Serie: Mein erstes Mal
Träge bis zum Geht-nicht-mehr – WN-Redakteur beim Golfen

Herbern -

Beinahe hätte unser Lokalsportredakteur beim Golfen auf dem Kurs des GC Westerwinkel seine Bestimmung gefunden. Wäre nur nicht das Abschlagen so verflucht kompliziert.

Freitag, 30.08.2019, 18:32 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 16:36 Uhr
Und wieder ein erfolgreicher Putt aus – ähem – anderthalb Metern. Da bewegt sich nix.
Und wieder ein erfolgreicher Putt aus – ähem – anderthalb Metern. Da bewegt sich nix. Foto: Isabel Schütte

Nach Autocross (verheerend), Rudern (ausbaufähig) und Schießen (na ja) endet an dieser Stelle die kleine Serie von Sportarten, die unser Redakteur in seinem Leben unbedingt mal ausprobieren wollte. Und so sehr er in den vergangenen Wochen mit seinen bedingt tauglichen Versuchen zur allgemeinen Erheiterung beitragen durfte: Es könnte tatsächlich sein, dass er beim Golfen seine Bestimmung gefunden hat. Entscheidend dabei ist dieser Satz von Peter Kaczor , der erfolgreich für den GC Westerwinkel spielt und nebenher mehr oder weniger talentbefreiten Anfängern (mir) seine Passion nahezubringen versucht: „Unterhalb der Schultern bewegt sich nichts.“ Freizeitbeschäftigungen, die eine ans Faultierhafte grenzende Trägheit erfordern? Genau mein Ding!

Ruder-Trauma kommt einem in den Sinn

Leider gibt es da auch noch diesen anderen Satz: „Golfen ist nach Stabhochsprung die komplexeste Disziplin überhaupt.“ Sofort kommt mir mein Ruder-Trauma in den Sinn: An vier, fünf Sachen gleichzeitig denken. Ach herrje. Der vermeintliche Widerspruch ist keiner, da diese Sportart im Wesentlichen aus zwei Teilen besteht (beziehungsweise aus noch ein paar mehr, die Kaczor aber aus gutem Grund beim Schnuppertraining ausklammert: Die Leute sollen schließlich wiederkommen.). Teil eins: der Abschlag (Stabhochsprung), Teil zwei: das Lochspiel (nicht bewegen).

Den Ball mit meinem 7er-Eisen überhaupt zu treffen, erweist sich – wie von Kaczor prognostiziert – als Höchstschwierigkeit. Tee (diese kleine Abschlaghilfe), Kunstrasenhalme und andere Dinge fliegen wild durch die Gegend. Nur die kleine weiße Kugel rührt sich keinen Millimeter. Und tut sie es doch, landet sie trotz größter Kraftanstrengung und bei bemerkenswerter Streuung diesseits der 50-Meter-Grenze. Zum Vergleich: Tiger Woods und Co. prügeln das Spielgerät über 300 Meter weit.

Lochversuche gar nicht übel – aus ein, zwei Metern

„Weniger Kraft, mehr Gefühl“, rät Kaczor und treibt den Ball mit lockerem Schwung genau dorthin, wo er ihn haben will: mittig aufs Fairway, bereit für den Angriff aufs Grün mit nur zwei weiteren Schlägen (auf einer Par-5-Bahn). Gleich den ersten Putt über acht, neun Meter versenkt er lässig zum Birdie. „War so gar nicht geplant“, flunkert der Experte, um mich nicht zusätzlich zu demotivieren.

Und, was soll ich sagen: Es funktioniert! Reihenweise loche auch ich mit kaum zu übertreffender Bewegungsarmut ein. Okay, nicht aus acht, neun Metern, sondern aus ein, zwei (die Fotografin lacht sich kaputt). Aber hey, der Anfang ist gemacht. Nächstes Jahr dann: Stabhochspringen.

Richtung Volkssport

Es soll sie noch geben, jene alteingesessenen Clubs, in denen die Nase etwas höher getragen wird und Mitgliedschaften nach akademischem Grad und/oder Monatseinkommen vergeben werden. Namen nennt Peter Kaczor keine. Lieber verweist der Trainer darauf, dass sie beim GC Westerwinkel einen anderen Weg eingeschlagen haben. Richtung Volkssport. Das Golfen im Schatten des Wasserschlosses sei günstiger als andernorts. Auch sind Kleiderordnung und Etikette weiter gefasst. Wer ohne großen Anspruch seine Runden drehen wolle, sei ebenso willkommen wie ambitionierte Golfer. Zur zweiten Gattung zählt ohne Abstriche Kaczor selbst. Er ist Teil jener AK 65-Mannschaft der Herberner, die just die NRW-Vizemeisterschaft errungen hat und im September am Bundesfinale teilnimmt. An diesem Wochenende richtet der GC seine Clubmeisterschaft aus. Und an jedem Sonntag von 10.30 bis 12 Uhr bieten die Herberner ein kostenloses Schnuppertraining a.

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