Badminton: Final Four
Josche Zurwonne: „Irgendwie eine Stunde rausquetschen“

Lüdinghausen -

Im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft bekommt es Union Lüdinghausen am Samstag ab 16 Uhr in Willich mit Serienmeister BC Bischmisheim zu tun. Josche Zurwonne weiß, wie die Saarbrücker zu schlagen sind. Allerdings hat der Mann ein anderes Problem.

Mittwoch, 10.04.2019, 19:35 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 18:54 Uhr
Kann Meister: Josche Zurwonne. 2014 holte der Ur-Lüdinghauser mit Union den bis dato einzigen Mannschaftstitel.
Kann Meister: Josche Zurwonne. 2014 holte der Ur-Lüdinghauser mit Union den bis dato einzigen Mannschaftstitel. Foto: mast

Wenn einer weiß, wie man den 1. BC Bischmisheim – Halbfinalgegner von Union Lüdinghausen beim Final Four am Samstag ab 16 Uhr in Willich – schlägt, dann ja wohl Josche Zurwonne. Nicht nur war der 30-Jährige bei allen drei bisherigen Union-Siegen über den Dauer-Champion mit von der Partie. Er trainiert, lebt und studiert auch seit Jahren in Saarbrücken, kennt den Gegner also aus dem Effeff. Unser Redaktionsmitglied Florian Levenig hat mit dem Ur-Lüdinghauser nach dem Viertelfinalsieg in Beuel gesprochen.

Sie klingen ziemlich angeschlagen.

Zurwonne: Bin ich auch, eine schwere Erkältung. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ein Einsatz in Bonn überhaupt Sinn macht.

Können Sie am Wochenende überhaupt spielen?

Zurwonne: Abwarten. Es sind ja noch zwei Tage. Mal sehen, ob mir das Doppel am Dienstag nicht zusätzlich geschadet hat. Andererseits reden wir von einer Stunde Spielzeit am Samstag. Die muss ich irgendwie aus dem Körper quetschen.

Wären Sie lieber erst im Finale am Sonntag auf Bischmisheim getroffen?

Zurwonne: Schwer zu sagen. Ich denke, alle vier Mannschaften tun sich in diesem Jahr nicht viel. Klar sind die Bischmisheimer Favorit, aber sie werden Respekt vor uns haben. In einem Spiel – und in Bestform – ist alles möglich.

Sie sagen es: in Bestform. Aber zwei Mann, Nick Fransman und Sie, sind angeschlagen.

Zurwonne: Dafür ist das Momentum auf unserer Seite. Wir haben nach der ziemlich frustrierenden Rückrunde plötzlich die Chance, doch noch was Großes zu erreichen. Das hat man auch in Bonn gespürt. Kai Schäfer ist in überragender Verfassung, Roman Zirnwald war ebenfalls richtig gut. Und auf Yvonne Li ist eh immer Verlass.

Die Bilanz von Jelle Maas, der ja 2018 vor allem deshalb geholt wurde, um Bischmisheim näher auf die Pelle zu rücken, ist nicht ganz so prickelnd.

Zurwonne: Mag sein. Dennoch absolut kein Vorwurf an ihn. Er hatte unter anderem das Pech, dass er Leute wie Nick und mich, die nicht fit waren, mit durchschleppen musste. Dann war er selbst mal krank. Es gibt genug Spieler, die die Bundesliga für ein paar Euro mitnehmen und nicht durch übermäßiges Engagement auffallen. Jelle ist da ganz anders – ein absoluter Teamplayer und ein Riesentyp.

Trotzdem müssen die Doppel und das Mixed liefern am Samstagnachmittag.

Zurwonne: Klar, zumal das die Domäne der Bischmisheimer ist. Von den vier Duellen müssen wir mindestens eines gewinnen, besser zwei. Sonst wird das nichts.

Deprimierende Bilanz

Mitte der Nuller-Jahre begann in der Bundesliga die Vormachtstellung des 1. BC Bischmisheim, Gegner der Lüdinghauser im Halbfinale am Samstag, 16 Uhr, beim Final Four. Die Saarbrücker – angeschlossener Bundesstützpunkt, bei weitem höchster Etat – gewannen seither acht Mal die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (2006 bis 2010, 2015, 2016, und 2018). Union holte ein Mal den Titel (2014). Ein K.-o.-Duell gab es in all den Jahren nur ein Mal: 2016, im Finale, gewannen die Saarländer, daheim in der Jo-Deckarm-Halle, mit 4:2. Seit dem Aufstieg des Serienmeisters 2003 – ein Jahr nach den Steverstädtern – standen die Dauerrivalen einander insgesamt 33 Mal gegenüber. Die Bilanz ist aus Union-Sicht eher ernüchternd: Drei Spiele gewann Lüdinghausen (darunter beide im Meisterjahr), drei endeten mit einem Remis (gab’s damals noch in Liga eins) – und sagenhafte 27 Mal hieß der Sieger Bischmisheim.

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