Willi Bösing gibt das Bülten Journal des FC Epe heraus – seit 1991
50 Ausgaben und ein „Special“

Epe -

Willi Bösing schmunzelt, wenn er heute durch die Erstausgabe des Bülten Journals blättert. Erinnerungen bleiben so über viele Jahre hinweg lebendig. Seit 1991 sind 50 Ausgaben des Vereinsmagazins erschienen. „Und ein Special“, ergänzt Bösing, „das gab es zum 90-Jährigen des FC Epe.“

Freitag, 30.06.2017, 06:06 Uhr

50 Ausgaben und ein „Special“ des Bülten Journals  sind seit 1991 erschienen. Mittlerweile hat Willi Bösing, Redakteur der ersten Stunde, die Vorbereitungen für Heft Nr. 51 begonnen.
50 Ausgaben und ein „Special“ des Bülten Journals  sind seit 1991 erschienen. Mittlerweile hat Willi Bösing, Redakteur der ersten Stunde, die Vorbereitungen für Heft Nr. 51 begonnen. Foto: Stefan Hoof

Lust auf eine kleine Zeitreise? Werner Hölscher begrüßt als 1. Vorsitzender des FC Epe Michael Baumann und Ludger Kühlkamp als Neuzugänge. Beide sollen „zur Belebung des Angriffsspiels“ beitragen. Rudi Perrevoort, neuer Trainer der FCE-Reserve, hofft, nach dem unglücklichen Abstieg „eine führende Rolle in der Kreisliga B spielen zu können.“ Und als Fußballobmann meldet sich Josef Göcke zu Wort.

Ja, wir schreiben das Jahr 1991. Nachzulesen sind diese und andere Beiträge in der Erstausgabe des Bülten Journals, herausgegeben im August 1991. Heute, fast 26 Jahre später, ist die „goldene Jubiläumsausgabe“ dieses Vereinsmagazins, die Nummer 50, seit einigen Wochen auf dem Markt.

Der FC Epe spielt zu jener Zeit in der Bezirksliga, der Trainer heißt Friedel Mensink. Der Rheinenser (1997 verstorben) ist zwar mit der Vizemeisterschaft zufrieden, schreckt aber in der Rubrik „Hier spricht der Trainer“ nicht vor deutlichen Worten zurück. Als Betreuer unterstützt Werner Kunze den früheren BVB-Profi Mensink.

Die Idee hatte Werner Hölscher

Willi Bösing , 1991 als 1. Geschäftsführer einer der Hauptverantwortlichen im FC Epe, schmunzelt, wenn er heute durch die Erstausgabe des Journals blättert. Erinnerungen bleiben so über viele Jahre hinweg lebendig. „Die Idee, ein Vereinsmagazin herauszugeben, hatte übrigens Werner Hölscher“, weiß Bösing.

Für alle Fußballfachleute aber noch ein paar Namen, FCE-Spieler der Saison 91/92: im Tor Georg Hewing und Willy Verbeek, auf dem Feld Peter Dehn, Norbert Lünterbusch, Heinz Hinkelmann, Thomas Wilpert, Thomas Holtkamp, Rene Kunze, Josef Dücker, Johannes de Jong, Andreas Eckrodt und eben die beiden Neuverpflichtungen Michael Baumann und Ludger Kühlkamp. Nicht zu vergessen der Torjäger: Jürgen Simon.

Porträts genau dieser Spieler gibt es nämlich in Schwarz-Weiß im Bülten Journal zu sehen. Farbig ist 1991 aber nur die Titelseite des 36 Seiten umfassenden Heftes.

Tennisabteilung zählte 280 Mitglieder

Einen großen Raum nimmt im Bülten Journal Nr. 1 auch die Tennisabteilung des FC Epe – im August 1979 gegründet – mit ihren damals 280 Mitgliedern ein. Zur Erinnerung: Vor wenigen Monaten wurde während der Jahreshauptversammlung die Auflösung dieser Abteilung verkündet.

Erwähnung findet auch das große E-Jugend-Pfingstturnier der Gronauer und Eper Jugendfußballabteilungen, dass 1991 zum sechsten Mal ausgetragen wird. Auch dieses Event gibt es schon lange nicht mehr im heimischen Sportkalender.

Willi Bösing aber ist, 1991 ebenso wie heute, der verantwortliche Redakteur des Bülten Journals. In den vergangenen Wochen ist gerade die Verteilung der Jubiläumsausgabe abgeschlossen worden. Auch Heft Nummer 50 zählt 36 Seiten im DIN A4-Format – so wie 1991.

