Badminton-WM in Kopenhagen
Badminton als Volkssport

Kopenhagen/Lüdinghausen -

Ganz anders als in Deutschland begeistert Badminton in Dänemark die Massen – und das nicht nur während der Weltmeisterschaft. Finn Trærup-Hansen kann erklären, warum das so ist.

Dienstag, 26.08.2014, 09:08 Uhr

Finn Trærup-Hansen ist der Sportchef des Verbandes „Badminton Dänemark“.
Finn Trærup-Hansen ist der Sportchef des Verbandes „Badminton Dänemark“. Foto: ira

„Es kommt vom Wetter“, begründet Finn Trærup-Hansen, Sportchef vom Verband „ Badminton Dänemark “, die große Begeisterung in seinem Land für den Badminton-Sport. Zum Vergleich: In Deutschland ist das schnelle Spiel mit dem Federball außerhalb von Lüdinghausen meist eher eine Randsportart, die ihre Fans hat, aber weit davon entfernt ist, Massen zu begeistern. Ganz anders hingegen in Dänemark, wo Badminton ein Volkssport ist.

Warum das so ist? Trærup-Hansen nennt in einem Gespräch am Rande der Badminton-Weltmeisterschaften in Kopenhagen mehrere Gründe. Zunächst einmal sei es wirklich das nasskalte Wetter, das die Dänen über das Winterhalbjahr in die Hallen treibe und somit sowohl dem Badminton als auch dem Handball zu großer Beliebtheit verholfen hat. Dann habe es natürlich auch damit zu tun, dass Dänemark ein sehr reiches Land sei. Der 59-Jährige erläutert: „Als ich 15 Jahre alt war, wurde in meiner Heimatstadt mit 1200 Einwohnern Geld für eine Halle gesammelt. Als die Hälfte der benötigten Summe beisammen war, hat der Staat die andere Hälfte hinzugegeben – und die Halle wurde gebaut.“ Sportförderung auf Dänisch eben. Jede noch so kleine Stadt in Dänemark verfügt daher über eine Sporthalle mit Badmintonfeldern und einem Handballfeld.

Als Einnahmequelle für die Vereine erwies sich darüber hinaus der Verleih der Courts, die im Winterhalbjahr sowohl von den Vereinen als auch von Hobbyspielern angemietet werden können. Lange Zeit war es daher üblich und möglich, dass Hobbyspieler, Nachwuchsspieler und die Wettkampfspieler zur gleichen Zeit in der Halle trainierten. Trærup-Hansen macht vor allem dieses Konstrukt verantwortlich für die große Badmintonbegeisterung der Dänen. „Die Wettkampfspieler im Blick, haben Jugendliche und auch Hobbyspieler immer vor Augen gehabt, in welche Richtung es gehen kann – das motiviert natürlich“, erläutert er.

Dennoch hat „Badminton Dänemark“ mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Das habe damit zu tun, dass auch in Dänemark der Trend hin zur größeren Individualisierung gehe. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen und nutzen natürlich auch die Aufmerksamkeit während der Badminton-Weltmeisterschaften für unsere Sache“, meint Trærup-Hansen.

Bei der WM gehören die Dänen immer noch zu den hoch favorisierten Europäern und können sogar gegen die Übermacht aus Asien auf eine Medaille hoffen. Auch angesichts der bereits jetzt sporadisch für Furore sorgenden Nachwuchshoffnungen bestehe in Dänemark hinsichtlich des Badmintonsports nicht wirklich Grund zur Panik, wie auch Finn Trærup-Hansen bestätigt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2696224?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F28152%2F2593494%2F4845806%2F
Fußgänger bewusstlos geschlagen und beklaut
Raubüberfall: Fußgänger bewusstlos geschlagen und beklaut
Nachrichten-Ticker