Reiten: Olympische Spiele
Ingrid Klimke auf dem Sprung nach Rio

Münster -

Ingrid Klimke hat ihre helle Freude an den beiden Teenagern: Hale Bob ist zwölf Jahre alt, Escada ebenso – von Pubertätsschüben keine Spur. Münsters Olympiareiterin und ihre besten Pferde im Stall ...

Dienstag, 10.05.2016, 16:05 Uhr

Im Gelände immer Volldampf: Ingrid Klimke auf ihrem zwölfjährigen Hale Bob.
Im Gelände immer Volldampf: Ingrid Klimke auf ihrem zwölfjährigen Hale Bob. Foto: dpa

Hier die extravagante Escada , dort der rationelle Hale Bob. Sie Dressurspezialistin mit reichlich Dynamik, er „harter Hund“ mit jeder Menge Stehvermögen. Beide zwölf Jahre alt, beide Weltklasse in der Vielseitigkeit, beide in einem Stall. Und beide im Olympiakader, was für die Reiterin ein Luxusproblem bedeutet. Eines, das Ingrid Klimke bislang gar nicht kannte. Und eines, das sie bereits wieder vergessen kann.

Denn beim Routinecheck gefällt Escada dem Team-Veterinär nicht hundertprozentig, es wird beim Pferd ein Befund im Bänderapparat diagnostiziert. „Keine Verletzung“, wie die Reiterin betont, „eher eine Auffälligkeit, die Probleme bereiten könnte.“ Und weil man in der deutschen Reiterei ungern Risiken eingeht, erst recht nach dem Fall Totilas bei der EM 2015 in Aachen , bedeutet das für Escada zunächst einmal das Aus für Olympia . Nicht aber für diese Saison, schon gar nicht für die Karriere. Zurzeit pausiert das Pferd, aber das wird nicht allzu lange andauern. Ingrid Klimke plant noch so manchen Auftritt in diesem Sommer mit der Stute von Madeleine Winter-Schulze , auch weil die Besitzerin ihr dazu geraten hat.

Alle Hoffnung auf Hale Bob

Aus dem Luxusproblem ist damit eine einseitige Angelegenheit geworden. Keine Qual der Wahl, wie es sie für Klimke vor Olympia bislang noch nie gab. Sie war vier Mal dabei, zwei Mal mit Sleep Late, zwei Mal mit Abraxxas. Jetzt setzt sie all ihre Hoffnung auf Hale Bob, ihren Wallach, der in Familienbesitz und immer für eine Überraschung gut ist.

So wie letzte Woche. Beim Herumtollen auf der Weide tritt sich der Vierbeiner ein Eisen ab, steht sofort mit einem Bein in der Luft da und macht keinen Meter mehr. Die Schrecksekunde bei Ingrid Klimke ist nachvollziehbar, aber der anwesende Schmied gibt rasch Entwarnung. Er versorgt das Tier wieder mit einem Eisen – alles gut. Schon am nächsten Tag arbeiten beide so zusammen wie gewohnt. Intensiv und konzentriert.

Ingrid Klimke mit Stute Geraldine erfolgreich

Hartes Ringen um Olympia-Nominierung

Nein, in Watte packen wird sie ihre Olympiahoffnung nicht. „Wenn man das macht, dann passiert garantiert etwas.“ Deshalb verzichtet sie selbst auch nicht aufs Skilaufen und Mountainbikefahren. Nein, es wird genauso gearbeitet wie in all den Jahren zuvor. Für den Fahrplan von Hale Bob heißt das: Pfingsten nach Wiesbaden, dann folgen Luhmühlen und Aachen – und dann hoffentlich Rio. Zwischendurch geht es zum Lehrgang nach Warendorf und später zum Einkleiden mit dem Olympiateam. So ist der Plan.

Klimke weiß genau, dass in der deutschen Vielseitigkeit die Spitze breit aufgestellt ist. Da wollen viele ins Team, das nur noch aus vier Paaren (plus Ersatzpaar) besteht. Es wird also wieder ein hartes Ausscheidungsringen vor der Nominierung geben. Sollten Pferd und Reiterin gesund bleiben, und dabei klopft sie auf Holz, dann sieht sich die Münsteranerin gewappnet. Sie weiß, was sie kann. Und sie weiß auch, was ihr Pferd alles mitbringt. EM-Mannschaftsgold 2015, in Pau bei der Vier-Sterne-Prüfung triumphiert und in Badminton als Zweiter geglänzt. „Jede Menge Erfahrung im Bauch“, sagt die 48-Jährige dazu und lacht erfrischend.

Münsters Olympioniken tragen sich in das Goldene Buch ein

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  • Die Vertreter Münsters bei Olympia 2012 in London durften sich im Friedenssaal in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ingrid Klimkes Tochter Philippa mit der Goldmedaille aus London.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ingrid Klime (re.) und ihre Familie

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  • Münster Oberbürgermeister Markus Lewe

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  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Beachvolleyballer Julius Brink

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  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe

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  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Sprinterin Tatjana Pinto

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  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Schwimmerin Caroline Ruhnau

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Vertreter Münsters bei Olympia 2012 in London durften sich im Friedenssaal in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

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  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Reiterin Anabel Balkenhol

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  • Stellvertretend für ihren Sohn Sören Friemel nahm seine Mutter den Blumenstrauß entgegen.

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  • Vorstizender des Stadtsportbunds Jochen Temme (li.), Schwimmerin Caroline Ruhnau

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  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Reiterin Helen Langehanenberg

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  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Reiterin Ingrid Klimke

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Vertreter Münsters bei Olympia 2012 in London durften sich im Friedenssaal in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Olympiateilnehmer des Münsterlandes im Friedenssaal - v.l. Caroline Ruhnau, Julius Brink, Markus Lewe, Ingrid Klimke, Tatjana Pinto, Anabel Balkenhol und Helen Langehanenberg

    Foto: Jürgen Peperhowe
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