Rudern: U-19-WM
DRV-Achter holt in Litauen Gold mit Münster-Einschlag

Münster -

Der Schlussakkord war für die bis dahin sieglosen Deutschen ein echter Renner. Der Achter mit vier Münsteranern an Bord holte bei der U-19-WM in Litauen Gold und rettete so auch die DRV-Bilanz. Die Dramaturgie war besonders.

Sonntag, 06.08.2017, 15:08 Uhr

Muskelspiele der Weltmeister: Der Junioren-Achter mit (v.l.) Yannik Sacherer, John Heithoff (beide RVM), Mattes Schönherr (Potsdam), Ole Kruse (RVM), Steuermann Max Schwartzkopff (Frankfurt), Patrick Pott (Minden), Leon Münch (Rostock), Mika Kohout (RVM) und Tobias Dirschauer (Bremen) gewinnt Gold.
Muskelspiele der Weltmeister: Der Junioren-Achter mit (v.l.) Yannik Sacherer, John Heithoff (beide RVM), Mattes Schönherr (Potsdam), Ole Kruse (RVM), Steuermann Max Schwartzkopff (Frankfurt), Patrick Pott (Minden), Leon Münch (Rostock), Mika Kohout (RVM) und Tobias Dirschauer (Bremen) gewinnt Gold. Foto: Detlev Seyb

Schon im Vorlauf der U-19-Weltmeisterschaft hatte der deutsche Junioren-Achter ein klares Signal an die Konkurrenz gesendet. „Wer den Titel will, muss uns schlagen.“ Das war die Botschaft, die das Boot um John Heithoff , Yannick Sacherer , Ole Kruse und Mika Kohout (alle RV Münster ) mit der schnellsten Vorlaufzeit und dem damit verbundenen direkten Finaleinzug verschickt hatte. Der ersten sportlichen Ansage auf Galve-See in Trakai (Litauen) folgten ein zweites Mal Taten – und zwar goldige. Erneut war der DRV-Achter nicht zu schlagen, der WM-Titel ging an Deutschland.

„Das war ein hammergeiles Rennen. Es ist einfach sensationell, was die Jungs geleistet haben“, sagte Coach Thorsten Kortmann. Der RVM-Trainer hatte sein Boot genau passend und auf den Punkt eingestellt, die Marschroute für das Duell mit den USA und Großbritannien passte perfekt. „Wir hatten uns eine Taktik ausgedacht, die wir im Trainingslager einstudiert haben. Wir wollten auf den letzten 500 Metern noch einmal richtig Gas geben, das hat super funktioniert“, erklärte Kortmann, dessen Schützlinge nach 1500 Metern noch vier Zehntel hinter den Amerikanern lagen. Doch mit den „unheimlich mobilen“ Heithoff und Sacherer sowie einem bärenstarken Mittelschiff schaltete das deutsche Flaggschiff in einen Gang, den weder die amerikanische noch die britische Crew hatte. Langsam, aber sicher schob sich Kortmanns Besatzung an die Spitze und fuhr die letzten 500 Meter (1:24,40 Minuten) schneller als die ersten (1:24,89 Minuten). Im Ziel bedeutete dies nach 5:49,13 Minuten bei leichtem Gegenwind 97 Hundertstel Vorsprung auf die USA, die 16 Hundertstel vor den Briten lagen. „Das war auch eine reine Willenssache“, sagte der Coach, der beinahe so fix und fertig war wie die acht Ruderer plus Steuermann Max Schwartzkopff (Frankfurt).

Schnell aber waren die neuen Weltmeister wieder bei Kräften und läuteten umgehend die Feierlichkeiten ein. „Die Bundestrainerin hat schon ein bisschen Angst um das Hotel. Wenn ein Achter feiert, ist das halt mehr Masse als ein Einer“, meinte Kortmann, für den der WM-Triumph ebenfalls die erste Goldmedaille ist. Beim Diner mit allen Athleten gab es die Medaillen für Trainer, für den Münsteraner „ein besonderes Erlebnis“. Es war ein Zwischenstopp der Gold-Party, bei der das RVM-Quartett mit seinen Bootskollegen Tobias Dirschauer (Bremen), Leon Münch (Rostock), Patrick Pott (Minden) und Mattes Schönherr (Potsdam) nach Wochen der Entbehrungen und Mühen es so richtig krachen lassen durfte. „Das haben sich die Jungs absolut verdient“, sagte Kortmann.

Zumal der Achter der DRV-Flotte die Bilanz gerettet hat. Sieben Mal gab es Edelmetall, doch zu den vier silbernen und zwei bronzenen Plaketten gab es erst im letzten WM-Rennen Gold – und das hatte massiven Münster-Geschmack.

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