Leichtathletik: U-20-DM in Sindelfingen
Preuße Björn-Ole Klehn entthront

Münster -

Björn-Ole Klehn ist entthront. Bei der U-20-DM in Sindelfingen musste das Talent des SC Preußen Münster mit der Bronzemedaille vorlieb nehmen.

Sonntag, 26.02.2017, 20:02 Uhr

Knapp an Bronze vorbei: Tabea Christ sprang 6,01 Meter weit. Das langte nur zu Rang vier.
Knapp an Bronze vorbei: Tabea Christ sprang 6,01 Meter weit. Das langte nur zu Rang vier. Foto: Wolfgang Birkenstock

Seinen goldenen Moment erlebte Björn-Ole Klehn im Februar 2016 in Dortmund. Deutscher U-20-Meister im Weitsprung mit 7,62 Metern – mehr geht auf nationaler Ebene nicht. Es sei denn, es glückt ein Jahr darauf die Titelverteidigung. Dieses hohe Ziel hatte sich der junge Athlet des SC Preußen Münster für die Wettkämpfe in Sindelfingen selbstbewusst auf die Fahnen geschrieben. Nur: Manchmal klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine Lücke – was im Sport nicht selten der Tagesform geschuldet ist. Und die war bei Klehn diesmal nicht hundertprozentig gut.

Nur zwei gültige Versuche (6,92 und 6,96 Meter) bei fünf Anläufen – das war mäßig. Bis, ja bis der Preuße im letzten Durchgang seine Konzentration wiederfand: 7,11 Meter, Bronze. „Ja, Björn hat sich heute selbst geschlagen“, analysierte Trainer Frank Bartschat im Anschluss – aber keineswegs unzufrieden. Er bemängelte vielmehr, dass sein Schützling die Geschwindigkeit beim finalen Akt rausgenommen und sich damit um eine bessere Weite gebracht habe. Denn: Nur ein Zentimeter weiter wäre aus Bronze bereits Silber (7,12 Meter) geworden. Sieger Gianni Seeger (TSV Gomaringen) sprang indes 7,47 Meter und entthronte Klehn als Deutschen Meister.

Im gleichen Wettkampf toppte Luka Herden von der LG Brillux seine persönliche Bestweite. Mit 7,01 Meter lag er lange auf Platz fünf, ehe jener Klehn im letzten Versuch doch noch nach vorne preschte und sich Herden mit dem sechsten Rang zufrieden geben musste. „Das war sehr gut, ich bin total zufrieden“, bilanzierte Trainer Jörg Riethues. Über die 60 Meter schaffte es Herden später als Dritter in den Zwischenlauf (7,05 Sekunden). Dort war indes Endstation, nachdem der junge Mann den Start total verschlafen hatte. Mit 7,07 Sekunden bewegte er sich dennoch im Rahmen.

Knapp an einer Medaille vorbei schrappte Tabea Christ vom SC Preußen als Vierte im Weitsprung mit 6,01 Metern. Bei den Landesmeisterschaften in Dortmund war sie kürzlich noch 6,14 Meter gesprungen. „Sie wollte unbedingt eine Medaille und war dementsprechend verkrampft“, so Coach Bartschat. Die Hürde Vorlauf nahm sie über 60 Meter dagegen souverän als Vierte (7,71 Sekunden). Nach dem Zwischenlauf (7,69 Sekunden) war indes als Fünfte Schluss. Mit ihrer persönlichen Bestzeit von 7,60 Sekunden wäre sie im Finale gewesen.

Mit hohen Erwartungen war Imke Daalmann (SCP) nach Baden-Württemberg gereist. Allerdings schien sie die Atmosphäre diesmal eher zu lähmen anstatt zu beflügeln. 11,50 Meter waren schlicht zu wenig bei der guten Konkurrenz. Groß war nachher die Enttäuschung. Auch im Weitsprung ereilte Daalmann mit 5,69 Metern das Aus.

Ihr Teamkollege Tom Brack machte es im Hammerwurf besser. 56,08 Meter reichten zu Platz sechs und einer neuen persönlichen Bestweite.

Wichtige Erfahrungen bei dieser DM sammelten die Preußen Frieda Breitkopf über 200 Meter (25,37 Sekunden) mit persönlicher Bestzeit und Katharina Funke im Speerwurf mit 38,64 Metern. Sie war als 17. gemeldet und wurde immerhin 13. – ein Erfolg.

Endlich einmal DM-Luft geschnuppert hat nun auch Tom Thiemann, der die große nationale Bühne nutzen wollte, um sich an das Klima zu gewöhnen. Über die 1500 Meter wurde der Athlet der LG Brillux in 4:11 Minuten nur Achter in seinem Vorlauf. „Er hat sicher Lehrgeld gezahlt. Aber das ist schon o.k.“, so Trainer Riethues. Nun stehen noch die U-16-Hallen-Westfalenmeisterschaften an, ehe die Freiluftsaison ruft.

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