Leichtathletik: Karriereende
Gesundheit ist Medizinstudentin Laura Nürnberger wichtiger als Medaillen

Lüdinghausen -

2017 zählte Laura Nürnberger zu den besten 400-Meter-Hürden-Läuferinnen im Land. Ein Jahr später sagt die Lüdinghauserin mit nur 22 Jahren dem Leistungssport Lebewohl. Der Körper streikte zunehmend.

Dienstag, 21.08.2018, 18:40 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 21.08.2018, 18:34 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.08.2018, 18:40 Uhr
Karriere-Highlight: 2015 nahm Laura Nürnberger an der U 20-EM in Schweden teil.
Karriere-Highlight: 2015 nahm Laura Nürnberger an der U 20-EM in Schweden teil. Foto: privat

2017 gelang Laura Nürnberger der Durchbruch bei den Erwachsenen. In ihrem ersten DM-Finale überhaupt, in Erfurt, wurde die Lüdinghauserin im Trikot des TV Gladbeck auf Anhieb Zweite. Zwölf Monate später, in Nürnberg, suchte man vergeblich ihren Namen auf der Startliste. Das 400-Meter-Hürden-Ass hat seine vielversprechende Karriere mit nur 22 Jahren still und leise beendet.

Geschockt war Heiner Preute, TVG-Abteilungsleiter und Coach der Steverstädterin, nicht, als Nürnberger ihn im Frühsommer über ihren Entschluss in Kenntnis setzte: „Nur traurig. Sie hatte ja im Vorjahr schon mal mit dem Gedanken gespielt, die Leichtathletik dranzugeben.“

Damals war sie knapp an der Norm für die U 23-EM gescheitert – ehe die Studentin wenige Wochen später bei den Deutschen Meisterschaften umso stärker zurückkam. Doch die Zweifel blieben. „Laura hatte immer den Anspruch, auf hohem internationalen Level zu laufen“, weiß Preute. 2015 feierte Nürnberger ihr EM-Debüt bei den bis 20-Jährigen in Schweden. Auf das Niveau wollte die Steverstädterin nach langer Verletzungspause (2016) wieder zurück. Weniger kam für die Frau, deren Laufbahn einst bei Union Lüdinghausen begann, nicht in Betracht.

Hartnäckige Achillessehnenreizung

Weil ihr aber seit geraumer Zeit eine hartnäckige Reizung der Achillessehne zusetzte, reifte in diesem Frühjahr allmählich der Gedanke, sich ganz auf das Studium zu konzentrieren. Das Leiden mit Kortison-Spritzen zu kurieren, war laut Preute keine Option. Sonst hätte im schlimmsten Fall ein Riss der Sehne gedroht. Da war der angehenden Medizinerin halt doch die eigene Gesundheit wichtiger als die vage Aussicht, irgendwann auf die Laufbahn zurückzukehren.

Nürnberger selbst führt auch die Doppelbelastung als Grund für ihre Entscheidung an: „Uni-Stress ist für den Körper selten gut. Hätte ich leistungsmäßig an 2017 angeknüpft, wäre ich vielleicht noch ein, zwei Jahre gelaufen. Aber als nach einem Trainingslager auf Kreta die Schmerzen nicht weggingen, habe ich mich – zumal bei meiner Verletzungsanfälligkeit – schweren Herzens vom Leistungssport verabschiedet.“

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