WN-Sportlerwahl: Vanessa Arlt
Berufswunsch zum Hobby gemacht

Greven -

Vanessa Arlt arbeitet bei der Polizei. Doch auch auf dem Fußballplatz gibt sie die Ordnungshüterin. Und das so überzeugend, dass die junge Schiedsrichterin 2018 beim DFB-Pokalfinale der Frauen an der Linie stand. Tanzen auch ihre Mitbewerberinnen bei der WN-Sportlerwahl nach Arlts Pfeife?

Freitag, 18.01.2019, 12:48 Uhr aktualisiert: 24.01.2019, 16:00 Uhr
WN-Sportlerwahl: Vanessa Arlt: Berufswunsch zum Hobby gemacht
Foto: Wilfried Hiegemann

Als am 19. Mai des vergangenen Jahres der VfL Wolfsburg beim 3:2 gegen den FC Bayern München zum vierten Mal den DFB-Pokal der Frauen gewinnt, kennt der Jubel der Wolfsburgerinnen und ihrer Fans keine Grenzen. Einige Zuschauer im Kölner Stadion jubeln derweil einer anderen Akteurin zu. Sie freuen sich mit Vanessa Arlt , die zum ersten Mal in ihrer Karriere ein Pokalendspiel leitet. Als Assistentin an der Seitenlinie, wo sie ihre Sache richtig gut macht. Wie so oft zuvor in den zurück liegenden elf Jahren, die ihr einen steilen Aufstieg als Fußball-Schiedsrichterin beschert haben.

„Das Pokalfinale war mein bisheriges Highlight“, erinnert sich Vanessa Arlt nur allzu gerne an diesen Samstag im Mai. Hochklassige Spiele zu leiten, gehört für die Polizistin zwar mittlerweile zur Routine. Für das Pokalendspiel auserkoren zu sein, kommt gleichwohl einer Anerkennung gleich. „Das war eine ganz andere Atmosphäre“, blickt sie zurück, „der Ablauf drumherum, das Bankett, das volle Stadion, die Freunde und Bekannten, die mich begleitet haben.“ Ihre Berufung ist die Folge ihrer kontinuierlich guten Leistungen.

Ihre Schiedsrichter-Laufbahn beginnt im Jahr 2007. Als Jungtrainerin der DJK nimmt Vanessa Arlt an dem erforderlichen Lehrgang teil. Dort merkt sie: Das Schiedsrichterwesen liegt ihr. Für Ordnung zu sorgen und dabei auch konsequent zu sein: diese beiden Merkmale sind es, die sie besonders ansprechen. Ihr Berufswunsch, Polizistin zu werden, steht zu diesem Zeitpunkt bereits fest. „Das Hobby hat sich auch aus diesem Wunsch ergeben“, erklärt sie.

Ihr Talent bleibt nicht lange unentdeckt. Zunächst nimmt sie Werner Nußbaum unter seine Fittiche. Das Schiedsrichterurgestein beim SC Greven 09, wo Vanessa Arlt fortan zur Pfeife greift, fördert und begleitet sie. Auch die ersten Erfolge lassen nicht lange auf sich warten. Zunächst im Jugendbereich, später auch bei den Frauen und Männern fährt Vanessa Arlt regelmäßig gute Ergebnisse ein. In der Folge steigt sie immer weiter auf.

Mittlerweile wird sie für Spiele der 2. Frauen-Bundesliga und der Herren-Regionalliga angesetzt, ein Coach unterstützt sie und bei jedem ihrer Einsätze wird sie benotet. Entsprechend hoch ist auch der Aufwand mit weiten Fahrten bis nach Bayern. Oft ist eine Anreise am Vortag erforderlich. Nahezu jedes Wochenende ist sie unterwegs. Allein im vergangenen Jahr hat Vanessa Arlt 68 Spiele geleitet. Allein Geld verdient sie dabei nicht. „Man muss das als Hobby betrachten.“ Eines, bei dem sie sich der Unterstützung ihrer Freunde und Familie gewiss ist.

Vanessa Arlt ist Schiedsrichterin aus Leidenschaft. Und sie verfolgt ehrgeizige Ziele: „Gerne würde ich in die 1. Bundesliga der Frauen aufsteigen, bei den Herren in die Oberliga.“ Dass die Konkurrenz mit jedem Aufstieg größer wird, ist ihr bewusst: „Es gibt viele gute Schiedsrichter auf diesem Niveau.“

Im Moment läuft es jedenfalls wie geschmiert. Erst zum Ende des vergangenen Jahres flattert Vanessa Arlt Post von der FIFA ins Haus, die sie fürs das kommende Jahr als Assistentin bei Frauenspielen im internationalen Bereich nominiert hat. „Das war eine super Überraschung“, freut sich die 27-jährige auf die kommenden Herausforderungen, wenn sie als Assistentin auf internationaler Ebene zum Einsatz kommen wird. Das DFB-Pokalendspiel im vergangenen Mai war ihr Highlight in 2018 – vieles spricht dafür, dass dies für Vanessa Arlt nur ein vorläufiger Höhepunkt war.

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