13. Sparkassen-Münsterland-Giro
Das Spektakel mit Volksfeststimmung

Münster -

4404 Teilnehmer und Tausende Menschen, die die Strecke säumten: Der 13. Sparkassen-Münsterland-Giro brachte Tour-de-France-Flair mitten ins Münsterland. Ein Stimmungsbericht.

Mittwoch, 03.10.2018, 16:50 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.10.2018, 15:38 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 03.10.2018, 16:50 Uhr
13. Sparkassen-Münsterland-Giro: Das Spektakel mit Volksfeststimmung
Foto: Jürgen Peperhowe

Am Dienstag noch hingen dunkle Wolken über Münster. Der Blick auf die Wetter-App zauberte Chef-Organisator Rainer Bergmann denn doch ein Lächeln auf die Lippen. Vorübergehend. Auch Vorhersagen können irren. Die Nacht auf Mittwoch war dementsprechend eine gebrauchte. Und so wirkte Bergmann am Morgen vor dem ersten Start der Jedermänner müde, aber voller Tatendrang. Und beim Blick gen Himmel strahlte er wieder. Die Sonne zeigte sich, 12 Grad, trocken. Optimale Bedingungen. Denn am 3. Oktober hat der Radsport Vorfahrt im Münsterland.

Tour-de-France-Flair im Münsterland

4404 Teilnehmer. Wieder eine beeindruckende Zahl. Rund 100 Nachzügler nutzten die Gunst der Stunde, um nach einem Blick aus dem Fenster am frühen Morgen den Weg gen Start an der Apffelstaedtstraße zu finden. 

Wie immer wurde auf den letzten Drücker fleißig an den Rennmaschinen gewerkelt. Was nicht passte, wurde passend gemacht. Da wurden die Reifen kontrolliert, die Sitzhöhe angepasst, der Helm in Position gebracht. Und Energieriegel sorgsam verpackt. Ach ja, das Küsschen der oder des Liebsten durfte hier und dort nicht fehlen. Auch Jedermänner, Frauen inklusive, brauchen vor dem Wettkampf etwas Zuneigung und eine Motivationsspritze.

13. Sparkassen Münsterland-Giro: Girolino-Rennen

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  • 13. Sparkassen Münsterland-Giro: Girolino-Rennen Foto: Jürgen Peperhowe
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  • 13. Sparkassen Münsterland-Giro: Girolino-Rennen Foto: Jürgen Peperhowe
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Zig Tausende Menschen waren auf den Beinen, säumten die Strecken durch die Kreise Coesfeld und Borken. Der eine oder andere hatte sogar sein Wohnmobil in Position gebracht. In heller Vorfreude auf die Profis. Das hatte schon Tour-de-France-Flair. „Ich genieße das jedes Jahr“, sagt Ralf Rottmann, ein Jedermann aus Ibbenbüren. Er absolvierte die 95 Kilometer und beendete die Saison in Münster nach gut 9000 Kilometern auf dem Buckel. Mit Pasta und einem alkoholfreien Bier. Das gehört zur Brauchtumspflege auf dem Schlossplatz, wo sich im Verlauf des Vormittags immer mehr Jedermänner einfanden. Zum Essen, Trinken, Klönen. Der Münsterland-Giro bringt die Menschen zusammen. Hungrige und durstige, abgekämpfte und erleichterte. Ein Spektakel mit Volksfeststimmung. Im Oktober.

Ich genieße das jedes Jahr.

Ralf Rottmann, ein Jedermann aus Ibbenbüren

Die sog Patrick Altefrohne förmlich auf. Der junge Mann des Leeze-Biehler-Cycling-Teams aus Münster musste im Finish schier unendlich viele Hände schütteln, wurde gedrückt und mit Lob überhäuft. „Ich kann das gar nicht fassen“, sagt er überwältigt, nachdem er den Gesamtsieg im German-Cycling-Cup rotzfrech eingefahren hatte. Noch einmal 125 Kilometer quälen für den Triumph. Unlängst in Bad Dürrheim war er beim legendären RiderMan auf Platz zwei zurückgefallen. „Wir müssen jetzt Vollgas geben beim Heimspiel“, lautete die unmissverständliche Ansage vom Sportlichen Leiter Florian Otterpohl.

Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018

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  • Die Jedermänner sind in Schapdetten unterwegs.

