Sportlerwahl: Kandidaten vorgestellt
Aus wenig immer viel gemacht

Greven -

Der Staffelleiter besitzt offenbar ein Näschen für große Gefühle. Wie sonst ist zu erklären, dass er BG Gimbte für den 24. Mai ein Heimspiel spendiert hat? Wenn Dragan Grujic also nach acht Jahren Tschüss sagt, bekommt er am letzten Spieltag mutmaßlich die Extraportion Emotion serviert. Und falls es einen Fußballgott gibt, müsste der zur Feier des Tages eigentlich einen ausgeben – und Grujic zum Abschied doch noch den Aufstieg schenken. Nun gestaltet sich diese Angelegenheit nach menschlichem Ermessen schwierig bis aussichtslos, zur Winterpause hat Blau-Gelb elf Punkte Rückstand auf Tabellenführer FC Gievenbeck III und acht auf den Zweiten FC Mecklenbeck. Doch erstens verwöhnt uns der Fußball ja immer mal mit ein bisschen Kitsch – und zweitens ist fest davon auszugehen, dass seine Teamkollegen ihrem Coach das bestmögliche Finale bescheren wollen.

Mittwoch, 15.01.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 19.01.2020, 15:32 Uhr
Dragan Grujic ist bei BG Gimbte stets mit Herzblut bei der Sache. Daran dürfte sich auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. Danach hört Grujic in Gimte auf.
Dragan Grujic ist bei BG Gimbte stets mit Herzblut bei der Sache. Daran dürfte sich auch bis zum Ende der Saison nichts ändern. Danach hört Grujic in Gimte auf. Foto: Alex Piccin

Vier Jahre als Kicker, weitere vier als Spielertrainer – sowas bringt man einfach nicht halbherzig zu Ende. „Wir haben zusammen so viele fantastische Dinge erlebt“, resümiert Grujic . „Das hat mich immer wieder bestätigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.“ Obschon es auch Momente gab, in denen ihn dieses Gefühl kurzzeitig verließ: Im Frühling 2017 träumte Gimbte erstmals von der Kreisliga A – beim Relegationsdrama in Amelsbüren verpassten sie den großen Coup. Ziemlich genau ein Jahr später, das gleiche Kapitel – nur dass ihnen diesmal in Beelen das Konfetti um die Ohren geschossen wurde. Wieder vergeigt. Mit reichlich Abstand kann Grujic gleichwohl konstatieren: „Wir haben aus wenig viel gemacht.“ Als er 2015 übernahm, krebste der Klub in den B-Liga-Niederungen rum. Die Mannschaft hat sich seither kaum verändert – und genau das ist es wohl, was die Grujic-Zeit so unvergesslich macht. Während anderswo Spieler und Funktionäre kamen und gingen, während die Spezies des Laptop-Trainers die Kreisliga für sich entdeckte, spielten sie in der Schlage einfach Fußball. 700 Leute kamen mal zum Derby gegen die DJK – sowas hatte selbst Grujic noch nie erlebt. Dabei ist er ganz schön rumgekommen durch seinen Lieblingssport: als Steppke beim VfL Osnabrück und Greven 09, später Preußen Münster, Emsdetten 05, Eintracht Rheine, Preußen Borghorst, 1. FC Nordwalde – bis zur Oberliga, für noch mehr fehlte es dem spielintelligenten wie technisch starken Zehner etwas an Schnelligkeit. Wenn er heute Bilanz zieht, hat Grujic gleichwohl nicht den Eindruck, viel verpasst zu haben: „Was wirklich zählt, sind die Kontakte, die ich im Laufe der Jahre geknüpft habe.“ Mit Julian Lüttmann, der mit Grujic in Preußens Bundesliga-A-Jugend kickte und Profi wurde, verbindet ihn eine Freundschaft fürs Leben. Und in Gimbte? Kennt jeder „den Dragan“, seine Frau und die beiden Kids.

Die Eltern haben im Dorf sogar jüngst ein Restaurant übernommen – öfter hilft er, neben dem Fulltime-Job als Disponent, dort aus. So recht weiß Dragan Grujic, dann 39 Jahre alt, noch nicht, was der Fußball noch mit ihm vorhat ab Sommer. Was er aber sicher weiß: „Gimbte und ich – das passte wie Arsch auf Eimer!“

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