Fahrsport: Weltmeisterschaften in Ungarn
Michael Bügener tritt als Titelverteidiger an

Epe -

Vor zwei Jahren überraschte der Eperaner Michael Bügener mit gleich zwei Weltmeistertiteln bei den Pony-Vierspännern. Jetzt stehen vom 25. bis zum 29. September im ungarischen Kisbér-Ászár erneut die Weltmeisterschaften an. Der Titelverteidiger ist motiviert, aber nicht der Favorit.

Samstag, 21.09.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 22.09.2019, 19:54 Uhr
Als zweifacher Titelverteidiger tritt Michael Bügener in der kommenden Woche bei der WM in Ungarn an. Favorit ist er dort nicht, aber an Ehrgeiz mangelt es bestimmt nicht.
Als zweifacher Titelverteidiger tritt Michael Bügener in der kommenden Woche bei der WM in Ungarn an. Favorit ist er dort nicht, aber an Ehrgeiz mangelt es bestimmt nicht. Foto: Angelika Hoof

„Ich bin dann mal weg“, verabschiedete sich Michael Bügener am Mittwochabend von Familie und Freunden. Mit seinem riesigen, blauen LKW machte sich der Eperaner samt seiner beiden Grooms ( Luisa Inholte und Marina Hollekamp), fünf Ponys und Kutsche auf den Weg in den Süden. Sein Ziel: Die Weltmeisterschaft für die Ponyfahrer aller Anspannungsarten, die vom 25. bis zum 29. September im ungarischen Kisbér-Ászár stattfindet. Mit über einhundert gemeldeten Fahrern aus 16 Nationen könnte dieses Ereignis die WM 2017 in Minden, bei der 98 Ponyfahrer am Start waren, toppen.

Bereits vor zwei Jahren vertrat der Eperaner die deutschen Farben bei der WM. Und wie! Eine gute Platzierung unter den Top fünf hatte er sich damals vorgenommen. Am Ende fuhr er mit seinem Vierergespann im Einzel und in der Mannschaft zum Sieg und kehrte überraschend als Doppelweltmeister nach Epe zurück.

Ob er seine Goldmedaillen in Ungarn verteidigen kann, wird sich vom 27. bis 29. September zeigen. Nachdem am kommenden Dienstag der tierärztliche Check absolviert wird, steht für die Vierspänner am Freitag zunächst die Dressur auf dem Programm, der am Samstag das Gelände- und am Sonntag das Hindernisfahren folgen.

Mit einer Prognose zu seinen Titelchancen hält sich der Eperaner eher zurück. „Natürlich möchte ich mit einer Platzierung nach Hause zu kommen, sonst könnte ich mir den ganzen Aufwand auch sparen. Dafür brauche ich aber drei richtig gute Tage, denn mit der Niederländerin Mareike Hammink, die seit der letzten WM unschlagbar zu sein scheint, wird eine heiße Kandidatin auf den Titel an den Start gehen“, weiß Bügener nur zu gut um die Qualitäten der Konkurrenz.

In der Dressur habe er sich verbessert. Zu seinen Stärken zählen nach wie vor das Gelände- und Hindernisfahren. „Ob es im Einzelfahren letztendlich reicht, werden wir sehen“, so der Eperaner, der mit Challenge Pacton und Zellemshoeve Monty im Vergleich zur letzten WM zwei neue Ponys mitnimmt. Positiv stimmt ihn die Tatsache, dass der deutschen Equipe beim Mannschaftsfahren der Vierspänner bislang mindestens immer eine Silbermedaille sicher war.

Neben Michael Bügener werden Steffen Brauchle (Stuttgart), Dieter Höfs (Walderstadt) und Sven Kneifel (Wunsdorf) für Deutschland bei den Vierspännern an den Start gehen, mit denen der Eperaner dieses Wochenende im Rahmen eines Trainingslehrgangs im österreichischen Karlstetten verbringt.

„Von hier aus geht es am Montag 240 Kilometer weiter nach Kisbér-Àszár. Welche beiden Fahrer neben dem Einzel auch noch für die Mannschaft starten, wird Bundestrainer Karl-Heinz Geiger wohl kurzfristig erst vor Ort entscheiden“, erklärt Michael Bügener, der sich neben allem sportlichen Ehrgeiz bei der WM aber auch auf gesellschaftliche Kontakte unter den Fahrern freuen darf. So ist für kommenden Montag ein Freundschafts-Fußballspiel vorgesehen. Am Dienstagabend folgt ein Nationenabend mit Snacks und Getränken aus den Teilnehmerländern. Mit einem rauschenden Fahrerball werden die Feierlichkeiten am Samstagabend nächster Woche ausklingen.

Die Kosten, die den Fahrern für die Teilnahme entstehen, müssen sie mehr oder weniger selbst tragen. „Fahrsport ist mit Reitsport überhaupt nicht zu vergleichen. Während im Reitsport bei den Springen stolze Siegprämien fließen, werden die Fahrer, überspitzt gesagt, mit einer schicken Schleife nach Hause geschickt“, bestätigt der Geschäftsführer des RZFV Epe, Hermann-Josef Terfort. „Der Verband übernimmt bei der Expedition zur Weltmeisterschaft zwar die Kosten für das Trainingslager, die Unterbringung der Pferde, die Mautgebühr und die Startgelder, der Rest ist unser Hobby“, so Bügener.

Der finanzielle Aspekt ist daher ein Grund dafür, dass Michael Bügener ab dem kommenden Jahr mit dem Turniersport auf internationaler Ebene kürzer treten möchte. „Ein anderer Grund ist die fehlende Zeit. Ich besitze insgesamt 15 Ponys, die täglich gefahren und trainiert werden müssen. Mit meiner Lebensgefährtin Luisa Inholte, die zum Glück ja selbst noch Fahrsport betreibt, unserer Tochter und meiner Arbeit als staatlich geprüfter Hufschmied ist das irgendwann alles zeitlich nicht mehr zu meistern“, erläutert der 29-Jährige, der sich daher ab dem 1. Januar 2020 auch wieder dem RZFV Epe anschließen wird.

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