Volksbank-Cup-Laufserie
Nikolauf des SC DJK Everswinkel

Everswinkel -

Es gab Zeiten, da war die Frage nach dem Gewinner der Volksbank-Cup-Laufserie schneller beantwortet als gestellt. Genau genommen war das in den Jahren 2011 bis 2016 durchgehend der Fall.

Freitag, 01.12.2017, 15:12 Uhr

Wenn es um den Gesamtsieger ging, herrschte geschlossene Gesellschaft – und die bestand einzig und allein aus Philipp Kaldewei . Der Athlet des LV Oelde dominierte den Wettbewerb nach Belieben. Wie eine Ein-Mann-Büffelherde walzte er über die Strecken und sammelte die nötigen Punkte für den Triumph der Reihe nach ein. Bever-Lauf in Ostbevern, Ems-Lauf in Müssingen, City-Lauf in Telgte – danach war die Messe für die Konkurrenz meist schon gelesen, weil der heute 32-Jährige bereits die für den Sieg notwendigen 75 Punkte ergattert hatte. Der letzte Part, der Nikolauf in Everswinkel, fiel da schon gar nicht mehr ins Gewicht.

Diesmal aber sieht die Sache anders aus. Jonas Barwinski von der LG Ahlen schickt sich an, den Platzhirsch vom Podest zu verdrängen. Am Samstag machen beide in Everswinkel im finalen Showdown der VB-Cup-Laufserie den Gewinner unter sich aus.

Um 16 Uhr gehen die beiden Titelanwärter gemeinsam mit etwa 250 anderen Läufern die zehn Kilometer an. „Ich sehe mich nicht unter Druck, denn ich bin in der besseren Position als er“, erklärt Jonas Barwinski ebenso überraschend wie forsch. Denn nach drei von vier Rennen liegt sein Rivale vorn. Philipp Kaldewei gewann zum Auftakt den Bever-Lauf in Ostbevern, wo Konkurrent Barwinski Zweiter wurde. Beim Ems-Lauf in Müssingen lief es genau umgekehrt – hier verwies Barwinski seinen Widersacher auf Rang zwei.

Beim City-Lauf in Telgte wiederum war es Barwinskis Teamkollege von der LG Ahlen, Amanuel Desale, der beiden Titelanwärtern ein Schnippchen schlug und sich an ihnen vorbei ganz oben aufs Treppchen katapultierte. Weil Kaldewei hier Zweiter und Barwinski Dritter wurde, liegt der Dauersieger auch vor dem finalen Vergleich mit einem Punkt hauchdünn vorne.

Dennoch sieht sich Barwinski im Vorteil. „Für Philipp ist es alltäglich, die Laufserie zu gewinnen. Ich denke, ich habe den größeren Willen, sie zu gewinnen. Meine Trainingszeiten sind gut. Ich habe eine realistische Chance“, legt der 20-jährige Herausforderer nach.

Sein 16 Jahre älterer und somit auch deutlich erfahrener Konkurrent bleibt derweil gelassen. „Ich weiß nicht, was Jonas aktuell so drauf hat. Aus meiner Sicht stehen die Chancen 50:50. Die Angelegenheit ist komplett abhängig von der Tagesform“, sagt Kaldewei.

Der Rekordhalter möchte seine Erfolgstour fortsetzen. Nur zum Auftakt der Laufserie 2010 durfte er am Ende nicht jubeln. Damals krönte sich Thomas Böckenholt vom SC Müssingen zum Gesamtsieger. Was auch damit zusammenhängen dürfte, dass Philipp Kaldewei im Premierenjahr nicht vertreten war. Danach führte am Oelder kein Weg vorbei. Und diesmal? „So eng war es noch nie“, stellt Kaldewei klar. „Das pusht auf jeden Fall noch mal extra.“

Nur eines außer dem jeweiligen Rivalen könnte sowohl Kaldewei als auch Barwinski noch zu schaffen machen – das Wetter. Die Prognosen besagen kalte drei Grad Celsius, aber es soll trocken bleiben. „Der Winter ist eigentlich nicht so meine Jahreszeit“, räumt Jonas Barwinski ein. Das gilt andererseits auch für Büffel. Die leben bekanntlich in der Prärie. Klingt tatsächlich nach einer Fifty-Fifty-Nummer.

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