Futsal: Regionalliga
Rüschenpöhler verlässt den UFC schweren Herzens Richtung Köln

Münster -

Dieser Verlust wiegt schwer. Der UFC Münster verliert seinen vielleicht prägendsten Akteur der vergangenen Jahre. Christoph Rüschenpöhler wechselt zu den Futsal Panthers Köln. Der Abschied fällt ihm natürlich schwer. Es waren erfolgreiche und bewegte Jahre.

Dienstag, 20.12.2016, 17:12 Uhr

In Münster zum Nationalspieler gereift: Christoph Rüschenpöhler (rechts) verlässt den UFC nach sieben Jahren – schweren Herzens, wie er betont.
In Münster zum Nationalspieler gereift : Christoph ­Rüschenpöhler (rechts) verlässt den UFC nach sieben Jahren – schweren Herzens, wie er betont. Foto: dpa

Es wäre nicht fair, Christoph Rüschenpöhler auf diesen einen Trick zu reduzieren. Doch wer ihn auch nur einmal hat spielen ­sehen, verbindet ihn automatisch mit dieser Pirouette, der blitzschnellen Drehung um den eigenen Körper, den Ball natürlich eng am Fuß.

So hat der 27-Jährige in den vergangenen sieben Jahren im Dress des UFC Münster die Hallen regional-, NRW- und bundesweit einige Male in Staunen versetzt. Am Samstag, mit dem umjubelten 7:4-Erfolg beim Dauerkonkurrenten Holzpfosten Schwerte, endete die Ära Rüschenpöhler. Zu­mindest in der Regionalliga . Einen Joker hat der Techniker noch in der Hinterhand. Na klar, Münsters Hallen-Stadtmeisterschaften werden seine Abschiedsvorstellung für den Papagei, das UFC-Maskottchen. „Es ist mir unglaublich schwer gefallen“, sagt er. „Eigentlich wollte ich die Rückrunde noch hier spielen.“ Doch dann ging alles schnell. Nach dem Referendariat in Recklinghausen sollte es ohnehin Richtung Rheinland zur Freundin gehen. Nun hat der Gymnasiallehrer direkt eine feste Stelle in Köln bekommen – und spielt künftig für den Klassenrivalen Futsal Panthers. Im März kommt es zum Wiedersehen. „Das wird seltsam“, sagt Rüschenpöhler. Für sein neues Team könnte es dann noch um die Plätze eins und zwei gehen.

Noch hat er die nahe Zukunft noch gar nicht so richtig vor Augen. Samstag Schwerte, in dieser Woche die Maßnahme der DFB-Auswahl in Kaiserau mit den UFC-Kollegen Eduard Nickel, Adam Fiedler und Tim Baumer – nach Weihnachten noch die Halle Berg ­Fidel. „Im letzten Jahr haben wir uns fast ein bisschen blamiert. Mal sehen, ob wir einen krönenden Abschluss hinbekommen“, sagt der Blondschopf, der in Münster zum Nationalspieler wurde, der fünf Westdeutsche Meisterschaften feierte und einmal (2013) in Hamburg im DM-Finale stand mit dem UFC. „Das waren alles wahnsinnige Highlights. Aber auch neben dem Platz war die Zeit prägend.“ Er denkt dabei vor allem an die Deutschen Hochschulmeisterschaften oder die internationalen Turniere mit der Uni zurück. „Das waren immer super Wochen mit den Jungs.“ Alexander Kenkel, Gunnar Kaib, Maik Solisch, Wendelin Kemper, Moritz Auth – da sind schon einige Freundschaften geblieben.

Als Rüschenpöhler im Oktober 2009 zum Studium nach Münster kam, war er ein reiner Fußballer. Doch schon nach wenigen Wochen begeisterte er sich für die Hallenvariante. Mit seiner fußballerischen Stärke war er wie gemacht für die Disziplin mit der sprungreduzierten Kugel. Dem Heimatclub Post-TSV Detmold blieb er am gewöhnlichen Ball dennoch treu, an den Sonntagen kickte er weiter in der Bezirksliga. Zum BSV Roxel II machte er nur einen kurzen Abstecher. Das ­Pendeln nach Ostwestfalen wird nun wohl seltener. Die Panthers können sich auf einen der besten Futsaler des Landes freuen.

Bliebe noch die Frage nach seinem typischen Trick. ­Woher kommt der? Doch bestimmt von Zinedine Zidane, der ihn ebenso perfekt beherrschte ... „Nein. Den habe ich mal bei einem Schweden gesehen, der hat ihn bei einer WM vollführt“, erzählt Rüschenpöhler. „Dann habe ich ihn auf dem Bolzplatz ausprobiert, und er hat geklappt.“ So einfach kann das manchmal sein.

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