Stadtsportverband Greven
„Trainingsfleiß, Zeit und Geld“

Greven -

Westfälische Nachrichten und Stadtsportverband gehen auch in Sachen Sportlerwahl Hand in Hand. Zudem blickt SSV-Chef Werner Jacobs durchaus zuversichtlich in die Zukunft.

Freitag, 08.02.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 10.02.2019, 16:30 Uhr
Am 22. Februar steht wieder die Ehrung der Sportler des Jahres an. Ab sofort arbeiten der Stadtsportverband und die Westfälischen Nachrichten auch in dieser Hnsicht wieder eng zusammen.
Am 22. Februar steht wieder die Ehrung der Sportler des Jahres an. Ab sofort arbeiten der Stadtsportverband und die Westfälischen Nachrichten auch in dieser Hinsicht wieder eng zusammen. Foto: Stefan Bamberg

Alles auf Null. Na gut, nicht ganz. Die Sportlerwahl der Westfälischen Nachrichten wird es auch im Jahr 2019 geben – die Ehrung der besten Athleten des Jahres findet am 22. Februar im Ballenlager statt. Doch ab sofort mischt der Stadtsport-Verband wieder kräftig mit. An dessen Spitze steht mit Werner Jacobs seit fast einem Dreivierteljahr ein neuer Chef – und der hat noch viel vor, wie Jacobs im Gespräch zu verstehen gibt.

Herr Jacobs, Sie sind seit gut sieben Monaten im Amt als neuer SSV-Vorsitzender. Was hat sich in dieser Zeit gravierend verändert?

Jacobs: Für mich war das bisher eine recht kurzweilige Zeit, viele Dinge wurden angestoßen und erneuert, auch wenn die Öffentlichkeit davon nicht immer etwas mitbekommt. Die wichtigste Erkenntnis für mich ist, dass der SSV wieder wahrgenommen und als Gesprächspartner gesucht und akzeptiert wird. Es ist wohl tatsächlich so, dass eine Institution wie der Stadtsportverband gewünscht ist, um Sachthemen zu lenken oder fachkundig zu begleiten. Dies wird auch in der Zukunft unsere vordringliche Aufgabe sein. Anmerken möchte ich, dass so ein neu zusammengesetzter Vorstand sich zunächst erst einmal finden muss, um letztendlich Probleme als Einheit zu lösen. Unsere Strategietagung vor zwei Wochen hat hierfür eine gute Grundlage gelegt.

Was sind in der Zukunft die vordringlichsten Ziele und Themen?

Jacobs: Zusammen mit dem Landessportbund entwickelt der SSV derzeit eine neue Satzung, in der vor allem die Aufgabenstellung modifiziert wird. Das ist zeit- und arbeitsaufwendig, weil der Entwurf der Satzung den Mitgliedsvereinen schon in den nächsten Wochen zur Stellungnahme vorgelegt werden soll, um dann im Rahmen der Mitgliederversammlung Ende März darüber abstimmen zu können. In einem großen Teilnehmerkreis aus Stadt, Politik, Schulen, Kita, Vereinen und SSV ist in fünf Workshops eine Sportentwicklungsplanung für Greven erarbeitet worden, die bis 2030 umgesetzt werden soll. Dies ist angesichts der Grevener Bevölkerungsentwicklung eine große und sehr wichtige Aufgabe, die die Teilnehmer über viele Jahre hinweg beschäftigen wird. Der SSV soll eine maßgebliche Rolle spielen. Wir wollen darüber hinaus weitere Vereine als Mitglieder für den SSV gewinnen und versuchen, den Sponsorenkreis für unsere Arbeit zu erweitern. Anfang April wird sich der SSV mit einem Stand in der Innenstadt präsentieren und hierbei insbesondere über die beginnende Sportabzeichenaktion 2019 informieren. In Abstimmung mit dem Hauptsponsor der Veranstaltung soll der SSV für die beteiligten Vereine dabei die Koordinierungsfunktion übernehmen. Als nächster Punkt steht aber zunächst die Ehrung der Grevener Sportler des Jahres 2018 auf dem Programm, an der der SSV nach längerer Abstinenz nun wieder als offizieller Partner der Westfälischen Nachrichten auftreten wird.

Sport entwickelt sich grundsätzlich rasant. Viele Menschen nutzen in diesem Zusammenhang nicht mehr nur „ihren“ Verein, sondern schauen sich das Angebot genauestens an. Hinken die Vereine dieser projektorientierten Herangehensweise hinterher?

