Basketball: Oberliga 4
„Die Jungs sind alle Sportler“ – Union-Korbjäger geben nicht auf

Lüdinghausen -

Seit dem dritten Spieltag hat Union Lüdinghausen nicht mehr gewonnen. Warum das halb so wild ist, verrät der Coach des Aufsteigers, Georg Kremerskothen, im Interview.

Mittwoch, 09.01.2019, 19:00 Uhr
Union-Coach Georg Kremerskothen ist nach zuletzt sechs Niederlagen am Stück nicht nur als Basketballfachmann. sondern auch als Mutmacher gefragt.
Union-Coach Georg Kremerskothen ist nach zuletzt sechs Niederlagen am Stück nicht nur als Basketballfachmann. sondern auch als Mutmacher gefragt. Foto: flo

Am Sonntag (13. Januar), 16 Uhr, geht die kurze Winterpause für die Oberliga-Basketballer des SC Union Lüdinghausen mit der Partie beim UBC Münster 3 (Pascal-Gymnasium) zu Ende – Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Mit dem Trainer des Aufsteigers hat unser Redaktionsmitglied Florian Levenig gesprochen.

Die Saison ging gut los mit dem starken Auftritt gegen den bis heute ungeschlagenen Spitzenreiter Telgte-Wolbeck und dem Sieg auf Schalke. Was lief danach schief?

Kremerskothen : Na ja, dass es eine schwierige Saison werden würde, war ja vorher allen klar. Die Mannschaft, die 2017/18 noch in der Landesliga gespielt hat, war stärker als das aktuelle Team – bedingt durch den Weggang mehrerer Leistungsträger im Sommer. Hinzu kam, dass sich der eine Routinier, Dirk Bücker, früh in der Saison verletzt hat und der andere, Hannes Fink, leider nur sporadisch zum Einsatz kam.

Auffällig waren die letzten beiden Spiele gegen Brackwede und in Bulmke, in denen Ihr Team am Ende regelrecht einbrach. In der Vorsaison haben Ihre Schützlinge – meist erfolgreich – bis zur letzten Patrone gekämpft.

Kremerskothen: Den Willen würde ich den Spielern auch in der laufenden Spielzeit nicht absprechen wollen. Aber das ist eben ein wesentlicher Unterschied zwischen Ober- und Landesliga: Eine Klasse höher wird bis zur 40. Minute intensiv verteidigt. Wenn dann aufgrund unseres schmalen Kaders im vierten Viertel Kraft und Konzentration nachlassen, werden die eigenen Würfe unpräzise. Dann kann es richtig deutlich werden.

Trotzdem ist ja im Grunde noch nichts passiert.

Kremerskothen: Nein. Sollten am Ende zwei Teams absteigen, stünden wir als Zehnter aktuell sogar über dem Strich. Ich fürchte allerdings, dass wir noch einen Rang gutmachen müssen. In der Pro B droht ein Massenabstieg der NRW-Klubs – das wirkt sich auf sämtliche Ligen darunter aus. Deshalb wird man wohl vier Spiele gewinnen müssen, um die Klasse zu halten.

In Münster ein eher schwieriges Unterfangen.

Kremerskothen: Jedenfalls fahren wir nicht als Favorit zum UBC 3. Das ist eine ganz interessante Mischung aus Talenten und sehr routinierten Leuten, die teils schon deutlich höherklassig unterwegs waren.

Am Sonntag drauf, 16 Uhr, gastiert das noch sieglose Schlusslicht Paderborn 3 in der Realschulhalle. Da ist ein Sieg Pflicht, oder?

Kremerskothen: Keine Frage, das Spiel müssen wir gewinnen. Gerade auch, damit die Jungs nach den vielen Niederlagen mal wieder mit einem guten Gefühl aus der Halle gehen.

Wobei: Ganz so dramatisch wäre ein Abstieg auch wieder nicht.

Kremerskothen: In mancherlei Hinsicht wäre er sogar hilfreich. Gerade die, die 2017/18 noch Ergänzungsspieler waren oder aus der zweiten Mannschaft gekommen sind, könnten sich womöglich in der Landesliga besser entwickeln. Aber: Die Jungs sind alle Sportler. Solange die Möglichkeit besteht, in der Liga zu verbleiben, werden sie alles dafür tun. Sollte es dann doch nicht reichen, werden die Spieler zumindest ganz viel gelernt haben, was sie in die neue Saison mitnehmen.

Die WWU Baskets haben zuletzt vor sagenhaften 2750 Fans gespielt. In Lüdinghausen könnten es schon noch ein paar mehr bei den Heimspielen sein.

Kremerskothen: Natürlich freuen wir uns über jeden, der in die Halle kommt. Wobei es sicher genug Leute gibt, die am Wochenende lieber nach Münster fahren, um sich dort die Pro-B-Partien anzuschauen. Trotzdem freue ich mich über den Höhenflug der Münsteraner und den gewaltigen Zuspruch, den sie erfahren. Das ist beste Werbung für den Basketball – und davon profitieren mittelfristig auch die Vereine im Umland.

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