Live in London
Hautnah beim Kampf um Gold

Lüdinghausen -

Zwei Lüdinghauser haben Olympia hautnah erlebt – vorwiegend in „ihrer“ Sportart Badminton. Ralf Kemper und sein Sohn Jan vom SC Union 08 weilten sechs Tage lang in London.

Samstag, 11.08.2012, 16:08 Uhr

Noch ein Tag – dann sind die Olympischen Spiele in London Geschichte. Die fantastische Stimmung in der britischen Hauptstadt ist einer der Eindrücke, den viele Zuschauer am Fernsehen mitnehmen. Zwei Lüdinghauser haben das hautnah erlebt – natürlich vorwiegend bei „ihrer“ Sportart Badminton. Ralf Kemper und sein Sohn Jan , beide beim SC Union 08 aktiv, weilten bis Anfang dieser Woche sechs Tage lang in London, um dort die Badmintonwettbewerbe live zu verfolgen. Dabei waren sie schon „angepiekst“, hatten sie doch vor einem Jahr bereits die Weltmeisterschaft an gleicher Stätte begeistert verfolgt.

Die Stimmung vor Ort, so berichtet Ralf Kemper, war grandios: „Unzählige Helfer, unschwer an der lila-roten Kleidung zu erkennen, standen in der ganzen Stadt bereit, um den Besuchern jede Frage zu beantworten. Und sie blieben immer freundlich.“ Eine kleine Enttäuschung erlebten die beiden, als sie zunächst den Olympiapark mit Olympiastadion besichtigen wollten. Ohne Karte kein Zutritt, hieß es. Tickets hatten Ralf Kemper, der zweite Vorsitzende der Lüdinghauser Badmintonabteilung, und sein Sohn Jan, der im Nachwuchsbereich schon viele Titel gesammelt hat, aber für die Halbfinal- und die Finalspiele der Badmintonwettbewerbe in der Wembley-Arena – nicht zu verwechseln mit dem Wembley-Stadion, das in unmittelbarer Nähe liegt. Die Halle war stets ausverkauft und bot eine stimmungsvolle Kulisse.

„Leider konnten wir die deutschen Spieler nicht mehr sehen, weil sie im Achtel- und Viertelfinale ausgeschieden waren“, berichtet Ralf Kemper. Dafür kamen sie in den Genuss eines hochklassigen Doppel-Halbfinales, in dem sie die europäische Fahne hochhielten und erfolgreich das dänische Duo Boe/Mogensen unterstützten.

Höhepunkt war für die Lüdinghauser allerdings das mitreißende Endspiel im Herreneinzel. Der Traum der gesamten malaysischen Nation auf das erste Olympia-Gold für ihr Land ging trotz der frenetischen Anfeuerung im wohl spannendsten Endspiel der Badmintonwettbewerbe nicht in Erfüllung. Lee Chong Wei, der an eins gesetzte Weltranglistenerste, musste sich erneut dem chinesischen Superstar Lin Dan geschlagen geben. Damit machte Badminton nach der Disqualifikation von vier Doppeln (sie wollten absichtlich verlieren) erneut Schlagzeilen – allerdings jetzt positive. Noch nie hatte eine Nation – wie jetzt China – alle fünf möglichen Goldmedaillen errungen. Und Lin Dan dürfte seinen Marktwert noch mal gesteigert haben. Bereits jetzt soll er mit Badminton fast 300 000 Euro monatlich verdienen.

Eine zweite Sportart besuchten Ralf und Jan Kemper in dem Freiluftstadion auf dem Gelände der Horse Guards Parade mit Blick auf London Eye und Big Ben. „Beim Beachvolleyball wurde toller Sport geboten“, berichtet Ralf Kemper. Enttäuscht war er eher von dem Trubel auf der Tribüne. „Für viele Fans schien der Kampf im Sand nur Nebensache zu sein. Polonaise auf den Rängen in Badesachen während der Ballwechsel war nach unserer Meinung nicht olympiawürdig“, so sein Urteil.

Insgesamt waren sich Vater und Sohn allerdings einig: Das sollen nicht die letzten Olympischen Spiele als Zuschauer gewesen sein.

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