Badminton: Verbandsliga
Tim Porps – der Mann im Hintergrund bei Münster 08

Münster -

Mit Münster 08 hat er jüngst den Aufstieg in die Oberliga geschafft. Tim Porps trainiert seit drei Jahren sehr erfolgreich die Badmintonspieler – und keiner bekommt es richtig mit. Warum? Weil der 24-Jährige ungern im Rampenlicht steht und auch bei den Spielen selbst nicht mit dabei ist.

Donnerstag, 15.02.2018, 16:02 Uhr

Schattenmann: Tim Porps trainiert die Badminton-Spieler von Münster 08 seit drei Jahren – und hat – wenn man so will – auch Fußballverstand.
Schattenmann: Tim Porps trainiert die Badminton-Spieler von Münster 08 seit drei Jahren – und hat – wenn man so will – auch Fußballverstand. Foto: Peter Leßmann

Zweite Reihe – erste Wahl. Diese Beschreibung passt wie die Faust aufs Auge auf Tim Porps. Der 24-Jährige steht seit drei Jahren den Badmintonspielern von Münster 08 als Trainer vor – und führt ein Schattendasein. Zumindest macht das den Anschein. Ö-Töne von ihm sind rar. Selbst nach der Rückkehr in die Oberliga sprachen andere. Aus gutem Grund. Porps ist selbst aktiver Spieler beim Regionalligisten BC Hohenlimburg – die Coaching-Zone der Nullachter bleibt so zumindest an Spieltagen verwaist. Ein durchaus typisches Phänomen in diesem Sport. Und doch hat dieser Mann seinen Anteil am Aufstieg. Mit dem Lehramtsstudenten sprach unser Redaktionsmitglied André Fischer .

Herr Porps, wer wird 2018 in Russland Fußball-Weltmeister?

Porps: (lacht) Deutschland!

Sie wissen, warum ich Sie das frage.

Porps: Ich kann es mir denken.

Ihnen haftet seit 2014 der Ruf eines WM-Orakels an. Bei einer Video-Straßenumfrage haben sie den unfassbaren 7:1-Sieg der Deutschen gegen Brasilien vorhergesagt. Der Clip lief später im TV. Werden Sie noch oft drauf angesprochen?

Porps: Ja, weil ich alles andere als ein Fußballexperte bin. Ich habe damals spontan und ganz sicher nicht reflektiert geantwortet. Und vielleicht habe ich im Unterbewusstsein an meine Sportart gedacht. 7:1 – das ist ein gängiges Ergebnis im Badminton.

Sie hätten viel Geld gewinnen können. Mal einen Blick auf die Wett-Quoten von damals geworfen?

Porps: Nein, nie. Das will ich lieber nicht wissen. Ein Freund hat nur mal angedeutet, dass es ein hübsches Sümmchen gewesen wäre. Oh Mann.

Können Sie auch Ergebnisse im Badminton veraussagen?

Porps: Ehrlich? Ich habe es noch nicht ernsthaft probiert.

Aber auf den Aufstieg ihrer Jungs und Mädels in die Oberliga hätten Sie schon gesetzt?

Porps: Es war unser Ziel, nach zwei Jahren Verbandsliga die Rückkehr zu schaffen. Mittelfristig wollen wir die Regionalliga anpeilen. Unmöglich ist das nicht, wenn wir uns effektiv verstärken.

Ihr Engagement in Münster begann denkbar ungünstig für Sie.

Porps: Das stimmt. Wir sind in meinem ersten Jahr als Trainer sang- und klanglos untergegangen und aus der Oberliga abgestiegen. Der Fußball-Verein hätte seinen Übungsleiter wahrscheinlich vor die Tür gesetzt. Zum Glück geht es im Badminton etwas humaner zu.

Sie trainieren dreimal die Woche mit dem Team, nur am Wochenende sind Sie außen vor. Wie hoch ist Ihr Anteil am Erfolg?

Porps: Ich bin bescheiden und glaube, dass er nicht bei 50 Prozent liegt. Auf der anderen Seite bin ich überzeugt davon, dass ich meine Begeisterung für den Sport auf alle übertragen habe. Mein Credo ist es, jeden einzelnen mit Spaß und Freude besser zu machen. Und Fortschritte sind ohne Frage zu erkennen.

Wer stellt das Team am Spieltag auf?

Porps: In erster Instanz Kapitän Stefan Oertker. Und auch das Team selbst. Da ist ein jeder gefordert. Das macht es so interessant. Und ab und zu gebe ich nach dem letzten Training auch noch meinen Senf dazu. Das ist übrigens keine typische Nullacht-Besonderheit. In vielen Vereinen ist das gang und gäbe, dass sich der Coach in Sachen Aufstellung zurücknimmt. In Hohenlimburg ist zum Beispiel an den Spieltagen auch kein externer Übungsleiter dabei.

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