Viele Kenianer, ein Betrüger und der 920-Kilometer-Mann
Was bisher geschah

Der Volksbank-Münster-Marathon im Schnelldurchlauf

Dienstag, 04.09.2012, 10:09 Uhr

Viele Kenianer, ein Betrüger und der 920-Kilometer-Mann : Was bisher geschah
Den Premierenstartschuss feuerte im September 2002 Münsters damaliger OB Dr. Berthold Tillmann ab. Foto: ah

2002: Die Premiere. 5000 Läufer, 4030 Finisher . Fantastische Zahlen, die später zwar nie wieder ganz erreicht werden, dem Volksbank Münster Marathon aber auf Anhieb einen Top-Ten-Platz deutschlandweit bescheren. Gefeierte Sieger sind nicht nur Janina Malska und Janusz Sarnicki (beide Polen), sondern auch Maria Marschner, die in der Domstadt einen neuen Weltrekord für Gehörlose (3:06:33 Stunden) aufstellt.

2003: Zweite Auflage, erste Änderungen. Eine neue Laufstrecke gibt‘s. Damit nur ja keiner die Orientierung verliert, wird erstmals in Münster die blaue Ideallinie aufgetragen. Ein eigenes Kultevent, das bis heute Bestand hat. Malska siegt zum zweiten Mal. Bei den Männern triumphiert ein weiterer Pole, Tomasz Chawawko.

2004: Die Kenianer kommen. Und wie. Simon Lopuyet drückt Janusz Sarnickis Streckenrekord um sagenhafte sechseinhalb Minuten auf nunmehr 2:18:40 Stunden. Inzwischen ist die Erfolgsserie der Schwarzafrikaner beim Münster-Marathon fast so lang wie die blaue Linie. Noch aber ist Polen nicht verloren, schnellste Frau wird Ewa Fliegert. Ebenfalls Sieger: die Gerechtigkeit. Ein Betrüger kürzt ab, lässt sich zunächst als Gesamtdritter feiern, wird aber kurz darauf von der Staatsmacht überführt.

2005: Wieder was Neues: Der Münster-Marathon zieht übers Land. „MüMa on Tour“ heißt das (kostenfreie) Angebot der Veranstalter, an den Wochenenden lange Vorbereitungsläufe fachkundig zu begleiten. Inzwischen machen 14 Vereine und Läufertreffs aus der Region mit. Gleich zwei neue Bestzeiten. Schnellster Mann ist – wie immer – ein Kenianer, Francis Kiprop (2:14:17), schnellste Frau zum ersten und bis heute einzigen Mal eine Westeuropäerin, die Italienerin Romina Sedoni (2:38:53).

2006: Der Staffellauf feiert Premiere. 443 Teams, deren Läufer sich (fürs Erste) mit etwas über zehn Kilometern begnügen, sind dabei. Inzwischen ist der Teamwettbewerb populärer denn je: 1000 Staffeln dürfen starten, im Januar ist das Feld dicht. Die Siegerpokale gehen an Maru Shadrak und Olena Samko (Ukraine).

2007: Ein Wie-der­holungstäter (Francis Kiprop), und zwei Debütanten (Nienberge, Dr. Ralf Schomaker). Der Kenianer nimmt abermals nach 2005 Mal den Siegerscheck in Empfang (schnellste Frau: die Polin Krystyna Kuta), der Ortsteil im Nordwesten wird zum ersten Mal passiert. Dr. Schomaker (Zentrum für Sportmedizin) und Kollegen treten fortan als radelnde Notärzte in die Pedale.

2008: Früh übt sich: Die Sechs- bis 13-Jährigen versuchen sich ab sofort am Kids-Marathon (1,5 Kilometer) und lassen sich – wie die Großen – in Münsters guter Stube feiern. Noch ein Novum (und wieder so eine Erfolgsstory): der Studenten-Cup. 2012 schnüren 160 Studis die Laufschuhe. Bei deutschen Hochschulmeisterschaften waren es zuletzt gerade mal um die 40. Richard Ngolepus und die Polin Joanna Chmiel-Gront sind nicht zu schlagen.

2009: Ganz oben auf dem Siegertreppchen sind die Kenianer (Richard Chepkwony/Ecler Loywapet) erstmals unter sich. Beide in Rekordzeit (2:12:02/2:37:06).

2010: Das große Marathon-Jubiläum. Ziemlich genau 2500 Jahre nach der Ankunft des bedauernswerten Boten Pheidippides in Athen erreichen Patrick Muriuki und Volha Salevich den Prinzipalmarkt. Sie erfreuen sich – anders als der alte Grieche – im Ziel nicht nur allerbester Gesundheit, sondern stellen auch noch zwei Bestmarken auf, die bis heute Bestand haben. Der Kenianer schafft die 42,195 Kilometer in 2:10:25 Stunden. Die Zeit der Weißrussin: 2:34:58 Stunden.

2011: Auflage Nummer zehn. Der Wettergott ist kein Marathoni, vielen Läufern setzen die Temperaturen zu. Zum Glück geben die Mediziner alles. Für Stefan Petermann indes ist der Marathon ein Klacks. Die 920 Kilometer zwischen seiner Wahlheimat, der Schweiz, und seinem Geburtsort legt der Münsteraner ebenfalls im Laufschritt zurück. Elija Kipkemoi und Svetlana Kouhan (Weißrussland) heißen die Sieger.

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