Tischtennis: Damen-Oberliga
Cambridge schlägt Hiltrup – Lisa Li verlässt den TuS

Münster -

Sie war jahrelang das Aushängeschild des TuS Hiltrup. Doch jetzt verlässt Lisa Li den Tischtennis-Oberligisten, die Nummer eins zieht es nach England. Genauer gesagt an die Elite-Universität Cambridge, wo das Mathematik-Ass eine spezielle Förderung bekommt.

Donnerstag, 14.04.2016, 16:04 Uhr

Auf dem Sprung: Hiltrups Nummer eins, Lisa Li, verlässt Münster und studiert künftig in Cambridge.
Auf dem Sprung: Hiltrups Nummer eins, Lisa Li, verlässt Münster und studiert künftig in Cambridge. Foto: Wilfried Hiegemann

Diese Veränderung tut weh. Lisa Li wird den Tischtennis-Oberligisten TuS Hiltrup am Ende der laufenden Saison verlassen. Das Mathematik-Genie, das sieben Mal in Folge den Bundeswettbewerb gewann, ist reif für die Insel und setzt sein Studium an der britischen Elite-Universität Cambridge fort. „Wir freuen uns für sie, dort erfährt sie eine spezielle Förderung. Cambridge ist eine super Adresse“, sagt Sportwart Ralf Brameier.

Mit dem Weggang der 20-Jährigen erfährt das „System Hiltrup “ einen Bruch. Seit Jahren galten Li, Antonia Rewer, Melanie Meredig und Dagmar Krämer als untrennbares Quartett. Nirgendwo anders in der Liga wurde so Wert auf Zusammenhalt und Kontinuität gelegt. Bald gibt es die Vierer-Bande nicht mehr, da endet eine kleine Epoche im Hiltruper Damen-Tischtennis.

Wichtige Erfolge

Mit Lisa Li verlässt die sportlich Beste den Kreis. Sie war über Jahre Spitzenspielerin der Mannschaft und immer für wichtige und wertvolle Erfolge gut. Ohne Lisa Li, das wissen alle, wird es schwer für den TuS in der Oberliga. Aber freiwillig, so ist es beschlossen, soll der Platz nicht geräumt werden. Längst läuft die Suche nach einem Ersatz für Li.

Würde Hiltrup Geld in die Hand nehmen, wäre es kein Problem. „Über Agenten sind uns bereits Spielerinnen aus Russland, Weißrussland und Tschechien angeboten worden. Für eine komplette Saison oder punktuelle Einsätze. Aber diesen Verfall der Sitten werden wir nicht mittragen. Im Hiltruper Tischtennis wird kein Geld gezahlt, basta“, verdeutlicht Brameier.

Der Sportwart und das verbleibende Trio wissen, dass es sehr schwierig wird, die Lücke, die Li reißt, adäquat zu füllen. „Es müsste ja jemand für das obere Paarkreuz sein. Es gibt viele Studentinnen in Münster, vielleicht haben wir ja Glück und uns hilft der Zufall“, so Brameier.

Lamhardt rückt nach

Plan B sieht eine Ergänzung aus den eigenen Reihen vor. Im Verbandsliga-Team spielt Mara Lamhardt, die 13-Jährige aus Bocholt gilt als sehr großes Talent. Mehrfach hat die Schülerin bereits in der ersten Mannschaft „ausgeholfen“, im Sommer steigt sie möglicherweise zur Stammkraft auf. Brameier bestätigt diese Überlegung und den unbedingten Willen der Mannschaft, auch ohne Lisa Li weiter in der Oberliga bleiben zu wollen.

Die aktuelle Saison wird der TuS vermutlich auf Rang vier abschließen. Brameier: „Damit hat niemand gerechnet, es ist ein fabelhaftes Ergebnis. Und es bestärkt uns, weiterzumachen. Mit dem Gedanken, den Platz herzuschenken, hat sich niemand wirklich beschäftigt.

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