Eckermanns doppelter Husarenritt
Amazone vom Gut Berl hängt John Whitaker und den eigenen Chef ab

Münster -

Lange durfte die „Reitsport-Legende“ John Whitaker an den Sieg in der Großen Tour vor dem münsterischen Schloss denken, doch dann fuhr dem 57-Jährigen aus dem englischen Huddersfield die sympathische Amazone Katrin Eckermann von Gut Berl in die Parade: Mit dem grundschnellen Nabab de Revel luchste die 23-Jährige dem international so renommierten Briten den mit Lord of Arabia schon sicher geglaubten Erfolg noch ab. Fehlerfrei und sieben Zehntelsekunden schneller war Katrin Eckermann über die anspruchsvoll gebauten 14 Sprünge im Parcours unterwegs und feierte damit schon ihren zweiten Tagessieg.

Samstag, 20.07.2013, 11:07 Uhr

John Whitaker und Lord of Arabia waren fehlerfrei unterwegs, mussten aber einer Dame den Vortritt lassen. Katrin Eckermann.
John Whitaker und Lord of Arabia waren fehlerfrei unterwegs, mussten aber einer Dame den Vortritt lassen. Katrin Eckermann. Foto: Jürgen Peperhowe

Mit Olivia de la Sweet hatte sie zuvor auch schon die Qualifikation zur mittleren Tour gewonnen. „Zwei Siege beim Heimturnier: Das ist schon toll, oder?“ fragte sie lächelnd. „Er hat‘s mit aber auch einfach gemacht“, richtete sie ein Extra-Lob an ihren Neunjährigen.

Genug ist‘s freilich noch lange nicht. Mit Firth of Lown und Coronas hat sie noch zwei weitere heiße Eisen im Feuer, mit denen sie an den beiden verbleibenden Turniertagen heute und morgen weiter für Furore sorgen will.

„Ihr Sieg ist okay. Sie war halt schneller“, grübelte John Whitacker nicht lange über den verpassten Erfolg nach. Dafür hat der Routinier einfach schon zu viele internationale Meriten im Laufe seiner langen Karriere gesammelt. Trotzdem hatte der Brite mit seinem zweiten Pferd Maximillian unmittelbar nach Eckermann als vorletzter Reiter zum Konter angesetzt. Zu viel gewagt: Am dritten Hindernis probte der Zwölfjährige eine Volte, warf am vierten die erste Stange. Vorbei. Danach gab‘s nur noch eine Trainingsrunde.

„Es ist in Ordnung so. Zu viel Risiko“, nahm Whitaker das Missgeschick auf seine eigene Schulter und orderte erst einmal ein Bier am Erfrischungsstand. So viel Zeit musste nach dem hochsommerlichen Kraftakt im Parcours sein.

Die Große Tour avancierte gestern zum ersten Höhepunkt im Springparcours. Zehn der 28 gestarteten Paare blieben fehlerfrei. Mit Abstand schnellste waren der deutsche Meister von 2009, Philipp Weishaupt vom Stall Beerbaum (ZRFV Riesenbeck ) mit Leoville. Die 57,9 Sekunden des als zweiten gestarteten Reiters unterbot hernach keiner. Die vier Fehlerpunkte bedeuteten aber ebenfalls das schnelle Aus.

Dritter wurde gestern Markus Renzel (RFV Alt-Marl) mit Cornetto, auf Platz vier kam Lars Nieberg mit Leonie – mithin Katrin Eckermanns Stallchef auf Gut Berl ( Albersloh ). Spötter meinten hernach, ihr Lächeln sei angesichts dieser Konstellation noch ein wenig fröhlicher ausgefallen.

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