Tischtennis: Senioren-EM in Budapest
Appetit auf weitere Medaillen

Epe -

Die Koffer sind gepackt, Jürgen Langer geht mal wieder auf Reisen. Aber ein bisschen Platz hat er in seinem Gepäck gelassen. Vielleicht für ein nettes Souvenir aus Budapest, am liebsten ein oder zwei Medaillen.

Freitag, 28.06.2019, 02:00 Uhr
Jürgen Langer steht wieder an der Platte. Ab Montag nimmt er an den Senioren-Europameisterschaften in Budapest teil. Der Eperaner rechnet sich besonders im Doppel zusammen mit seinem Bruder Horst Medaillenchancen aus.
Jürgen Langer steht wieder an der Platte. Ab Montag nimmt er an den Senioren-Europameisterschaften in Budapest teil. Der Eperaner rechnet sich besonders im Doppel zusammen mit seinem Bruder Horst Medaillenchancen aus. Foto: Thomas Strack

In der ungarischen Metropole finden ab Montag die Senioren-Europameisterschaften im Tischtennis statt. Der für den TTV Metelen spielende Altmeister, der in Epe wohnt, zählt besonders im Doppel in der AK 75, das er an der Seite seines älteren Bruders Horst (AK 80) bestreitet, zum Kreis der Titelaspiranten. Und der Appetit der Langer-Brüder auf weitere Medaillen ist groß.

Welt- und Europameisterschaften im Tischtennis finden im jährlichen Wechsel statt. Die Langer-Brüder sind fast regelmäßig dabei. Nur Verletzungen oder Krankheiten können sie stoppen. Letztes Jahr landeten sie im Glücksspielparadies Las Vegas einen Volltreffer, als sie bei der WM die Bronzemedaille gewannen. Unvergessen natürlich die WM 2010 in Hohot: Ausgerechnet im Tischtennis-Hotspot China schnappten sich Horst und Jürgen Langer vor neun Jahren die Goldmedaille.

Und jetzt Budapest. „Wir wollen den Titel im Doppel“, unterstreicht Jürgen Langer. Ein klares Bekenntnis. „Wir gehören sicherlich zum engeren Favoritenkreis.“

Die beiden in Las Vegas mit Gold und Silber dekorierten Doppel sind in Budapest nicht am Start. Aber Jürgen Langer weiß, dass die Konkurrenz groß ist. Viele rechnen sich etwas aus. Und bei einem Mammutturnier gibt es viele Unwägbarkeiten, die auch Favoriten ins Straucheln bringen können.

Noch größer ist das Teilnehmerfeld im Einzel. Der Eperaner rechnet mit über 150 Mitspielern in seiner Altersklasse. „Ich spiele in Gruppe 34“, sagt er, ohne genau zu wissen, wie viele 4er-Gruppen es insgesamt gibt. Das Weiterkommen bezeichnet er als Pflicht. „Das darf man nicht überbewerten. In den Gruppen sind auch Hobbyspieler dabei. Erst danach trennt sich die Spreu vom Weizen.“ Bislang hat Jürgen Langer die Gruppenphase bei einer EM immer überstanden. „Das soll auch so bleiben“, lacht er. Das Achtel-, besser das Viertelfinale möchte der 76-Jährige erreichen: „Und ab dem Halbfinale wird es richtig interessant.“

Aber Jürgen Langer steht lange genug an der Platte („Ich bin etwa im Alter von acht Jahren angefangen“), um zu wissen, dass bis zum Finaltag viel passieren kann: ein Tag, an dem alles aber vielleicht auch mal fast nichts gelingen will, Glück oder Pech bei den Auslosungen, Verletzungen, Netzroller, Kantenbälle . . .

In jedem Fall muss der Eperaner sein Spiel gegenüber den Punktspielen für die „Dritte“ des TTV Metelen umstellen. „Gegen jüngere Gegner in der Meisterschaft gehe ich eher auf Sicherheit, erlaube mir vergleichsweise wenig leichte Fehler, beschränke mich auf gezielte Konter“, charakterisiert er sein Spiel. „In Budapest gegen ähnlich erfahrene Spieler werde ich aktiver die Entscheidung suchen müssen.“ Wobei das für Jürgen Langer kein Problem sein sollte: „Von Haus aus bin ich ja eher ein Angriffsspieler.“

Die Form scheint zu stimmen. Bei der Deutschen Meisterschaft über Pfingsten gewann Jürgen Langer mit einem ihm bis dahin unbekannten Partner die Bronzemedaille im Doppel. Im Einzel überstand er die Gruppenphase schadlos, schaltete danach zwei im Ranking höher eingestufte Spieler aus, ehe er im Viertelfinale im fünften Satz mit 13:15 das Nachsehen hatte. „Das war richtig ärgerlich. Sonst wäre auch das Finale möglich gewesen“, so Langer.

Vielleicht hat er sich das für die EM aufgespart. Die Vorfreude ist groß, die Fitness passt. Nahezu täglich hat Jürgen Langer zuletzt seine Bahnen im Eper Bültenbad gezogen. „Bei Wind und Wetter, 30 Minuten lang. Damit die Kondition stimmt.“ Außerdem ging es neben dem Training in Essen und Mühlheim (Horst Langer wohnt in Essen) immer wieder in die Halle in Metelen an die Platte gegen höherklassige und jüngere Gegner. „Die musste ich zuletzt bei diesen hohen Temperaturen schon anrufen und überzeugen, sonst wäre niemand gekommen“, weiß Langer die Unterstützung durch seine Sportfreunde zu schätzen.

Nun lässt er, gut vorbereitet, in seinem Koffer ein wenig Platz. „Ein oder zwei Medaillen passen da immer noch rein.“

► Die ARD befasst sich in ihrer Sendung „Live nach Neun – Raus ins Leben“ mit den EM-Plänen der Langer-Brüder. Ein Fernsehteam besuchte sie beim Training in Metelen. Die Sendung beginnt am Freitag um 9.05 Uhr.

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