Fußball: Kreisliga A1 Münster
Liga gehalten – Klasse verloren

Greven -

Die Klasse haben sie soeben gehalten. Doch aus dem Schneider sind die Fußballer der DJK Blau-Weiß für die nähere Zukunft längst nicht, wie ein Interview mit Peter Talmann zeigt.

Montag, 18.06.2018, 11:00 Uhr

Zum Haare raufen: Peter Talmann und seine DJK-Fußballer haben eine schwierige Saison hinter sich gebracht.
Zum Haare raufen: Peter Talmann und seine DJK-Fußballer haben eine schwierige Saison hinter sich gebracht. Foto: Ulrich Schaper/Grafik: Ann-Kathrin Schriever

Sie fingen stark an, sie ließen stark nach. Sie waren sich nicht immer einig. Ein Trainer warf hin, ein neuer kommt jetzt. Mehrere Spieler sind unterwegs zu anderen Vereinen. Eine schwere Kreisliga-A-Saison liegt hinter der DJK Blau-Weiß Greven – und womöglich eine ebenso schwere vor ihr. WN-Mitarbeiter Stefan Bamberg sprach mit Peter Talmann , dem Sportlichen Leiter und Interimscoach der vergangenen Saison.

Letzte Saison Aufstieg, diese Saison Fast-Abstieg – mal ehrlich: Von Euphorie ist bei der DJK doch nichts mehr übrig – oder, Herr Talmann?

Talmann: Ist doch klar, dass wir uns die Saison anders vorgestellt haben. Wir haben es selbst unnötig spannend gemacht und sind in einen regelrechten Abstiegsstrudel geraten. Und wenn man da drinsteckt, zehrt das natürlich an den Nerven. Bei den Spielern, aber auch im Vereinsumfeld. Man muss aber auch sehen, dass wir ein Aufsteiger waren – und wir haben den Klassenerhalt ja immerhin gepackt.

Warum hat es dafür denn dann doch noch so eben gereicht?

Talmann: Ich glaube, dass wir zum Schluss alle dichter zusammengerückt sind. Natürlich hatten wir auch einige erfahrene Spieler im Kader, die schon in der A-Liga gespielt hatten und diese Situation kannten. Am allerletzten Spieltag war die Luft dann raus, dieses Spiel hat uns natürlich auch allen nicht gefallen. Aber: Das Ziel ist erreicht. Abhaken.

Kann man denn so einfach nach dieser Devise vorgehen? Ein Blick auf die Abgänge in diesem Sommer: Peter Lakenbrink, Chris Helmig , David Wiethölter, Maurice Seikowski und Dario Kemper verlassen die DJK. Da brechen mit Blick auf nächste Saison doch echte Säulen weg.

Talmann: Natürlich. Ich rechne auch damit, dass die nächste Saison noch mal schwieriger werden könnte. Da geht viel Klasse verloren. Aber wir sind auch in Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen. Genaues gibt es da noch nicht zu vermelden, und ich gebe zu, dass es nicht so leicht ist, passende neue Spieler zu finden. Aber ich bin übrigens auch zuversichtlich, dass aus dem aktuellen Kader dann eben andere in die Bresche springen und sich zu Führungsspielern entwickeln werden. So können wir den Qualitätsverlust auffangen.

Den Qualitätsverlust vielleicht. Aber wiegt es nicht mindestens genauso schwer, dass da Identifikationsfiguren verschwinden, die auch Teile der Aufstiegsmannschaft und Eigengewächse waren?

Talmann: Na ja. Bei Chris Helmig und Peter Lakenbrink muss man auch sehen, dass sie ja schon vorher mal bei anderen, höherklassigen Vereinen gespielt haben. Dann sind sie zu uns zurückgekommen. Es war eine tolle Zeit mit ihnen, jetzt ist die eben vorbei. Auf der anderen Seite hat aber auch Henning Stamm – der kurz überlegte aufzuhören – die klare Ansage gemacht, dass er auch in dieser nicht einfachen Phase weitermacht und Verantwortung übernimmt. Henning hat jetzt auf jeden Fall einen Fan mehr!

Das nächste spannende Thema: Trainer! Über den neuen wissen wir eigentlich nur, dass er Sven Klein heißt und die Dritte von Emsdetten 05 gecoacht hat. Warum haben Sie ihn verpflichtet und wie ist er in die Planungen zur neuen Saison schon jetzt eingebunden?

Talmann: Es ist natürlich nicht so, dass rund um Greven 100 Trainer auf Vereinssuche rumlaufen. Auch da ist es nicht leicht, einen guten Mann zu finden. Über Sven Klein habe ich aus Emsdetten nur Positives gehört. Er hat die B-Lizenz und ich glaube schon, dass da was zusammenwachsen kann. Die Vorstellung bei der Mannschaft und Gespräche mit den Spielern sind schon erfolgt. Das erste Training leitet er dann am 10. Juli.

In der abgelaufenen Rückserie hielt sich auch das Gerücht, dass es im Trainerteam Unstimmigkeiten zwischen Peter Lakenbrink und Henrik Mester gegeben hätte. Dann hörte Mester recht plötzlich und früher als eigentlich angekündigt auf. Widersprechen Sie mir bitte, wenn das Quatsch ist – aber: war das aus Sicht des Vereins nicht die eleganteste und unkomplizierteste Lösung, für Ruhe zu sorgen?

Talmann: Quatsch! Das klingt ja so, als hätten wir das alles so gewollt und geplant. Nein, das war allein Henriks Entscheidung, die ich persönlich auch schade fand. Andererseits habe ich auch Verständnis dafür, wenn einer wie er sagt, dass er seine Aufgabe nicht mehr schafft oder nicht mehr will. Dass zuletzt nicht alle immer einer Meinung waren, stimmt. Aber das gehört für mich durchaus auch zu einem intakten Klub. Wenn alles völlig reibungslos läuft, ist das auf Dauer auch nicht gut.

Okay, vielen Dank für die offenen Worte. Zum Schluss: Wo sehen Sie die DJK in der kommenden Winterpause?

Talmann: Da habe ich eigentlich nur einen Wunsch: in ruhigeren Gewässern als in großen Teilen der letzten Saison.

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