Volksbank-Münster-Marathon
Fünf Frauen wollen Qualifikationsnorm für Tokio 2020 knacken

Münster -

Mit dem neuen Streckenrekord im vergangenen Jahr hat Justus Kiprotich aus Kenia eine neue Ära beim Volksbank-Münster-Marathon eingeläutet. Er ist der erste Marathonläufer, der die Schallmauer von 2:10 Stunden in Münster unterboten hat. 

Dienstag, 03.09.2019, 09:38 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 15:51 Uhr
Pacemaker Roger Koenigs weiß, wie man Siegerinnen ins Ziel bringt, 2016 war der Belgier mit Elizabeth Rumokol unterwegs. Beim 18. Marathon soll er den Olympia-Kandidatinnen zum Erfolg verhelfen.
Pacemaker Roger Koenigs weiß, wie man Siegerinnen ins Ziel bringt, 2016 war der Belgier mit Elizabeth Rumokol unterwegs. Beim 18. Marathon soll er den Olympia-Kandidatinnen zum Erfolg verhelfen. Foto: pp

Bei den Frauen ist der Streckenrekord mittlerweile fünf Jahre alt – Eleni Gebrehiowot hat seinerzeit die Marke von 2:29:12 Stunden gesetzt, eine Zeit, die deutschen Läuferinnen die Qualifikation für die Olympischen Spielen ermöglichen würde. „In diesem Jahr greifen sieben ostafrikanische Eliteläufer den Streckenrekord an, der allerdings aufgrund der bisherigen Bestzeiten ambitioniert erscheint“, betonte Michael Brinkmann vom Münster Marathon e. V. Die schnellste Vorlaufzeit hat demnach Edwin Kirwa mit einer Bestzeit von 2:11:11 Stunden.

Bei den Elite-Frauen ist „Frauen-Power“ angesagt. Die schnellste Vorlaufzeit hat derzeit Chaltu Negasa aus Äthiopien mit 2:32:51 Stunden. Um den Sieg – nicht unbedingt um den Streckenrekord – kämpfen auch die Japanerinnen Yumiko Kino­shita und Yoshiko Sakamoto, die vor drei Jahren in Münster schon dabei waren.

Ein Hauch von Olympia in Münster

Seit 2012 ist der Detmolder Elias Sansar immer wieder beim Volksbank-Münster-Marathon gemeldet. Mehr als fünf Mal konnte er bereits das Extra-Preisgeld von 2000 Euro für den schnellsten deutschen Läufer mitnehmen. Seine Bestzeit in Münster liegt bei 2:23 Stunden, womit es sogar in der Gesamtwertung aller rund 2200 Teilnehmer unter den Top 10 reicht. Auch in diesem Jahr ist der Ausdauersportler der LG Detmold/Lage wieder angemeldet.

Die besten Bilder vom Münster-Marathon 2018

1/20
  • Der Startschuss für den Marathon fiel am Sonntagmorgen um 9.15 Uhr. Der spätere Sieger Justus Kiprotich (im orangenen Trikot) war von Anfang an vorne mit dabei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die 42,195 Kilometer führten vom Schlossplatz durch die Innenstadt und Münsters Westen bis zurück zum Zieleinlauf am Prinzipalmarkt.

    Foto: Claus Röttig
  • Entlang der Wegstrecke fanden sich zahlreiche Unterstützer. Manche haben sich ungewöhnliche Aktionen einfallen lassen, wie diese Gruppe, die ihre Hometrainer nach draußen verlagert haben.

    Foto: Claus Röttig
  • Natürlich gab es auch familiäre Unterstützung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Viele Helfer versorgten die Läufer mit Getränken und gesunden Snacks,...

    Foto: Annegret Lingemann
  • ...die dankend angenommen wurden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Motivation schöpfte mancher Läufer aus einem ungewöhnlichen Outfit.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Strecke wurde durch viele bunte Dekoration aufgefrischt.

    Foto: Claus Röttig
  • Und wie auf jeder großen Sportveranstaltung fehlten auch die Cheerleader nicht.

