Das Derby-Trauma abgelegt
Verdienter 2:0-Sieg der Preußen / Bischoff und Narzarov treffen / Schmidt schwer verletzt

Osnabrück -

Irgendwann musste es mal wieder passieren. Nach über 22 Jahren also hat es der SC Preußen Münster wieder geschafft, ein Meisterschaftsspiel beim VfL Osnabrück zu gewinnen. Anders als im Vorjahr, als einige Adlerträger wie Milchbubis vor der Kulisse erstarrten, gewannen dieses Mal die Preußen mit 2:0 (1:0), die das im Stile einer Klassenmannschaft, einer Spitzenelf der 3. Liga bewerkstelligten. Es war bereits der 14 Preußen-Sieg im 29. Derby seit 1974, der VfL hinkt mit elf Siegen hinterher. „Natürlich ist das großartig für alle, eigentlich traumhaft, wäre da nicht die Verletzung von Dominik Schmidt“, sagte Präsident Dr. Marco de Angelis nach dem Triumph vor 15 000 Zuschauern. Und: „Wir haben die nächste Herausforderung mit Arminia Bielefeld bereits vor der Brust.“ Viel Zeit für Feiern blieb also nicht.

Sonntag, 16.09.2012, 21:09 Uhr

Das Derby-Trauma abgelegt : Verdienter 2:0-Sieg der Preußen / Bischoff und Narzarov treffen / Schmidt schwer verletzt
Preußen, wie es tanzt und jubelt: Die Mannschaft feiert den Sieg im Derby, Dimitrij Nazarov (kleines Bild) zieht mit dem Surfer-Gruß „hang loose“ tiefenentspannt nach dem 2:0 an der Tribüne vorbei. Foto: Jürgen Peperhowe

Münsters Erfolg in einer umkämpften, spielerisch eher spartanischen Partie, wurde weitestgehend von allen akzeptiert. Sportvorstand Carsten Gockel versuchte die Dinge im Spitzenspiel der 3. Liga in vernünftige Relationen zu schieben: „So schön der Sieg ist, wir sollten ihn nicht zu hoch hängen. Ich hoffe, es war nicht das letzte Mal, dass wir in Osnabrück gewonnen haben.“ Amaury Bischoff (43.) mit seinem fünften Saisontor auf Zuspiel von Matthew Taylor und Dimitrij Nazarov, der einen Abwurf von Daniel Masuch praktisch direkt verwertete, trafen für den SCP . Die Gäste hatten zudem große Chancen durch Matthew Taylor (26.), dessen Kopfball auf der Linie von David Pisot geklärt wurde, Patrick Kirsch (31.) sowie Benjamin Siegert (46. und 90.). Osnabrück dagegen prüfte SCP-Schlussmann nur zwei Mal ernsthaft durch Thijs Bouma (31.) und Simon Zoller (47.), die Preußen funktionierten als Mannschaft einfach besser. „Letztes Jahr empfand ich das Spiel intensiver“, erklärte dann auch Tormann Daniel Masuch, er machte den Unterschied aus, war stets zur Stelle. Sein Gegenüber Zumbeel kam dagegen mit der Kulisse nicht zurecht. „Ein Super-Sieg von uns, aber richtig freuen kann ich mich nicht, weil mein Freund Dominik so schwer verletzt ist“, ergänzte Amaury Bischoff. Dominik Schmidt war gemeint, der Innenverteidiger musste nach einem Zweikampf in der 81. Minute mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden. Mit Schmerzmitteln wurde ihm noch in der Kabine die erste Pein genommen, dann transportierte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Thomas Bäumer den 25-Jährigen ins Clemenshospital. Beim Röntgen wurde kein Bruch festgestellt, heute erfolgt nach einem MRT die Diagnose. Schmidt könnte sechs bis acht Monate ausfallen. Erster Kandidat für die Schmidt-Rolle dürfte Kapitän Stefan Kühne sein. Er kam in Osnabrück erst in den Schlussminuten zum Einsatz. Mit Robin Neupert, Tommy Grupe und Simon Scherder stehen weitere Innenverteidiger bereit, auch Fabian Hergesell kann das. Zudem dürfte im Oktober Clement Halet nach sechsmonatiger Pause wieder ins Training zurückkehren.   | Video: www.wn.de/ Lokalsport/Preussen-Muenster   | Kommentar

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