Reiten: EM in Göteborg
Enttäuschung im Special – nur Platz 21 für Langehanenberg

Münster -

Das hatte sich Helen Langehanenberg sicher ganz anders vorgestellt. Nachdem die Dressurreiterin des RV St. Georg Münster bei der EM in Göteborg mit dem deutschen Team Gold gewonnen hatte, wollte sie mit Damsey auch im Einzel ein gutes Ergebnis abliefern. Doch der Hengst hatte andere Dinge im Sinn.

Freitag, 25.08.2017, 18:08 Uhr

Nicht nach Plan lief es für Helen Langehanenberg mit Damsey im Special der EM. Das Duo kam mit nur knapp 70 Prozent auf Rang 21.
Nicht nach Plan lief es für Helen Langehanenberg mit Damsey im Special der EM. Das Duo kam mit nur knapp 70 Prozent auf Rang 21. Foto: dpa

Die Europameisterschaften in Göteborg sind für Helen Langehanenberg vorbei. Nach dem Titelgewinn mit der deutschen Equipe, zu der die Dressurreiterin aus Münster ein gutes Ergebnis beigesteuert hatte, erwischte sie mit Damsey im Special keinen guten Tag. Nur 70,756 Prozent gab es für das Duo von den Wertungsrichtern, das Ergebnis war an­gemessen und das schlechteste von Langehanenberg und Damsey, die zu ihrer internationalen Premiere im April 2016 in Mannheim den Special mit über 73 Prozent gewonnen hatten. Diesmal wurden es deutlich weniger – eine Enttäuschung, die in der Nachbetrachtung aber sicher dem Stolz über das EM-Gold weichen wird.

Bei ihrer dritten EM kam Langehanenberg mit ihrem Hengst im Ullevi-Stadion gut in die Prüfung und lag auf Kurs. Doch bei der ersten Piaffe patzte Damsey, den seine Reiterin gerne als­ ­„Macho“ im Viereck bezeichnet, kräftig. Er bockte und reagierte nicht auf die Hilfen, bereits jetzt war ein ähnlich gutes Resultat wie Rang vier im Grand Prix nicht mehr zu erreichen. Die 35-Jährige versuchte zu korrigieren, was zu korrigieren war. Doch der Rhythmus war erst einmal weg – zu verspannt bewegte sich der ansonsten geschmeidige Damsey in den folgenden Sequenzen. Die logische wie bittere Folge: In der Zwischenbenotung fiel der Wert auf 63 Prozent, es drohte ein Desaster.

Mit all ihrer Routine gelang es der früheren Weltranglistenersten jedoch, ihr Pferd wieder in die Spur zu bekommen. Durch die mehr als soliden Serienwechsel kletterte die Note, auch die Passagen und die letzte Piaffe waren ansehnlich. Für mehr als knapp über 70 Prozent und Rang 21 reichte es aber nicht mehr. Entsprechend enttäuscht verließ Langehanenberg mit Damsey das Viereck – auch mit dem Wissen, die Kür-Entscheidung am Samstag, für die sich die besten 15 des Specials qualifizierten, verpasst zu haben. „Damsey war sehr verspannt. Er lief sich heißer und heißer“, erklärte Langehanenberg.

Der Frust war verständlich, waren doch die Hoffnungen und Ambitionen im Special deutlich größer. Dass Lange­hanenberg aber überhaupt in Göteborg dabei sein durfte, war allein schon ein Erfolg für sie. Dazu kam ja auch noch ihr zweites Team-Gold nach 2013. Und allein dies sollte für sie doch mehr als nur ein schwacher Trost sein, den auch Bundestrainerin Monica Theodorescu spendete. „Damsey hat beschlossen, dass das Turnier für ihn zu Ende ist. Da ist er dann eben Hengst, da konnte Helen nicht viel machen.“

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