    Foto: Claus Röttig
  • Besondere „Zaungäste“ warteten beim Zieleinlauf am Prinzipalmarkt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Nach den rund 42 Kilometern war bei vielen die Luft raus. 50 Teilnehmer mussten medizinisch versorgt werden. Ansonsten verlief die Veranstaltung aus Sicht der Hilfsorganisationen erfreulich ruhig.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Für gute Laune sorgten auch Künstler in bunten Kostümen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Als schnellste Frau lief Sheila Rono aus Kenia ins Ziel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die glücklichen Sieger. Aber nicht nur die beiden durften sich über eine Medaille freuen. Alle Teilnehmer, die es bis ins Ziel geschafft haben, bekamen eine Sammler-Medaille.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Detmolder Elias Sansar lief schon zum sechsten Mal als schnellster Deutscher beim Münster-Marathon ins Ziel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch die Läufer von Westfalenfleiß waren wieder mit dabei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die wohlverdiente Abkühlung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwechslung bei den Getränken gab es nach der Anstrengung. Natürlich alkoholfrei.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Nachwuchsläufer testen die Strecke. Vielleicht sehen wir sie ja in ein paar Jahren ihren ersten Marathon zurücklegen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Ein weiterer schneller Deutscher kommt aus Münster: David Schönherr, der sich sehr für den Volksbank-Münster-Marathon einsetzt und sogar eine Patenschaft übernommen hat. Der Physiotherapeut, der auch als Lauftrainer unterwegs ist, wurde in diesem Jahr in London mit 2:29:23 Stunden Zweiter im deutschen Feld. Im vergangenen Jahr wurde er siebtbester Deutscher beim Berlin Marathon in 2:27 Stunden und erreichte Platz zwei beim Duisburg-Marathon.

Zu den deutschen Topläufern gehört in Münster auch Raoul Jankowski aus Hannover. Der Sieger der Deutschen Hochschulmeisterschaft im Halbmarathon der vergangenen beiden Jahre wurde und im Vorjahr zweitschnellster Deutscher beim Volksbank-Münster-Marathon.

Bei den Frauen startet in diesem Jahr erstmalig Mikki Heiß aus Iffeldorf aus Weilheim-Schongau. Die 44-Jährige rannte den Marathon in Düsseldorf sogar noch in 2:48:10 Stunden, was einer Kilometerzeit von 3:59 Minuten bzw. einem Tempo von 15,05 ­­ km/h entspricht. Nicht nur in ihrer Altersklasse, sondern sogar in der Gesamtwertung hat sie gute Aussichten auf einen Platz in den Prämienrängen für die schnellsten Deutschen Athletinnen.

Frauenpower ist aber auch angesagt für fünf Läuferinnen, die über die Quotenregelung nur eine Olympia-Norm (2020 in Tokio) von 2:40 Stunden über die Marathondistanz unterbieten müssen. –

Die Olympia-Norm-Aspiranten im Kurzporträt:

Yolimar Elizabeth Medin Pineda aus Venezuela wird direkt aus der Höhe anreisen und bereitet sich bereits in Denver, Colorado seit 1,5 Monaten vor. Die längeren Einheiten sind fast abgeschlossen, jetzt wird sie noch ein wenig Tempotraining hinzunehmen.

Idelma Lizeth Delgado aus El Salvador „ist superglücklich und bedankt sich für die Möglichkeit, in Münster zu laufen, sowie bei ihrem Betreuer und bei allen, die sie in ihrem Vorhaben, einmal an Olympia teilzunehmen, unterstützen“, brachte Brinkmann in Erfahrung. Sie trainiert aktuell in El Salvador und fährt nur gelegentlich an den Wochenenden auf einen Berg für lange Läufe, ansonsten trainiert sie sogar eher unter erschwerten Bedingungen und bei Hitze.

Meryem Kilinc Gündogdu aus der Türkei trainiert in Ankara in Parks und nutzt die Infrastruktur von Schulen und dem Unicampus für Gymnastik und Tempotraining. Die Sportlehrerin trainiert mit dem Marokkaner Khalid Azzaloualidine, der seit vielen Jahren in der Türkei lebt.

Faviola Sarai Perez Igari aus Mexiko trainiert in Toluca, wo sie auch wohnt, ist also dauerhaft in einer der höchsten Städte der Welt auf 2800 Metern Seehöhe.

Belgica Sofia Duque aus Venezuela „freut sich natürlich über die Zulassung in Münster und will wissen, ob sie mit 35 Jahren vielleicht sogar ins Nationalteam rückt“, schilderte Brinkmann. Bisher stand sie in Venezuela im Schatten von Yolimar, beide kennen sich aber gut.

Volker Goineau und Roger Königs aus Belgien sind als Pacemaker mit der fünfköpfigen Frauengruppe unterwegs, um das Tempo zu managen. Brinkmann: „Nun fehlt nur noch die Unterstützung des Publikums am Rand der Strecke.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6897226?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F973844%2F1074159%2F
Vorfreude auf den Demo-Tag
Selmar Ibrahimovic, hat die Demo in Warendorf mitorganisiert.
Nachrichten-Ticker