Enschede Marathon bei besten Bedingungen
Entscheidung auf der Ziellinie

Enschede -

Die äußeren Bedingungen waren wie „gemalt“ am Sonntag beim Enschede-Marathon: Strahlender Sonnenschein, Windstille, ideale Lauftemperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Prompt blieben drei Läufer unter 2:10 Std. für die klassische Distanz über 42,195 km.

Montag, 20.04.2015, 15:04 Uhr

Auch nach 32 Kilometern  noch dicht beieinander: Vorne der spätere Drittplatzierte Edwin Kimaiyo (Startnummer 4), dahinter der Zweitplatzierte Kaleb Keshebo ( Nummer 8) und der Sieger Evans Cheruiyot (Nummer 1).
Auch nach 32 Kilometern  noch dicht beieinander: Vorne der spätere Drittplatzierte Edwin Kimaiyo (Startnummer 4), dahinter der Zweitplatzierte Kaleb Keshebo ( Nummer 8) und der Sieger Evans Cheruiyot (Nummer 1). Foto: gp

Besonders die mehr als rund 6000 Breitensportler auf den verschiedensten Distanzen vom Kidslauf, den 5 km- und 10 km-Läufen, dem Halbmarathon bis zum Marathon genossen das ausgezeichnete Wetter bei der 47. Auflage des Laufklassikers – ebenso wie die Zuschauer, die wie immer in Enschede schon am Vormittag mit den Campingstühlen an der Strecke saßen.

Vor allem aber waren damit auch beste Voraussetzungen gegeben, um den Streckenrekord von 2:07:20 Std. des späteren Olympiasiegers und Weltmeisters Stephen Kiprotich aus dem Jahr 2011 in Angriff zu nehmen.

Die Top-Leute aus Kenia und Äthiopien hatten aber offensichtlich einen anderen Plan. Wie ein Uhrwerk spulten sie, angeführt von drei „Hasen“, die Kilometer in jeweils 3:05 Min. und damit im Blick auf eine Endzeit knapp unter 2:10 Std. her­unter. Zu neunt erreichten sie so nach gut 52 Minuten erstmals den Wendepunkt an der Kerkstraat/Gronausestraat.

Als es auf die letzten 10 km ging, bestand die Gruppe zwar nur noch aus fünf Läufern, man hatte aber immer noch exakt die 2:10 Std. im Visier. Eine Entscheidung, wer am Ende als Erster die Ziellinie überlaufen würde, fiel auch hier, auf dem leicht ansteigenden Noord Esmarkerrondweg, noch nicht. Erst als es auf den letzten zwei Kilometern leicht abschüssig in Richtung Ziel auf den Boulevard 1945 ging, zog der Kenianer Evans Cheruiyot das Tempo nochmals leicht an und konnte einige Meter zwischen sich und die zwei letzten verbliebenen Weggefährten legen. Nach 2:09:40 Std. überlief er schließlich den Zielstrich, drei Sekunden vor dem Marathondebütanten Kaleb Keshebo aus Äthiopien und sieben Sekunden vor seinem Landsmann Edwin Kimaiyo.

Auch wenn Cheruiyot mit der Empfehlung des Sieges beim Chicago-Marathon im Jahr 2008 in 2:06:25 Std. nach Enschede gereist war, war er mit der Siegerzeit keineswegs unglücklich, sondern zeigte sich rundherum zufrieden bei der anschließenden Pressekonferenz. „Ich habe gezeigt, dass ich es noch kann“, stellte er erfreut fest. Das war nachvollziehbar, denn in der Tat war Cheruiyot zuletzt immer wieder verletzt gewesen, sodass seine letzten großen Erfolge alle aus den Jahren 2007 und 2009 stammen.

Die Zuschauer konnten so zwar keinen neuen Streckenrekord feiern, erlebten aber ein bis zuletzt spannendes Rennen und gleich drei Läufer, die weniger als 2:10 Std. für die 42,2 km benötigten. Das hatte es bisher nur beim Enschede-Marathon 2013 gegeben.

Das Rennen bei den Damen machten die niederländischen Läuferinnen unter sich aus. Es siegte Mireille Baat in 2:51:48 Std. vor Esmé Möricke in 2:53:14 Std. und der mittlerweile in der Altersklasse W 50 laufenden Lokalmatadorin Ingrid Prigge in 2:55:23 Std.

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