Jacobs: Die Zeit ist schnelllebiger geworden in den vergangenen Jahren, insofern liegen Angebotsvergleiche, unabhängig von einer festen Vereinszugehörigkeit, sicherlich im Trend. Gleichzeitig ist dies jedoch auch eine Aufforderung an die Vereine, sich dieser Entwicklung zu stellen und in ihrer Arbeit neue Wege zu gehen. Begriffe wie zum Beispiel die ‚Sport-Flatrate‘, bei der eine einzelne Vereinszugehörigkeit nicht mehr im Vordergrund steht, sondern im Verbund die Angebote mehrerer vernetzter Vereine beispielsweise mit einer Monats- oder Vierteljahreskarte genutzt werden können, sind auch in der genannten Workshop-Reihe bereits diskutiert worden. Hier wären zur Realisierung Modelle zu entwickeln, die insbesondere die übergeordnete Koordinierung und die Abrechnung regeln. Möglicherweise könnte so etwas einmal durch den SSV erfolgen. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten. Ich weiß aber sicher, dass diejenigen, die in Greven Sport treiben wollen, auch in der bestehenden Vereinsform gut aufgehoben sind, denn in allen Vereinen wird dank des vorhandenen Personals professionell und hoch motiviert gearbeitet.

Eine große Last und Lust liegt in vielen Vereinen auf dem Ehrenamt. Ist dieses Konzept überhaupt noch zeitgemäß?

Jacobs: Auf jeden Fall. Ohne Ehrenamt würde nicht nur nach meiner Auffassung vieles im gesellschaftlichen Leben zum Beispiel einer Stadt ganz einfach nicht mehr möglich sein. Denken sie einfach einmal an die Jugendarbeit in den Sport-, aber genauso auch in anderen Vereinen. Tausende Jugendliche werden allein in Greven ehrenamtlich mit sinnvollen Aufgaben beschäftigt, sie lernen ein angemessenes Sozialverhalten, können sich sportlich oder musisch für ihr späteres Leben weiterentwickeln, erleben Erfolge und befinden sich in einer geordneten Umgebung. Das alles wird durch das Ehrenamt in den Vereinen über die Mitgliedsbeiträge zu einem Preis geleistet, der nirgendwo anders so kalkuliert werden könnte. Für mich ist das Ehrenamt ein Goldschatz im gesellschaftlichen Zusammenleben und deshalb unentbehrlich.

Zur Wahl der Sportler des Jahres: Ab sofort arbeitet der SSV wieder eng mit den lokalen Medien zusammen, um die besten Sportler im Stadtgebiet sowie den Ortsteilen und Saerbeck zu ermitteln. Worin sehen Sie die Vorteile dieser Zusammenarbeit.

Jacobs: Warum soll man nicht etwas wiederaufleben lassen, was früher über viele Jahre hinweg prächtig funktioniert hat? Nein ernsthaft, ich denke beide Seiten profitieren von einer solchen Zusammenarbeit. Die Vorstandsmitglieder des SSV kennen sich in den Hintergründen der Grevener Sportlandschaft aus und sind vor allem mit vielen Sportlern und Funktionären in den Vereinen persönlich bekannt. Dies ist sicherlich ein Vorteil gegenüber den örtlichen Medien, die andererseits mit ihren Möglichkeiten Sport und Sportler zu angemessener Anerkennung ihrer Leistungen in professioneller Präsentation verhelfen können. Eine Verschmelzung dieser Stärken sollte am Ende zu einem sehr guten Ergebnis führen. Ich freue mich auf jeden Fall, dass der SSV den Weg zurück gefunden und die WN ihm wieder die Türen für eine gedeihliche Zusammenarbeit geöffnet haben. Der Weg, diese Zusammenarbeit weiterzuentwickeln, ist damit gegeben und auch daran werden wir im kommenden Jahr weiter arbeiten.

Welche Leistungen Grevener und Saerbecker Athleten haben Sie persönlich am meisten beeindruckt?

Jacobs: Es wäre falsch, von meiner Seite aus jemanden der nominierten Sportlerinnen und Sportler herauszuheben, da muss ich von meiner Funktion her neutral bleiben. Alle haben ihre Leistungen über das normale Maß hinaus erbracht und stehen somit verdient zur Wahl. Durch viele eigene Beobachtungen weiß ich, wie viel Trainingsfleiß, Zeit und auch Geld eingebracht werden muss, um Spitzenleistungen erreichen zu können. Alle, die am 22. Februar auf der Bühne stehen werden, haben das auf ihre Art bewiesen und somit sei von mir aus allen der Sieg gegönnt.

Welche Neuerungen wird es bei der Wahl zum Sportler, Sportlerin, Mannschaft und Trainer des Jahres geben?

Jacobs: Das von den WN gewählte Konzept der Ehrungen in den vergangenen Jahren hat sich bewährt und ist von Ausrichtern, Teilnehmern und Zuschauern anerkannt. Der Ablauf wird sich also nicht groß verändern, eventuelle Korrekturen, Ergänzungen oder Ausweitungen der Veranstaltung sollen wie gesagt im Verlauf des kommenden Jahres besprochen und abgestimmt werden. Ich glaube auch nicht, dass sich diesmal jemand über die Art der Abstimmung beschweren kann, denn sowohl in der gedruckten Zeitung, im Internet und in verschiedenen Unternehmen hatte wohl jeder in Greven Gelegenheit, sein Votum abzugeben. Zudem sind alle Mitgliedsvereine des SSV mit ausreichend Stimmzetteln ausgestattet worden, dies sollte für eine hohe Stimmenanzahl ausreichend sein und am Ende zu gerechten Ergebnissen führen.

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