Futsal: Regionalliga
Schmerzhafter Niedergang der Pioniere vom UFC

Münster -

Futsal in Deutschland boomt. Doch der Verein, der einst zu den Pionieren zählte, hat in der Regionalliga so seine Schwierigkeiten. Vier Niederlage in Serie haben den UFC Münster im Rennen um die ersten beiden Plätze weit zurückgeworfen, andere Mannschaften sind vorbeizogen.

Mittwoch, 07.12.2016, 23:12 Uhr

Eike Wessels (l.) und der UFC machen gerade schwierige Zeiten durch.
Eike Wessels (l.) und der UFC machen gerade schwierige Zeiten durch. Foto: Jürgen Peperhowe

Als wäre die Schlappe nach der 5:11-Niederlage beim MCH Futsal Club Sennestadt nicht schlimm genug gewesen, mussten die Akteure des UFC Münster auch noch lautstarke Schmähungen und Beleidigungen des Regionalliga-Rivalen und dessen Fans ertragen. Der Gastgeber wertete den Sieg wohl als Denkzettel dafür, dass ihr überragender Torjäger Muhammet Sözer im Herbst nicht für die Nationalmannschaft nominiert worden war. Die DFB-Coaches, zu denen auch Münsters Spielertrainer Wendelin Kemper gehört, sahen sich dafür schon in den vergangenen Wochen reichlich Kritik ausgesetzt. Entsprechend hämisch fielen die Reaktionen des DM-Halbfinalisten der Vorsaison aus.

Es ist schon ein Widerspruch. Während die Sportart Futsal nach dem offiziellen Länderspiel-Debüt vor knapp sechs Wochen boomt wie noch nie und auch einige UFC-Akteure (neben Kemper die Spieler Christoph Rüschenpöhler, Eduard Nickel und Tim Baumer) beteiligt sind, spielen die Pioniere aus Münster in der Liga so erfolglos wie noch nie. Das Debakel in Sennestadt war sicher der schwärzeste Tag bisher, auch angesichts der Umstände. Doch es war auch die vierte Pleite am Stück, die fünfte insgesamt in zehn Partien. Zuvor hatte das Team drei Mal eine Führung noch hergeschenkt. „Ganz bitter“ sei die Phase, sagt Kemper. „Sennestadt hat in dieser Saison nicht unsere Kragenweite. Individuell gute Mannschaften liegen uns nicht. Mit quirligen, flinken Gegenspielern kommen wir nicht klar. Aber die anderen wollen den Sieg irgendwie auch immer mehr als wir“, so der Spielertrainer, der die Frage nach einer „gewissen Zufriedenheit“ stellt.

Ein Jahrzehnt war der UFC erfolgsverwöhnt, war acht Mal Westdeutscher und zwei Mal Deutscher Meister, Dauergast im DM-Halbfinale. Nun wird der Club die bundesweite K.o.-Runde mit ziemlicher Sicherheit verpassen als aktueller Tabellensechster der Weststaffel. Klar, Alexander Kenkel fehlt, Baumer ist seit den DFB-Einsätzen verletzt. Auch Max Mümken stand zuletzt nicht zur Verfügung. „Es fehlt auch Qualität, aber das soll keine Entschuldigung sein“, sagt Kemper. Neuzugang und Nationalspieler Adam Fiedler soll am Samstag gegen Bayer Uerdingen Abhilfe schaffen.

Dennoch, die Pleite von Sennestadt war ein Tiefpunkt. Gesänge wie „Ihr seid nur ein Karnevalsverein“ gehörten noch zu den harmlosen. „In unseren vielen guten Jahren haben wir immer Bescheidenheit gelebt und den Gegner nie schlechtgemacht“, sagt Kemper. Umso trauriger macht ihn die aktuelle Entwicklung – außerhalb der DFB-Elf.

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