Sportstättenentwicklung
Tappen im Dunkeln

Reckenfeld -

Das Schneckentempo, in dem die Verlagerung der Reckenfelder Sportanlage voran geht, schlägt nicht nur auf das Gemüt der Verantwortlichen des SCR. Auch sportlich hat das Warten Folgen: Den erfolgreichen Keglern droht das Aus in der Westfalenliga. Licht am Ende des Tunnels sieht derweil der Bürgermeister.

Freitag, 24.02.2017, 16:02 Uhr

Der Sportplatz am Wittlerdamm. Rund um den bestehenden Platz sollen weitere Sportflächen entstehen. Der SC Reckenfeld würde mit seinem Sportangebot dann komplett an den Stadtrand ziehen.
Der Sportplatz am Wittlerdamm. Rund um den bestehenden Platz sollen weitere Sportflächen entstehen. Der SC Reckenfeld würde mit seinem Sportangebot dann komplett an den Stadtrand ziehen. Foto: Ulrich Schaper

Ob sich Frank Reinker das Ganze so langwierig vorgestellt hat? Seit Jahren schon beschäftigt den Geschäftsführer des SC Reckenfeld die Umsiedlung des Vereins von der Ortsmitte hinaus an den Stadtrand. Die Fußballer haben dort am Wittlerdamm bereits eine alternative Heimat gefunden.

Reinker aber und seine Gruppe von Sportkeglern sind immer noch im „Irodion“ aktiv. Niemand kennt die dortigen Bahnen so genau wie Reinker und sein Team.

So weit so gut. Aber: Im vergangenen Jahr sind die Reckenfelder in die Westfalenliga aufgestiegen und dürfen in dieser Saison nur aufgrund einer Sondergenehmigung am Spielbetrieb teilnehmen. Grund dafür ist, dass die Statuten des Verbandes vorsehen, dass ab der Westfalenliga (und auch in den Ligen darüber) auf einer Vier-Bahnen-Anlage gespielt werden muss. Im „Irodion“ stehen aber nur zwei Kegelbahnen zur Verfügung.

Nun eilen die Sportkegler munter von Sieg zu Sieg, mittlerweile ist in greifbare Nähe gerückt, was vor der Saison 2016/2017 niemand für möglich gehalten hat: Die Reckenfelder Sportkegler scheinen einen Durchmarsch zu machen. Bei einem Spiel weniger liegt der Klub derzeit auf Rang zwei. Holt das Team von Frank Reinker in den verbleibenden zwei Partien die volle Punktzahl ist der erneute Aufstieg gesichert. Rein sportlich zumindest.

Denn, wenn der SC Reckenfeld zur neuen Saison keine Vier-Bahn-Anlage vorzuweisen hat, wird der Verein keine Lizenz für die nächsthöhere Spielklasse erhalten.

Auch eine erneute Ausnahmegenehmigung für die Westfalenliga ist mehr als fraglich. „Wir haben eine Sondergenehmigung für ein Jahr bekommen – alles Weitere steht in den Sternen“, macht Reinker die Dringlichkeit der Lage deutlich.

Der SCR-Geschäftsführer und seine Vorstandskollegen verstehen nicht, warum die Stadt Greven nicht handelt. „Wir tappen da ein wenig im Dunkeln“, sagt etwa der SCR-Vorsitzende Andrew Termöllen . „Eigentlich sollte das Projekt schnell vorangebracht werden. Ich sehe da aber momentan keinen Fortschritt.“

Aufseiten der Stadt, die aufgrund der Erschließung neuer Wohnflächen in der Ortsmitte ein Eigeninteresse an der Verlagerung der Sportflächen hat, verweist man auf den Sportflächenbedarfsplan, den man im zurückliegenden Jahr in Auftrag gegeben habe. Auf dessen Basis möchte man die Planung voranbringen. „Die Ergebnisse sind im Haus. Wir werten das derzeit aus und werden das dann in den kommenden Wochen der Politik vorstellen“, sagt Bürgermeister Peter Vennemeyer auf Anfrage unserer Zeitung. „Wenn alles gut läuft, dann kann 2018 der Baubeginn sein. Das zumindest ist unser Ziel.“

Dass es aufgrund der personellen Vakanzen in der Stadtplanung zu weiteren Verzögerungen kommt, glaubt Vennemeyer indes nicht. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Dass die Stadt sich allerdings an einer Kegelbahn beteiligt, hält Grevens Bürgermeister für unrealistisch. „Es ist schon sehr fragwürdig, ob eine Kegelbahn zur kommunalen Grundversorgung gehören soll.“

In der Bezirksausschusssitzung im Juni 2016 sagte Termöllen dazu: „Wir erwarten nicht, dass die Stadt das bezahlt. Natürlich würden wir die Kosten dafür selber finanzieren.“ Die Unzufriedenheit auf Reckenfelder Seite ist gewachsen. Für die Sportkegler kann der Umzug – selbst im Falle eines Baubeginns 2018 zu spät sein. „Wir müssten nachweisen können, dass wir zu Beginn des Jahres eine Heimbahn präsentieren können“, so Reinker. „Pläne für die Anlage liegen der Stadt längst vor. Ich verstehe nicht, woran es scheitert – gefühlt ist es seit drei Jahren keinen Schritt vorangegangen.“

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