Ausprobiert: Autocross
Da rutscht nix – WN-Redakteur als Testpilot des MSC Herbern ungeeignet

Herbern -

Seit über 30 Jahren unfallfrei. Dank defensiver Fahrweise. Ganz toll. Im Straßenverkehr könnte sich unser Redakteur darauf was einbilden. Auf dem Autocross-Parcours des MSC Herbern in der Bauerschaft Arup wäre hingegen etwas mehr Risiko von Vorteil gewesen.

Freitag, 09.08.2019, 19:06 Uhr aktualisiert: 11.08.2019, 19:12 Uhr
MSC-Autocross-Pilot Marcel Schoppmann gräbt in der Bauerschaft Arup ein Mal den Parcours auf links. Der WN-Sportredakteur (kl. Bild) hat es mit einer eher defensiven Fahrweise probiert.
MSC-Autocross-Pilot Marcel Schoppmann gräbt in der Bauerschaft Arup ein Mal den Parcours auf links. Der WN-Sportredakteur (kl. Bild) hat es mit einer eher defensiven Fahrweise probiert. Foto: Jasper Mevenkamp

„Das Gaspedal wie ein rohes Ei behandeln“, „früh schalten“ und „immer mit der Dummheit der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen“, hat Papa immer gesagt. Wohlgemeinte Ratschläge, für die ich ihm auch wirklich dankbar und mit denen ich in den vergangenen 30 Jahren gut gefahren bin, wie man so sagt. Nur helfen sie mir gerade in Arup überhaupt nicht.

 

Der MSC Herbern, der an diesem Wochenende in der Bauerschaft nach zwei Jahren Pause wieder sein Autocross-Spektakel veranstaltet ( WN berichteten), hat mich zu einer Probefahrt eingeladen. Und was soll ich sagen: Die Gänge vier und fünf sind eher zur Deko da, das Gaspedal wird standardmäßig bis zum Bodenblech durchgetreten – und der einzige dumme Verkehrsteilnehmer weit und breit ist der WN-Redakteur.

Wie Boris Johnson bei Olympia

Mich in den präparierten Opel Corsa, 90 PS, knapp 100 Spitze, zu zwängen, ist die erste sportliche Herausforderung des Tages. Das Anlegen des Fünf-Punkt-Gurtes mag Vorschrift sein, trotzdem komme ich mir ein bisschen so vor (und sehe, abgesehen von der Haarpracht, wohl auch aus) wie Londons damaliger Bürgermeister Boris Johnson bei dessen missglückter Seilfahrt im Olympia-Park. Aber nun.

Die erste Runde auf dem Acker? Ausbaufähig. „Geht noch schneller“, ruft mir Marcel Schoppmann aufmunternd zu, ehe er sich selbst zu Demonstrationszwecken hinters Steuer setzt und den Motor aufheulen lässt. Schon beim Kavaliersstart spritzt das Erdreich zur Seite, anschließend gräbt der MSC-Mann bei knapp 6000 Umdrehungen je Minute ein Mal den Parcours zur Gänze um. Jetzt weiß ich also, wozu man die Schutzbrille überm Helm braucht.

Der Profi pflügt den Parcours um

Zweiter Versuch. „Sobald der Hintern in der Kurve wegrutscht, einen höheren Gang einlegen“, gibt mir der Profi noch mit auf den Weg. Bei mir rutscht leider immer noch nix. Es staubt auch nicht sonderlich auf. Dass ich den Wagen kaum über 50 km/h beschleunigt kriege, rede ich mir damit schön, dass der Kurs ja doch recht kurz ist. „Der Kurs zählt bundesweit übrigens zu den längsten“, korrigiert mich Jennifer Schoppmann. Na, schönen Dank.

Nett, wie sie ist, ergänzt die MSC-Pressewartin und Gelegenheitsfahrerin: „Das sah doch schon viel besser aus als beim ersten Umlauf.“ Und: „Das geht jedem so, der das erste Mal in so einem Spezialauto sitzt. Man fühlt sich eingeengt und will bloß nichts kaputtmachen.“ Bruder Marcel hatte zumindest so viel Mumm in den Knochen und Benzin im Blut, dass er sich als Jugendlicher beim Premierentraining gleich mal aufs Dach legte.

Obschon ich den Corsa nach meinen ungelenken Fahrversuchen gänzlich unbeschädigt an jene übergebe, die es deutlich besser können, denke ich mir: Macht wohl Laune. Und das Hintern-in-der-Kurve-Wegrutschen übe ich noch mal auf der Landstraße. Ist natürlich nur Spaß, Papa.

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