DZ Hyp Studenten-Cup: Mehr Teilnehmer als bei Deutschen Hochschulmeisterschaften
Schnelle Studierende

Münster -

Eine Erfolgsgeschichte schreibt der Volksbank-Münster-Marathon etwas abseits des eigentlichen Programms: Beim DZ Hyp Studenten-Cup mit nun schon 230 Studierenden in der Wertung beziehungsweise in der Anmeldung ist die Rekordzahl des vergangenen Jahres erneut eingestellt worden. „Damit ist der Lauf der in Deutschland größte Studentenlauf mit eigener Wertung über die Marathondistanz“, freute sich Chef-Organisator Michael Brinkmann.

Donnerstag, 06.09.2018, 14:27 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 11:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 06.09.2018, 14:27 Uhr
Sie Schnellsten der Studentenwertung des vergangenen Jahres (v. l.): David Schönherr, Pia Kleine Vorholt, Friederike Poppenborg, Sascha Weber und Michael Brinkmann (Marathon-Vorsitzender).
Sie Schnellsten der Studentenwertung des vergangenen Jahres (v. l.): David Schönherr, Pia Kleine Vorholt, Friederike Poppenborg, Sascha Weber und Michael Brinkmann (Marathon-Vorsitzender). Foto: Beckgerd

Dabei unterliegen die Studierenden einer gesonderten Wertung und ermitteln die besten drei Studentinnen und Studenten. Bemerkenswert: Die offiziellen Deutschen Hochschulmeisterschaften im Marathon fanden am 6. Mai in Mainz statt. Insgesamt gab es dazu sechs Anmeldungen, von denen vier Studierende das Ziel erreichten“, berichtete Brinkmann und folgerte daraus: „Intern bezeichnen viele schon den DZ HYP-Studenten-Cup in Münster als Deutsche Hochschulmeisterschaft im Marathon. Leider ist eine Zusammenarbeit mit den Hochschulen nur an dem aufwendigen Anmeldeprozedere, das die Hochschulen vorsehen, gescheitert. Wir unternehmen einen neuen Anlauf für 2019“, versprach Brinkmann.

Lange laufen - lange leiden

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  • Strapazen, Schmerzen und die reine Glückseligkeit

    Elf Marathonläufe hat David Schönherr bereits hinter sich, den zwölften läuft der schnelle Ausdauersportler von den Laufsportfreunden Münster im Herbst in Berlin – und nicht in seiner Heimatstadt. Hier war er bereits drei Mal über die 42,195 Kilometer lange Distanz unterwegs und kennt die Strecke – auch aus zahlreichen Trainingsläufen – wie seine Westentasche. Der 29-Jährige hat seine Sicht auf die Dinge und erklärt, was abgeht auf den Leidenswegen zwischen Münsters Innenstadt, Gievenbeck, Nienberge und Roxel. 

    Foto: Oliver Werner
  • Start

    Hunderte gehen schrittweise vor – bis sie die Startlinie sehen können, sind die ersten schon mit zwei Kilometern Vorsprung weit weg. „Irgendwie zwischen Vorfreude, Kribbeln und Zweifel“ befindet sich David Schönherr. Zweifel, ob das Training, die 30-Kilometer-Läufe zuvor, ausgereicht hat. „Der Start ist die Belohnung für die Mühen“, sagt er.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Km 5: Suchen

    Cool bleiben: „Keine Panik, das wird schon.“ Die Läufer suchen und finden ihren Rhythmus. Müssen sie auch. Vielleicht ist das Anfangstempo ein wenig zu schnell? Schönherr (Foto): „Man muss in den Lauf reinfinden.“ Und in sich hineinhorchen: „Sind die Beine gut?“ Na dann, weiter geht es.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Km 10: Fühlen

    Wie fühlt sich der Lauf an? Gute Marathonis wissen das jetzt schon. „Man darf nicht überzocken, auch wenn die Zuschauer in der Altstadt  die Läufer nach vorn peitschen. In der Promenade läuft’s sich gut. „Nur jetzt kein Pulver verschießen!“

    Foto: colourbox.com
  • Km 15: Essen nicht vergessen

    Alte Marathon-Weisheit: „Wenn man jetzt was merkt, ist es schon zu spät.“ Die Läufer beobachten nun die kleinsten Körperreaktionen. „Um Himmels willen: jetzt bloß nicht Essen und Trinken vergessen.“ Die Energie-Gels schmecken zwar fürchterlich süß, helfen aber      gegen den Hungerast und sind gut für die Psyche: „Man fühlt sich fitter mit dem ganzen Zeug.“ Also rein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Km 21: Die Hälfte

    Die Hälfte ist geschafft – oder ist es erst die Hälfte? Auf jeden Fall ist die Halbmarathon-Marke kurz vor Nienberge eine psychologische. Bis jetzt sollte man getrödelt haben, Tempo kann man noch aufnehmen, jedenfalls wenn sich der Körper immer noch „fluffig“ anfühlt. Man läuft den Marathon ja auch im aeroben Bereich – anders wäre nicht unbedingt ratsam.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Km 25: Einsamkeit

    Jetzt wird’s einsam, zwischen Haus Vögeding und Twerenfeldweg geht es etwas bergauf – und es droht zugleich ein mentales Loch. „Bin ich noch in der Zeit, die ich mir vorgenommen habe? Aber man freut sich auf Roxel. Da geht die Party wieder richtig ab.“ Bis dahin ist es extrem hart – „man hat noch so viele Kilometer vor sich. Für den Kopf ist das  wirklich nicht so vorteilhaft.“

    Foto: Oliver Werner
  • Km 30: Jetzt mal ordentlich Gas geben

    Die Läufer sind schon fast aus Roxel raus, „da entscheidet sich: Wird es ein guter Marathon?“ – denn der „fängt jetzt erst richtig an“. Über die Roxeler Straße geht es leicht bergab. „Wenn man sich die Kraft gut eingeteilt hat, kommt man ins Rollen“ – und zwar noch ehe der „Mann mit dem Hammer“ hinter der nächsten Kurve lauert.

    Foto: Sven Rapreger
  • Km 35: Der Hammermann von Gievenbeck

    Und da ist er schon, der Hammermann. Beim Münster-Marathon schlägt er oft in Gievenbeck zu. Wie hart er einen trifft, liegt auch an der Vorbereitung. Der Kerl trifft einen mit der vollen Breitseite. Das tut jetzt richtig weh. 80 Prozent aller Läufer haben hier die größten Zweifel, jeder Schritt schmerzt. Immer noch sind es sieben Kilometer bis zum Ziel, aber ab Kilometer 38 wird die Rest-Distanz überschaubar: „Noch vier, das geht eigentlich immer.“

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Km 40: Hart, härter

    Jetzt wird’s körperlich richtig hart: „Phänomen letzte Meile“ nennt man den Teil der Strecke, an dem das Ziel doch schon zum Greifen nah ist. Trotz der Schmerzen: Man freut sich auf die Liebsten, die jetzt irgendwo am Streckenrand stehen und jubeln. Und wenn man vorher noch gefragt hat, warum, weiß man nun: genau darum!

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Km 41: Geschafft

    Auf dem roten Teppich kurz vor der Ziellinie neigt man zum Endspurt. „Aber auf dem Kopfsteinpflaster geht das nicht wirklich – die Muskelfasern sind eh schon zerstört.“ Egal: Das Ziel ist pures Glück, die Emotionen überwältigen die Fi­nisher. Neulinge fühlen sich als Helden – die Frage ist nur: „Wer trägt mich denn nun heim?“

    Foto: Oliver Werner
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