Leichtathletik: Nürnberger freut sich nach Schweden auf U 20-DM in Jena
Ziel erreicht trotz Gegenwinds

Lüdinghausen -

Internationales Debüt für Laura Nürnberger: Bei der U 20-EM in Schweden kam die Lüdinghauserin ins Finale der 400 Meter Hürden und wurde Siebte. Nun nimmt die 19-Jährige den deutschen Meistertitel ihrer Altersklasse ins Visier.

Mittwoch, 22.07.2015, 13:07 Uhr

Erinnerungen an die Zeiten bei Union – nur zwei der vielen Pokale, die Laura Nürnberger im Trikot ihres Heimatvereins holte.
Erinnerungen an die Zeiten bei Union – nur zwei der vielen Pokale, die Laura Nürnberger im Trikot ihres Heimatvereins holte. Foto: chrb

Gleich bei ihrem ersten Auftritt auf internationalem Parkett erwartete Laura Nürnberger Widerstand – im Wortsinn: „Das war superschwer“, meinte die Lüdinghauser Leichtathletin nach ihrem Auftritt bei der U 20-Europameisterschaft über 400 Meter Hürden über den teils heftigen Gegenwind im schwedischen Eskilstuna. Der machte den Läuferinnen vor allem in der ersten Geraden schwer zu schaffen. „Dann schwinden einem schnell die Kräfte“, so die 19-Jährige. „Das habe ich vor allem im Finale gemerkt.“

Den Vorlauf am ersten Wettkampftag hatte die ehemalige Athletin von Union Lüdinghausen , die seit Anfang dieses Jahren für den TV Gladbeck läuft, als Erste in 59,47 Sekunden bewältigt. Im Halbfinale überquerte sie die Ziellinie nach 58,67 sek – das Ticket für den Endlauf. „Ohne den Wind wäre ich an diesem Tag Bestzeit gelaufen“, meint die Lüdinghauserin im Rückblick.

Doch damit war der Leistungszenit an diesem Wochenende schon überschritten. Im Finale ließ wieder bei starkem Gegenwind nach 200 Metern die Kraft nach, kurz vor dem Ende nahm Nürnberger die letzte Hürde mit. „Deshalb war die Zeit auch nicht so schön“. meint die Lüdinghauserin. 59,67 sek standen am Ende zu Buche.

Doch unter dem Strich ist die ehemalige Unionistin zufrieden mit ihrem internationalem Debüt. „Mein Ziel für Eskilstuna war das Halbfinale. Dass es mit dem Finale geklappt hat, ist wirklich super.“ Dass es dort „nur“ zum siebten Platz reichte, kam alles andere als unerwartet. Vier Tage hatte Nürnberger im Juni wegen einer Mandelentzündung pausieren und auch die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U 23 absagen müssen – alles andere als günstig vor einem internationalen Wettkampf dieser Güte. „Drei Läufe innerhalb von 54 Stunden – das war ein bisschen viel für mich“, so die Lüdinghauserin über Eskilstuna.

Doch nun soll es wieder aufwärts gehen mit der Form. „Sechs bis sieben Mal“ in der Woche fährt die 19-Jährige nach Gladbeck, um auf dem Gelände des TV gemeinsam mit Bundestrainer Heiner Preute weiter an sich zu feilen. „Da fühle ich mich, sehr, sehr wohl“, sagt sie über ihren neuen Verein.

Vormittags arbeitet Laura Nürnberger, die im vergangenen Jahr am St.-Antonius-Gymnasium ihr Abitur machte, im Lüdinghauser St.-Marien-Hospital, wo sie ein Praktikum auf der Intensivstation absolviert. Danach möchte die ehemalige Anton-Schülerin ein Medizin-Studium beginnen – möglichst an einer Uni in der Nähe von Gladbeck, damit sie weiter beim TV trainieren kann. „Ich hoffe, dass das klappt“, so Laura Nürnberger.

Den Kontakt zu ihrem Heimatverein Union , dem sie sich als Sechsjährige anschloss, hat sie bei all dem nicht verloren. Einer ihrer ehemaligen Trainer, Thomas Pauly, war als Zuschauer bei der U 20-EM in Eskilstuna vor Ort, der andere – Klaus Johannknecht – gratulierte seiner ehemaligen Athletin nach dem Wettkampf telefonisch. Auch der Kontakt zu ihren alten Vereinskolleginnen ist nach dem Vereinswechsel nicht abgerissen.

Ihre alten Trainer werden am übernächsten Wochenende, ob vor Ort oder per Internet, sicherlich auch die Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U 20 in Jena verfolgen. Dort startet Laura Nürnberger wieder in ihrer Paradedisziplin 400 m Hürden. Die amtierende deutsche Vizemeisterin will in ihrer Altersklasse diesmal den Titel holen, zumal sie in diesem Jahr zum älteren Jahrgang zählt.

„Das ist realistisch“, sagt sie über ihre Ambitionen. Selbstverständlich sei der Titel jedoch nicht. Zu ihren stärksten Konkurrentinnen zählt die Lüdinghauserin Laura Gläsner vom SV Germania Helmstedt, die im Finale von Eskilstuna eine Dreiviertelsekunde vor Nürnberger ins Ziel lief, und Lisa-Marie Petkov vom TSV 1860 München, die in Schweden im Halbfinale ausgeschieden war. „Das wird auf jeden Fall spannend“, so Nürnberger.

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