    Foto: Dieter Klein
  • Seit 7.30 Uhr standen die Schülerinnen Laura Hagemann und Emily Bögel an der Roxeler Straße in Schapdetten um später die Nebenstraßen abzusperren. Im Gepäck eine Kanne heißen Tee und viel frohen Mut.

    Foto: Dieter Klein
  • Der Job als Streckenposten kann so früh am Morgen ganz schön anstrengend sein.

    Foto: Dieter Klein
  • Dass die Absperrungen an anderer Stelle missachtet wurde, zeigte sich kurz vor neun. Da fuhren drei Autos im Ort dem Pulk entgegen. Die Polizei musste sie mit Gewalt abdrängen, sonst wäre es zu einer Katastrophe gekommen.

    Foto: Dieter Klein
  • Im Pulk ging es für die Radfahrer durch den kleinen Ortskern.

    Foto: Dieter Klein
  • In Darup haben Marlies und Hubert Egbering einen Stand auf der Straße aufgebaut, an dem es für Helfer und Zuschauer heiße Würstchen und kühle Getränke gab.

    Foto: Dieter Klein
  • Schon früh am Morgen waren die ersten Zuschauer auf den Beinen.

    Foto: Dieter Klein
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Dieter Klein
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  • In Stevern hatte Ludger Gorke mit seinen Nachbarn die scharfe Kurve mit Strohballen abgesichert.

    Foto: Dieter Klein
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Dieter Klein
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  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Dieter Klein
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Dieter Klein
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Dieter Klein
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Dieter Klein
  • Zahlreiche Polizisten hatten das Geschehen im Blick.

    Foto: Dieter Klein
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jedermann-Rennen Münsterland Giro 2018 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Philipp Posmyk
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  • Foto: Philipp Posmyk
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Und das beherzigten die Jungs, die einen Matchplan hatten. Drei Kilometer vor dem Ziel zogen sie den Spurt an, brachten ihren Mann in Position. Alles richtig gemacht. Tagessieg für Altefrohne, Gesamtsieg für Altefrohne, dazu on top die Teamwertung gewonnen. Mehr geht nicht. „Das war eine herausragende Saison“, bilanzierte denn Altefrohne. Und zog sich einige Minuten zurück in den Bulli. Runterkommen. Das Geleistete verarbeiten.

Der Giro schreibt Geschichten

Ja, der Giro schreibt Geschichten. Jedes Jahr. Und ist die Bühne für prominente Köpfe. Hanka Kupfernagel, achtmalige Weltmeisterin bei den Frauen, war erstmals Gastgeberin für den Fun-Block über 65 Kilometer. Stressfrei ins Ziel kommen hieß das Motto, das angenommen wurde. Auch von Rudi Wegmann, Papa von Ex-Profi Fabian. Kein großes Ding für den rüstigen Rentner, die Mindestgeschwindigkeit von 26 Kilometern pro Stunde in den Asphalt zu hämmern. Linus Gerdemann, 2007 Gewinner der siebten Etappe der Tour de France, entschied sich mehr oder weniger spontan für eine Stippvisite in seiner Heimat, schnappte sich ein Rad und war Teil der Jedermänner über die 95 Kilometer. Bodenständig und menschennah, dieser Wahl-Mallorquiner. Nach 2:32,39 Stunden war das Rennen beendet, direkt im Anschluss war er Experte bei der Liveübertragung des WDR.

Am Nachmittag kletterten die Temperaturen gar auf 15 Grad. „Boss“ Bergmann blickte beim Stückchen Kuchen um die Kaffeezeit zufrieden aus dem Container im Zielbereich auf jenen Platz vor den Toren des Schlosses, auf dem das Leben pulsierte. Da hatten die Jedermänner bereits das Feld geräumt, sich unter die Zuschauer gemischt. Den Blick frei auf das Rennen der nationalen und internationalen Elite.

 

Tagessiege:

65 Kilometer, Männer: Tobias Berg (RV Endspurt Wuppertal) 1:35:38 Stunden

65 Kilometer, Frauen: Dr. Marion Wittler (Moskovskaya Cycling Crew) 1:35:45 Stunden

95 Kilometer, Männer: Christian Müller (vereinslos) 2:16:16 Stunden

95 Kilometer, Frauen: Carmen Burmeister (vereinslos) 2:19:30 Stunden

125 Kilometer, Männer: Patrick Altefrohne (Leeze-Biehler-Cycling-Team) 2:58:07 Stunden

125 Kilometer, Frauen: Naima Madlen Diesner (vereinslos) 3:01:39 Stunden

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