Rad: 14. Sparkassen-Münsterland-Giro
Frieren, singen, schlagen

Münster -

Der 14. Sparkassen-Münsterland-Giro hatte es in sich, keiner Frage. Alvarao Jose Hodeg gewann, Pascal Ackermann wurde Zweiter. Vorjahressieger Max Walscheid wurde sogar tätlich angegrifen, was Florian Senechal 500 Euro Strafe kostete.

Freitag, 04.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 19:36 Uhr
Zittern und lächeln: Die Top 3 beim Münsterland Giro mit dem belgischen Meister Tim Merlies (von links), Sieger Alvaro Jose Hodeg und dem deutschen Topsprinter Pascal Ackermann vom Team Bora-Hansgrohe
Zittern und lächeln: Die Top 3 beim Münsterland Giro mit dem belgischen Meister Tim Merlies (von links), Sieger Alvaro Jose Hodeg und dem deutschen Topsprinter Pascal Ackermann vom Team Bora-Hansgrohe Foto: Jürgen Peperhowe

So ein Finale hatte der Sparkassen-Münsterland-Giro in den bisherigen 13 Auflagen auch noch nicht erlebt. Auf dem Siegerpodest zitterten die drei Erstplatzierten wie Espenlaub nach einem Ritt durch Wind, Regen und kühlen Temperaturen. Nur keine trockenen und warme Klamotten für die Protagonisten, wichtiger war die Siegerehrung, keine Zeit für Athletenpflege, schnell geht vor. Lasst die mal frieren. Dann alle Mann ab zur Dopingkontrolle.

Dennoch schnappte sich der glückselige Alvaro Jose Hodeg das Mikrofon und sang voller Inbrunst die eigens für den Sieger gespielte Nationalhymne – zum Glück nur die erste von elf Strophen, doch gefühlt die Länge einer 33er Schallplattenseite verging, ehe auch die Orchestermusik verstummte.

Und dann war da noch Forian Senechal, der dem Vorjahressieger Max Walscheid während eines Interviews eine Backpfeife verpasste. Finale Furioso nach knapp 200 Kilometern auf dem Rad. Was war da los?

14. Sparkassen-Münsterland-Giro 2019

Alvaro Hodeg, der Mann mit der Nummer 21, hatte auf den letzten Metern das beste Gefühl und die besten Beine im Sprint-Finish. Hauchdünn setzte er sich gegen Pascal Ackermann (Bora-Hansgrohe) durch, der belgische Meister Tim Merlies (Team Corendon) wurde Dritter. John Degenkolb (Trek-Segafredo) wurden gerade unter diesen Klassiker-Bedingungen beste Siegchancen ausgerechnet, er kam aber nur auf Rang 17 ins Ziel. Dylan Groenewegen (Niederlande/Team Jumbo-Visma) spielte keine Rolle, Ex-Weltmeister Michael Kwiatkowski (Polen/Team Ineos) auch nicht.

Und André Greipel, der große alte Mann des Sprints und zweifache Giro-Sieger, rollte auf Position 51 über den Zielstrich. War das das Ende seine Karriere? „Ich gehe erstmal in den Urlaub und lasse alles sacken. Für Medienanfragen stehe ich bis Anfang November nicht zur Verfügung“, erklärte er dünn. Von dem zweitklassigen Team Arkea-Samsic aus Frankreich hatte sich Greipel bereits in den letzten Tagen vorzeitig getrennt. Das hört sich tatsächlich nach Karriereende beim 37-Jährigen an.

14. Sparkassen-Münsterland-Giro

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Hodeg, Ackermann und Merlies jedenfalls war die Härte des Rennens anzusehen, die nasse Kälte hatte sich bis auf die Knochen „reingefressen“. Der Kolumbianer schnappte sich 7515 Euro Siegprämie und 200 Punkte für die Weltranglisten, Ackermann verpasste dagegen einen rundum gelungenen Saisonabschluss, ihm bleibt in der Zukunft noch Zeit für einen Sieg in Münster vor dem Schloss. So wie es Walscheid gelungen war vor einem Jahr. Auch dieses Mal schien der radelnde Riese im Sprint einer der Stärksten zu sein, eigentlich hatte er die höchste Endgeschwindigkeit aller Topspurter. Doch Senechal, der den Sprint für Hodeg angezogen hatte, trudelte nach getaner Arbeit aus.

Was ein großer Fehler war, weil er einerseits den heranseilenden Walscheid in die Quere kam und nach einem kurzen Kontakt zudem stürzte. Der aufbrausende Franzose rauschte, nachdem er schnell wieder auf dem Rad saß, direkt weiter zu Walscheid und langte zu. „Da mussten wir eine Strafe aussprechen“, erklärte der Sportliche Rennleiter Fabian Wegmann trocken. Mit 500 Euro Strafe war Senechal gut bedient.

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