Beachvolleyball: Rücktritt
Romund beendet Profi-Karriere, Becker spielt mit Schröder

Münster -

Seit 2003 war Jan Romund Jahr für Jahr im Sand unterwegs – nun aber ist Schluss. Der Blocker beendet seine Profi-Karriere zugunsten der beruflichen. Sein bisheriger Partner Paul Becker hat aber schon einen neuen Kollegen gefunden.

Dienstag, 22.11.2016, 16:11 Uhr

Jan Romund (r.) hatte mit Paul Becker seit 2014 eine gute Zeit – nun hört der Münsteraner auf.
Jan Romund (r.) hatte mit Paul Becker seit 2014 eine gute Zeit – nun hört der Münsteraner auf. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach 15 Jahren im Sand ist nun Schluss. Jan Romund hat sich entschlossen, seine Karriere als professioneller Beachvolleyballer zu beenden und den Fokus nun auf seinen neuen Job als Lehrer (Politik, Wirtschaft, Sport) am Hansa-Berufskolleg in Münster zu legen. Ein Schnellschuss war sein Rücktritt nicht, schon während der vergangenen Saison reiften die Gedanken an das Ende.

Natürlich spielte die berufliche Chance in seiner Entscheidungsfindung eine Rolle, innerlich aber hatte er sein Profi-Dasein bereits früher abgehakt. „Als ich die Möglichkeit hatte, mich auf eine feste Stelle an der Schule zu bewerben, stand mein sportlicher Entschluss schon fest. Mit war vorher klar, dass ich aufhören werde“, sagt der 33 Jahre alte Blocker. David Kampa (2003 bis 2009), Daniel Wernitz (2010), Denis Berken (2011, 2012), Tilo Backhaus (2013) und zuletzt Paul Becker waren seine Partner, mit denen sich Romund auf nationaler Ebene etablierte und sich zu einem der besten deutschen Blocker entwickelte. Seine siebten Deutschen Meisterschaften im September waren seine letzten, seit 2010 war er Stammgast beim Saisonhöhepunkt in Timmendorfer Strand. „Es gibt nicht so viele Spieler auf der Tour, die so oft hintereinander dabei waren. Das zeigt, dass ich immer eine hohe Konstanz hatte“, sagt Romund, der zudem seit 2011 kein Turnier der Smart-Beach-Tour verpasste – ein einmaliger Wert.

Rang sieben mit Berken vor fünf Jahren war für den 2,02 Meter großen Hünen die beste DM-Platzierung, dazu schmücken vier Titelgewinne bei Westdeutschen Meisterschaften seine Vita, die sportlich aber durchaus noch eine Fortsetzung erleben kann. Zwar will Romund nicht mehr professionell den Bällen hinterherjagen, Starts auf der landesweiten WVV-Serie sind jedoch eingeplant. „Ich muss schauen, wie ich es zeitlich hinbekomme. Mein Job füllt mich gerade gut aus“, erklärt Romund, der glücklich ist, den richtigen Zeitpunkt für seinen Absprung gefunden zu haben. „Früher habe ich mich immer gefragt, wann der Moment kommt, an dem ich Beachvolleyball in dieser Form nicht mehr betreiben möchte. Ich habe ihn nun gefunden und fühle mich gerade befreit. Ich bin froh, dass ich bis zum Schluss auf hohem Niveau mitspielen konnte und ich in den letzten drei Jahren sportlich noch mal einen Schritt nach vorne gemacht habe. Aber Aufwand und Ertrag haben sich einfach nicht mehr gedeckt. Auch wenn mir der Wettstreit auf Top-Niveau fehlen wird“, sagt Romund.

Bei allen positiven Erlebnissen, die der Deutsche Hallen-Vizemeister (2008 mit Bayer Wuppertal) im Sand hatte, fehlt zum Abschluss ein ernster Blick zurück nicht. Trotz der gestiegenen Professionalität sei es für die Teams schwer, kostendeckend zu arbeiten und finanziell über die Runden zu kommen. „Die Tour und der Verband haben es nicht geschafft, die vorhandenen Stärken zu verkaufen und Strukturen zu schaffen. Die Entwicklung der letzten Jahre ist meiner Meinung nach leider rückläufig. Da stellt sich die Frage, wie Leistungssport im Beachvolleyball funktionieren kann.“ Die Antwort interessiert Romund auch weiter brennend, obwohl für ihn künftig vermehrt gilt: Klassenzimmer statt Sandkiste.

► Romunds letzter Partner Paul Becker spielt in Zukunft mit dem zweifachen Studenten-Weltmeister Jonas Schröder. Ob er wie zuletzt für den USC Münster antritt, ist offen. Sicher dagegen ist, dass er mit Romund weiter Beachvolleyball-Camps und Events anbietet. Auch gemeinsame Turnierstarts auf WVV-Ebene sind angedacht.

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