Münster Marathon
Warendorfer laufen für guten Zweck

Münster / Warendorf -

Über 30 Läuferinnen und Läufer trugen am Sonntag beim Marathon das ALS-Shirt durch Münster – einer fehlte.

Donnerstag, 13.09.2018, 17:16 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.09.2018, 16:38 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 13.09.2018, 17:16 Uhr
Die ALS-Laufgruppe aus Warendorf im Ziel des Münster Marathons 2018.
Die ALS-Laufgruppe aus Warendorf im Ziel des Münster Marathons 2018. Foto: nn

Alles war eigentlich wie im letzten Jahr. Die Warendorfer und die anderen sportlichen ALS-Unterstützer trafen sich vor dem Marathonstart beim Deutsch-Niederländischen Korps zum gemeinsamen Frühstück. Alle genossen die Vorfreude und es wurde gescherzt und gelacht. Anschließend ging es zum Schlossplatz für das obligatorische Gruppenfoto vor dem Schloss. Aber etwas ist anders als 2017, denn einer fehlte.

Steffen Auerswald , der 2017 diese gemeinsame Teilnahme am Marathon in Münster initiiert und organisiert hat, ist 2018 nicht mehr dabei. Er hatte im April diesen Jahres den nicht zu gewinnenden Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS verloren.

Noch 2016 ist der passionierte Läufer den Marathon selbst gelaufen. Da hat er aber schon gemerkt, dass etwas nicht ganz stimmt. Wenige Monate später die endgültige Diagnose – ALS.

Steffen Auerswald – ganz Langstreckenläufer – nahm die Herausforderung an. Er wusste, sich selbst retten, war faktisch unmöglich. Aber auf die seltene Krankheit aufmerksam machen und Spenden für die Forschung und helfende Initiativen sammeln, das ginge allemal. So fragte er befreundete Läufer, ob sie mit ihm gemeinsam den Münster-Marathon bestreiten wollten.

Sehr viele waren sofort bereit, weil sie den herausragenden und vorbildlichen Läufer und Menschen kennen und schätzen gelernt hatten. So wurde Steffen Auerswald 2017 von den begleitenden Läufern – inklusive seiner Frau und den beiden Töchtern – in einem speziellen Rollstuhl über die 42,195 Kilometer geschoben. Er konnte die Strecke, wie er sagte, „endlich mal in Ruhe genießen“. Dabei trugen alle ein weißes Lauf-Shirt, das auf die Krankheit ALS aufmerksam machte, und verteilten informative Flyer.

In diesem Jahr wollten sie den Münster-Marathon nicht einfach verstreichen lassen. So traf man sich wieder im ALS-Shirt an gleicher Stelle, lief gemeinsam den Marathon beziehungsweise Teilstrecken davon und gedachte dabei immer wieder an Steffen Auerswald. „Er hat der Gruppe sicher vom Himmel aus zugesehen und zuvor ein gutes Wort für das super Laufwetter eingelegt.“

Laufzeiten waren nebensächlich. Als Gruppe den Lauf genießen, noch Mal auf die schreckliche Krankheit aufmerksam machen, zu Spenden aufrufen und die Ziellinie mit der so genannten Blazeman-Rolle überqueren, das war das gemeinsame Ziel.

Steffen Auerswalds Familie bedankte sich bei allen Spendern, die die Hilfe für ALS kranke Menschen unterstützen. Durch zahlreiche durch Steffen Auerswald und seine Familie angestoßene und zum Teil organisierte Aktionen, wie eben dem Marathonprojekt von 2017, sei eine beträchtliche Menge zusammen. Außerdem baten Auerswalds Angehörige zu dessen Abschiedsfeier auf Blumen und Kränze zu verzichten und stattdessen um Spenden. So konnten sie 2500 Euro an den Verein „Diagnose ALS was nun“ überweisen.

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