Futsal: Westfalenmeisterschaften
Samba!

Reckenfeld -

Die Futsal-Westfalenmeisterschaften beim SC Reckenfeld verliefen am Wochenende auh sportlich gesehen äußerst unterhaltsam.

Sonntag, 11.02.2018, 20:02 Uhr

Wo liegt eigentlich dieses Reckenfeld? Die Fußballerinnen aus ganz NRW, die am Wochenende den Futsal-Westfalenmeister suchten, wissen es jetzt. Aktive, Organisatoren und Fans erlebten ein tolles Turnier in der Rönnehalle.
Wo liegt eigentlich dieses Reckenfeld? Die Fußballerinnen aus ganz NRW, die am Wochenende den Futsal-Westfalenmeister suchten, wissen es jetzt. Aktive, Organisatoren und Fans erlebten ein tolles Turnier in der Rönnehalle. Foto: Stefan Bamberg

Ist ja nicht so, dass hier in der Halle gar kein Karneval wäre. Die beiden Sportskameraden an der Seitenlinie zum Beispiel – hauptamtlich Fußballlehrer – gehen spontan als Rumpelstilzchen und HB-Männchen: krachender Auffahrunfall im Mittelfeld. Eine Runde Trubel von den Trainerbänken. Ein Raunen auf dem Platz. Und Papa auf der Tribüne hat zu alldem auch eine dezidierte Meinung. Der Schiri kommt zum Schlichten, hat die Pfeife vorsorglich schon im Mund, die Karten griffbereit – und binnen Sekunden dann doch wieder alles im Griff. Ohne persönliche Strafe, Abklatschen, alles wieder paletti. Erst Kirmes, dann Fairness, Fußball – pardon: Futsal! – wie wir ihn sehen möchten. Zu erleben gibt‘s das am Wochenende in der Rönnehalle – der SC Reckenfeld begrüßt die besten U15- und U17-Juniorinnen aus ganz NRW zur Futsal-Westfalenmeisterschaft.

Und der Verein – der hier selber gar nicht mitspielen darf – hat sich dafür schick gemacht: „Heute geht‘s darum, den SCR zu repräsentieren“, meint Thorsten Schwarz . Das Klub-Urgestein hat in einer Hand die Grillzange, in der anderen eine gigantische Brötchentüte. „Meine Schwiegermutter ist in der Cafeteria, und meine Frau kommt gleich nach der Arbeit auch noch zum Helfen.“ Das Wochenende für die Futsal-Champions – es ist auch eines der Orga-Champions.

Und das der Regel-Champions: Acht – eigenes dafür ausgebildete Referees – wachen zusammen mit Spielplan-Chef René Köster über die sportliche Ordnung, die sich noch längst nicht überall rumgesprochen hat: Einige der beteiligten Teams sind noch nach traditionellem Hallenfußball-Regelwerk Kreismeister geworden. „Die spielen hier dann zum ersten Mal ohne Bande“, weiß Artur Karliczek . „Eigentlich kann es nicht sein, dass man da in all den Jahren noch keine einheitliche Linie gefunden hat."

Was allerdings mehr Spaß macht als sich darüber aufzuregen: einfach mal zugucken! Das findet übrigens auch der SCR-Mann: „Wir erleben hier ein sehr hohes Niveau.“ Wie sich etwa der FSV Gütersloh am Samstag durch die U15-Konkurrenz ballert – das ist schon großes Tennis. Kein Punktverlust, 2:0 im Finale gegen die Beinahe-Lokalmatadore aus Langenhorst/Welbergen: „Das war schwer in Ordnung“, meint FSV-Coach Lucas Voßkuhl, der zumindest zum kleinen Futsal-Fan avanciert ist: „Schön ist, dass es so ein schnelles Spiel ist. Da musst Du schon richtig kicken können und kannst nicht immer nur pöhlen.“ Durch Platz eins in Greven hat sich seine Truppe für die Westdeutschen Meisterschaften in Duisburg qualifiziert – nächstes Wochenende geht‘s im Ruhrpott schon weiter: „Ein bisschen Mannschaftsfahrt – und ganz viel Fußball.“

Vorher aber – nämlich gleich am Sonntag – ist Voßkuhl erst mal wieder zurück an der Ems: In Gütersloh trainiert er nämlich auch noch die U17 – und die legt die nächste flotte Sohle aufs SCR-Parkett: Es geht Schlag auf Schlag – auch bei den Älteren. Und bei den Fans, die sich von flotten Kombinationen auf dem Feld und heißen Rhythmen aus den Boxen gerne packen lassen. Kernige Zweikämpfe. Spektakuläre Paraden. Ein geradezu brasilianisches Blitztor von Phönix Höxter. Samba! „Es wäre schön, wenn sich die Teams in Zukunft nicht mehr fragen, wo eigentlich dieses Reckenfeld liegt“, frotzelt Artur Karliczek. Zeitgleich macht einer der Schiris Feierabend: „Danke für dieses tolle Wochenende, Männer!“, sagt er zum Abschied noch. Und Karliczek sieht aus wie einer, der sein Ziel erreicht hat.

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