Badminton: Mixed-Team-WM
Abstieg für Li, Schäfer und Efler ein Glücksfall?

Lüdinghausen -

Team Deutschland – darunter vier Lüdinghauser – spielt in Nanning/China nicht um den Titel, sondern „nur“ um die Plätze 13 und folgende. Klingt im ersten Moment blöd, ist aber mit Blick auf Tokio 2020 womöglich sogar von Vorteil.

Dienstag, 14.05.2019, 17:33 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 14:40 Uhr
Bei der Mixed-Team-WM ab Sonntag im Einsatz: die Unionisten Yvonne Li und Christoph Schnaase.
Bei der Mixed-Team-WM ab Sonntag im Einsatz: die Unionisten Yvonne Li und Christoph Schnaase. Foto: flo

Am Sonntag (19. Mai) beginnt im chinesischen Nanning die Badminton-Mixed-Team-Weltmeisterschaft, auch bekannt als „ Sudirman Cup “. Zu der Reisegruppe des nationalen Verbandes (DBV), die just am heutigen Mittwoch den Flieger gen Fernost besteigt, zählen auch vier Akteure des Erstligisten Lüdinghausen. Auf dem Court sollen es Kai Schäfer sowie die amtierenden Deutschen Meister Yvonne Li und Linda Efler richten, abseits des Parketts ist Christoph Schnaase in seiner Funktion als Bundestrainer gefordert.

Für den Union-Coach ist es in zweifacher Hinsicht eine Premiere: „Ich war noch nie in China. Außerdem ist es die erste Team-WM, der ich beiwohne.“ Gemeinsam mit Xu Yan Wang kümmert sich der Steverstädter in Nanning um die Einzel-Asse. Da Wang aus dem Gastgeberland stammt und auch Li des Chinesischen mächtig sei, „wird es zumindest keine Kommunikationsprobleme geben“, scherzt Schnaase.

Schwere Gegner

Umso schwieriger werde es rein sportlich in den drei Partien gegen Israel (Sonntag), Singapur (tags darauf) und Kanada (Mittwoch). Zwar starten die Deutschen – anders als in den Vorjahren – nicht in der Top-Gruppe, wo sich Turnierfavorit Japan, Titelverteidiger Südkorea, Rekordweltmeister China, Dänemark und andere Schwergewichte tummeln. Aber auch in der zweiten Division sei das Niveau enorm hoch, weiß Schnaase: „Gerade in den Einzeln sind alle drei Gegner stark besetzt.“ Sollten sich Li und Co. in diesem Viererfeld trotzdem durchsetzen, bekämen sie es anschließend mit dem Ersten der Parallelgruppe – die Niederländer um Unionist Jelle Maas, Frankreich, die USA oder Vietnam – zu tun.

Deutschland kann also bestenfalls 13. werden. „Na ja“, sei die erste Reaktion der Aktiven gewesen. Sich nicht mit den Allerbesten messen zu müssen, könnte sich mit Blick auf Olympia im Nachhinein indes als Glücksfall erweisen, erklärt der Bundestrainer: „Für jeden Sieg in Einzel, Doppel und Mixed gibt es in Nanning richtig viele Weltranglistenpunkte. So toll es ist, gegen China oder Dänemark zu spielen: Die Chance, in solchen Matches auch nur ein einziges Spiel zu gewinnen, wäre verschwindend gering.“

Alle drei Unionisten im Einsatz

Um jedem Einzelnen im Kader die Gelegenheit zu geben, ausgiebig für die Tokio-2020-Quali zu punkten, würden alle China-Reisenden – also auch die drei Lüdinghauser – kommende Woche eingesetzt, verspricht Schnaase.

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