Segeln: D/C-Bundeskader
Hansa-Talent Christoph Möhring auf der Erfolgswelle

Münster -

Für den gebürtigen Ungarn Christoph Möhring war der Umzug nach Deutschland eigentlich ein Rückschritt. Doch mittlerweile hat es das Segel-Talent vom SC Hansa Münster in den D/C-Bundeskader geschafft. Sein großes Ziel ist Olympia.

Dienstag, 04.04.2017, 15:04 Uhr

Voll in seinem Element: Christoph Möhring auf dem Segelboot an der Côte d‘Azur. Der 15-Jährige wurde in den Bundeskader berufen.
Voll in seinem Element: Christoph Möhring auf dem Segelboot an der Côte d‘Azur. Der 15-Jährige wurde in den Bundeskader berufen. Foto: Jörg Möhring

Alles begann für Christoph Möhring mit einem Segel-Ferienlager 2009 am Velencer See, knapp 40 Kilometer von Budapest entfernt. „Das war schon cool. So ein bisschen in der Sonne rumzufahren“, blickt der 15-Jährige auf sein erstes Mal auf einem Boot zurück. „Ich weiß noch, wie aufgeregt du damals warst, als du das erste Mal direkt alleine segeln durftest“, sagt Mutter Emese zu ihrem Sohn. Daran, dass Christoph Möhring acht Jahre später im deutschen Bundeskader stehen würde, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht zu denken.

Schnell hatte der Schüler Blut geleckt – und die Leidenschaft fürs Segeln war geboren. Talent brachte der gebürtige Ungar reichlich mit. In seiner Heimat schaffte er es in die Top 15 in der Landesliste. 2013 zog es die Familie, der Vater Deutscher, die Mutter Ungarin, dann nach Münster . „Für ihn war es eigentlich ein Abstieg, zu einem deutschen Verein zu wechseln“, meint Papa Jörg. In der alten Heimat habe Segeln nämlich eine weitaus größere Bedeutung. „Dort herrscht für die Sportler Rundumbetreuung. Der Einsatz der Eltern ist weniger gefragt als in Deutschland“, berichtet er. In Münster startet er seitdem beim SC Hansa . Auf dem Aasee wird fleißig trainiert.

„Segeln ist ein sehr technischer und strategischer Sport. Man braucht viel Theoriewissen und muss Veränderungen am Wetter antizipieren, welche Art von Wolken kommen könnten und wie sich der Wind verändert“, erklärt Christoph Möhring. Während des Rennens sei er ständig damit beschäftigt, Anpassungen am Boot vorzunehmen.

Die Visitenkarte des 15-Jährigen liest sich bereits eindrucksvoll: dritter Platz bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften 2016, EM-Achter in seinem Jahrgang. Mit diesen Ergebnissen qualifizierte sich Möhring letztlich als einziger Münsteraner für den Bundeskader. In der D/C-Klasse, dem Leistungsaufgebot des Landesseglerverbandes, startet er in der Bootsklasse Laser-Radial.

Im Januar kam der Brief des Nachwuchs-Bundestrainers Achim Handke. „Da war die Freude natürlich riesig“, erinnert sich der junge Segler. Die Ziele für das kommende Jahr sind klar gesteckt: „Ich will meine Position im Bundeskader bestätigen“, so Möhring. Das heißt: Bei den Deutschen Meisterschaften in Travemünde, der Kieler Woche und der Jugend-WM auf dem niederländischen Ijsselmeer will er gute Rennen fahren. „Es wird hart, aber er packt das“, ist sich sein Vater sicher.

Langfristig verfolgt Christoph Möhring ein ganz großes Ziel. Die Olympischen Spiele 2024. Da will er hin. „Das ist für jeden Leistungssportler ein Traum“, sagt er. Leider habe seine Heimatstadt Budapest die Bewerbung für die Spiele in sieben Jahren wieder zurückgezogen. „Das wäre die Krönung gewesen“, findet Vater Jörg. „Aber nach Paris oder Los Angeles würden wir natürlich auch reisen“, sagt seine Mutter schmunzelnd. Beide Städte sind als einzige noch in der Verlosung.

Auch in Ungarn hat man bereits Möhrings Erfolge wahrgenommen. Beim kommenden Heimaturlaub in den Osterferien wartet ein Termin mit der dortigen Presse auf den ambitionierten Segler. Sein Name könnte noch für längere Zeit für größere Erfolge auf dem Wasser stehen.

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