Badminton-Bundesliga soll attraktiver werden
Großes Reformpaket geplant

Lüdinghausen -

Um die Attraktivität der deutschen Eliteklasse zu steigern, arbeiten der Verband und die Vereine an einem Maßnahmenpaket. Mögliche Änderungen: Es werden wieder sieben statt sechs Spiele ausgetragen, es gibt ein Play-Off-Viertelfinale und eine Abstiegsrunde, und der Meister wird in einem Final Four-Turnier an einem Wochenende ausgespielt.

Freitag, 21.08.2015, 11:08 Uhr

In der kleinen Antoniushalle wurde Union Lüdinghausen im vorigen Jahr Deutscher Meister. Künftig könnte der Meister in einem Final Four-Turnier ausgespielt werden.
In der kleinen Antoniushalle wurde Union Lüdinghausen im vorigen Jahr Deutscher Meister. Künftig könnte der Meister in einem Final Four-Turnier ausgespielt werden. Foto: rau

Wenige Tage vor dem Start der neuen Badminton-Bundesligasaison – Union Lüdinghausen beginnt am übernächsten Samstag (29. August, 14 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den 1. BC Beuel – gehen die Planungen der Vereine der ersten und zweiten Liga schon weit in die Zukunft. Bei mehreren Strategietreffen, an denen auch Unions Teammanager Michael Schnaase teilnahm, haben sie sich auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, um die beiden Eliteklassen attraktiver zu gestalten.

Hintergrund: Zum einen ist das Zuschauerinteresse bei den wenigsten Vereinen so groß wie in Lüdinghausen. Zum anderen scheint die erste Liga so unattraktiv, dass jetzt nur neun Teams um Meisterschaft und Abstieg spielen – ein zehnter Verein hat sich nicht gefunden.

Dabei sind einige angedachte Änderungen im Sinn der Lüdinghauser, andere sehen Schnaase und Ralf Kemper als Denker und Lenker des Bundesliga-Teams eher skeptisch. Angedacht ist beispielsweise, dass künftig in den beiden Bundesligen sieben Begegnungen ausgetragen werden – ein Unentschieden wäre damit nicht mehr möglich. Bislang werden in der ersten Liga sechs Spiele ausgetragen, ein zweites Herrendoppel soll hinzukommen. Das wäre ein Kompromiss, denn in der zweiten Liga gibt es noch – wie in allen unteren Ligen – acht Partien. Dabei wird noch ein drittes Herreneinzel ausgetragen. „So will man die Durchlässigkeit zwischen erster und zweiter Liga verbessern“, erläutert Schnaase, der die Idee aber eher skeptisch sieht. Denn die Spiele würden dadurch wieder länger dauern. Dagegen soll eine weitere Idee wirken: die Verkürzung eines möglichen dritten Entscheidungssatzes auf elf Punkte.

Eine weitere diskutierte Neuerung würde Schnaase begrüßen. Um die Spannung in der Liga zu halten, soll nach der Normalrunde mit den zehn Teams ein Play-Off-Viertelfinale und auch eine Abstiegsrunde gespielt werden. Im Detail: Die beiden Tabellenersten nach der Normalrunde sind automatisch für das Halbfinale der Meisterschaft qualifiziert, in einem Viertelfinale ermitteln der Dritte gegen den Sechsten und der Vierte gegen den Fünften die beiden weiteren Halbfinalisten. Der Tabellenzehnte steigt automatisch ab und der Neunte spielt in einer Relegation mit den beiden Tabellenersten der zweiten Bundesligen die zwei Teams aus für die erste Liga. „Damit dürfte die Spannung steigen, weil auch Teams aus dem Mittelfeld bis zum Saisonende Gas geben müssen“, so Schnaase.

Allerdings sollen dann das Halbfinale und das Finale in einem „Final Four-Turnier“ an einem Wochenende ausgespielt werden. Um die Ausrichtung können sich alle Vereine bewerben. Wer den Zuschlag erhält, entscheidet dann der Bundesliga-Spielausschuss. „Damit wird ein Finale zu Hause, wie wir es bei der Meisterschaft 2014 hatten, nicht mehr sicher sein“, sagt der Lüdinghauser Teammanager. Bislang – und auch in der kommenden Spielzeit – hat der Erste der Normalrunde automatisch das Heimrecht im Finale.

Da die Vorschläge allerdings noch durch viele Gremien gehen, ist mit einer Umsetzung nicht vor der Saison 2017/2018 zu rechnen – und dann hätte Union durch den Bau der neuen Halle ja auch eine passenden Veranstaltungsstätte zur Ausrichtung der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.

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