:21, 21:12, 21:14), über die Weltranglisten-Sechste bedeutete gleichzeitig den dritten Punkt der Mannschaft gegen den Deutschen Meister EBT Berlin und das Remis zum Saisonauftakt (WN berichteten). Damit bleiben die Lüdinghauser seit mehr als einem Jahr in eigener Halle ungeschlagen.

Dabei hatte es lange nach einem klaren Sieg für die Berliner ausgesehen. Die Gastgeber hatten die ersten drei Spiele glatt verloren. „Damit war eigentlich klar, dass Berlin gewinnt“, so Michael Schnaase im Rückblick. Doch dann punkteten Yuhan Tan im Herreneinzel sowie Ruud Bosch und Selena Piek im Mixed für Union . Im letzten Spiel standen sich nun Schnaase und Schenk im Dameneinzel gegenüber.

Die Lüdinghauserin ging ohne große Hoffnungen in die Begegnung gegen die Favoritin, gegen die sie bisher erst einmal gewonnen hatte. Zumal sie im Damendoppel der Berlinerin und Ex-Unionistin erst kurz zuvor noch gegenübergestanden und klar verloren hatte. „Da habe ich mich gar nicht wohl gefühlt und viele Fehler gemacht“, so Karin Schnaase.

In das Einzel sei sie dann bewusst ohne Druck gegangen. Und das funktionierte. Schon die 17 Punkte im ersten Satz habe sie gegen Schenk als Erfolg empfunden. Zusätzlich die Stimmung von den Rängen: „Wenn die Zuschauer so abgehen, kommen noch mehr Emotionen hoch . . .“, so die 27-Jährige.

Nun ging Karin Schnaase in die Vollen, ebenso wie ihre Kontrahentin. Insgesamt über eine Stunde lang beharkten sich die Lokalmatadorin und die Favoritin mit teilweise ultralangen Ballwechseln. „Es war ein Riesenspiel, beide sind an ihre Grenzen gegangen“, so Michael Schnaase. „Das statistische Ergebnis in den letzten beiden Sätzen ist relativ hoch, aber die Punkte waren hart umkämpft.“

Erst im dritten Durchgang begann seine Tochter, ernsthaft auf einen Sieg zu hoffen. „Ich habe schon so oft gegen Juliane geführt und dann doch verloren“, sagte Karin Schnaase. Aber nicht diesmal: „Der dritte Satz lief dann auch. Am Ende passte alles.“

Ihre Gegnerin war sichtlich frustriert, aber fair. Mit den Worten „Hey, Karin, gutes Spiel“ verabschiedete sich die Verliererin am Netz. Schon heute werden sich die beiden wiedersehen, beim Training im Landesleistungsstützpunkt in Mülheim. Karin Schnaase genoss gestern ihren freien Tag, den sie unter anderem zur Schonung ihrer „blutigen Knie“ nutzte.

Während Vater Michael nach dem Remis gegen Berlin schon wieder nach vorne schaute: „Das ist ein wichtiger Punkt für uns. Die Saison wird noch lang und schwer.“

 

| Das Dameneinzel wurde von Union gefilmt, das Video soll in Kürze auf der Badminton-Website des Vereins veröffentlicht werden. www.scunion08.de

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