Eigentlich sind es 51 Ausgaben

„Eigentlich sind es sind es sogar 51 Ausgaben“, verrät Bösing. Denn zum 90jährigen Jubiläum gibt es 2002 eine Extra-Ausgabe, das Bülten Journal „Special“. Zum Hundertjährigen vor fünf Jahren bringt der FC Epe mit Hanspeter Dickel als Autor ein Buch heraus.

Längst ist das Bülten Journal, dass immer im April und Oktober fertiggestellt wird, ein Hochglanzmagazin – farbig auf allen Seiten, zeitgemäß layoutet, übersichtlich strukturiert. Dafür zeichnet Robert Bösing verantwortlich. Der Sohn ist wohl der wichtigste Mitarbeiter des Vaters.

Dabei schweift Willi Bösing, der im Journal alle für den FC Epe relevanten Nachrichten und Veranstaltungen zusammenfasst, auch gerne mal ab. Mit der Rubrik „Ruhrpott-Nostalgie“ spricht er besonders die zahlreichen älteren Vereinsmitglieder an. „Darauf bin ich in einem Sonderheft des Westfalen-Sport im WM-Jahr 2006 gestoßen“, erläutert Bösing. Ihm selbst ist die „gesunde Mischung“ an verschiedenen Beiträgen wichtig, so schafft er Leseanreize.

Facebook ist für Willi Bösing tabu

Etliche Texte in der Jubiläumsausgabe verfasst Bösing selbst, bekommt aber auch Unterstützung zum Beispiel von Daniel Alfert zur Mitgliederversammlung, von Sascha Bajorath (Jugendkoordinator) und Norbert Sundermann (Altherrenabteilung). Gerne greift Bösing zudem auf Fotos aus den Westfälischen Nachrichten zurück. Aber auch Vereinsmitglieder liefern ihm Bildmaterial.

„Seit mindestens 15 Jahren nutze ich auch die technischen Vorteile, lege Beiträge und Fotos in Ordnern auf dem Laptop ab“, erklärt der 79-Jährige: „Das ist gegenüber früher eine enorme Erleichterung.“ Vorbei sind die Zeiten, als das Bülten Journal Seite für Seite mit der Schreibmaschine am Küchentisch erstellt wurde. In einem Punkt ist Bösing jedoch eisern: „Ich hole mir nichts aus Facebook.“

Den Zeitaufwand je Ausgabe kann Bösing, früherer Bürovorsteher der Kanzlei Dr. Kühle und Kollegen, nur schwer abschätzen. „50 bis 60 Stunden“, tippt er. Vermutlich sind es etliche Stunden mehr. Auch um die Werbung im Heft kümmert sich Bösing, ebenso teilweise um die Verteilung, hier unterstützt durch einen Kurierdienst und auch die Jugendabteilung. „Mir liegt es am Herzen, dass das Journal nach Fertigstellung schnell an alle Vereinsmitglieder verteilt wird. Ärgerlich, wenn es da mal hakt.“

Langjährige Zuverlässigkeit

Stolz ist Bösing, dass viele Inserenten aus der Erstausgabe auch heute noch im Bülten Journal werben: „Das verstehe ich als Vereinstreue und Bestätigung guter Arbeit.“

Genau diese langjährige Zuverlässigkeit lebt Willi Bösing selbst vor. Seit 1979 ist er Vorstandsmitglied des FC Epe, heute etwas mehr im Hintergrund als „Mann für die speziellen Aufgaben“, ist er Ansprechpartner bezüglich der Meldung von Sportunfällen, kümmert er sich um das Vereinslotto und ist Vorsitzender des Fördervereins des FC Epe. Ebenso ist er seit Jahrzehnten für den Fußballkreis Ahaus/Coesfeld ehrenamtlich tätig: früher als Vorsitzender, heute als Beisitzer der Kreisspruchkammer.

Nr. 51 ist in Arbeit

Die ersten redaktionellen Beiträge für die 51. Ausgabe des Bülten Journals sind nun auch schon in Arbeit. Senioren- und Junioren reichen ihre Bilanzen ein, kürzlich hat das Berni-Kottig-Pokalturnier seinen Sieger gefunden. Vermutlich wird im September auch noch ein aktueller Bericht und eine Fotoseite zum Gastspiel der Weisweiler-Elf für das Oktober-Heft berücksichtigt.

Willi Bösing freut sich auf Nummer 51. „Aber ich wäre sehr froh, wenn mich jemand dauerhaft unterstützt und gerne auch neue Ideen einbringt“, bekräftigt er. Denn ein Problem hat er: „Ich bin Rentner und habe wenig Zeit.“

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