Tatjana Pinto siegt über 100 Meter
Münsteranerin im Sprint-Olymp

Ulm -

Bei der Deutschen Leichtathletikmeisterschaft in Ulm sicherte sich 100-Meter-Sprinterin Tatjana Pinto von der LG Brillux Münster sensationell den Titel. Für eine andere Athletin aus Münster verlief der Wettkampf hingegen enttäuschend.

Sonntag, 27.07.2014, 21:07 Uhr

Völlig überwältigt nach dem Zieleinlauf: Tatjana Pinto.
Völlig überwältigt nach dem Zieleinlauf: Tatjana Pinto. Foto: Iris Hensel

Es gab in der Vergangenheit nicht allzu viele Münsteraner, die bei Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften einen Einzeltitel gewannen. Klar, 800-Meter-Läufer Franz Josef Kemper (1966 in Hamburg) und Langlauf-Ikone Harald Norpoth fallen einem da spontan ein. Seit diesem Wochenende dreht sich die Welt der Leichtathletik wieder mehr um Münster . Bei der DM in Ulm sicherte sich 100-Meter-Sprinterin Tatjana Pinto (LG Brillux Münster) sensationell den Titel in 11,20 Sekunden und zeigte sich vor der EM in Zürich in drei Wochen in Top-Form.

Weitspringerin Lena Malkus ( SC Preußen Münster ) hingegen weinte ganz bittere Tränen. Mit enttäuschenden 6,40 Metern landete die 20-Jährige gestern nur auf dem sechsten Platz und könnte ihre Fahrkarte für die Europameisterschaften in Zürich damit zumindest arg gefährdet haben. DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska sprach von einem „Entscheidungsprozess“, der erst am heutigen Montag beendet sein wird. Alle vier Normerfüllerinnen werden für Zürich vorgeschlagen, der Bundesausschuss Leistungssport entscheidet heute Nachmittag. Möglich ist auch, dass die Münsteranerin auf der am Mittwoch offiziell vorgestellten Nominierungsliste fehlen wird. Bitter.

Trainerin Elke Bartschat musste die Athletin minutenlang trösten. Lena Malkus war in Tränen aufgelöst und später auch zu einem Statement nicht in der Lage. Melanie Bauschke (Berlin) wurde Deutsche Meisterin mit 6,66 Metern vor der weitengleichen Sosthene Moguenara (Wattenscheid). Malaika Mihambo folgte auf Platz drei mit 6,60 Metern.

Ganz anders war Tatjana Pinto tags zuvor drauf, auch wenn mit ihr ebenfalls die Gefühle Schlitten fuhren. Erst war sie nicht mehr zu retten, dann nicht mehr zu halten. „Scheiße“, entfuhr es Pinto nach dem Vorlauf. In 11,11 Sekunden war die Sprinterin der LG Brillux Münster so schnell wie nie zuvor, die elektronische Anzeige bremste allerdings überschäumende Freude: 2,5 Meter pro Sekunde Rückenwind waren zu viel, um die Top-Zeit in den Bestenlisten zu verewigen. Das Finale war dennoch erreicht – und da langte die 22-Jährige dann richtig zu: Deutsche Meisterin in Saisonbestzeit. Die siebenmalige Titelträgerin Verena Sailer (MTG Mannheim), die in 11,23 Zweite wurde, war von der Münsteranerin entthront. Sailer war noch auf der Bahn die erste Gratulantin, dann ging es gemeinsam auf die Ehrenrunde. Beide fahren nun mit doppelter Zuversicht zu den Europameisterschaften nach Zürich (12. bis 17. August).

„Das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich kann es nicht nicht fassen“, jubelte Tatjana Pinto, die den Applaus des Publikums auf der Stadionrunde genoss. „Ich dachte, Verena hätte gewonnen, bis sie mir sagte: Du hast gewonnen. Ich konnte es nicht glauben und dann war es doch so. Es war super eng.“

Die letzten Wochen waren nicht leicht für die Münsteranerin. Sie hatte Probleme mit der Muskulatur, und sich nach der Trennung von Coach Thomas Kremer einer neuen Trainingsgruppe in Paderborn angeschlossen, wo auch 200-m-Sprinterin Inna Weit beheimatet ist. Es ist alles gut gegangen. „Es ist riesig“, sagte die neue Deutsche Meisterin.

Dass die 11,11 Sekunden aus dem Vorlauf „vom Winde verweht“ waren? Egal. „Der Lauf hat doch gezeigt, dass ich in sehr guter Form bin“.

Viel Zeit, den Triumph von Ulm genießen zu können, bleibt ihr nicht. „Die Saison ist ja noch nicht vorbei, eigentlich fängt sie sogar erst jetzt richtig an“, sagte die Münsteranerin mit Blick auf die EM in der Schweiz.

Maren Silies vom SC Preußen Münster startete über 200 und 400 Meter (55,74), blieb allerdings jeweils unter ihren Bestzeiten und in den Vorläufen stecken. Die 4x400-m-Staffel des SC Preußen wurde wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert.

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