Fußball: 3. Liga
SF Lotte kassiert bittere Niederlage gegen Fortuna Köln

Lotte -

Auf die Sportfreunde Lotte dürfte eine ganz heiße Saisonendphase warten. Mit 0:2 (0:1) mussten sie sich am Samstagnachmittag gegen Aufstiegsaspirant Fortuna Köln geschlagen geben. Damit bleiben sie tief im Tabellenkeller. Die Gäste untermauerten, dass sie nicht umsonst ganz oben stehen.

Samstag, 10.03.2018, 00:03 Uhr

Wie seine Kollegen lässt auch Moritz Heyer in dieser Szene eine gute Lotter Chance aus.
Wie seine Kollegen lässt auch Moritz Heyer in dieser Szene eine gute Lotter Chance aus. Foto: Mrugalla

Auf die Sportfreunde Lotte dürfte eine ganz heiße Saisonendphase warten. Mit 0:2 (0:1) mussten sie sich am Samstagnachmittag gegen Aufstiegsaspirant Fortuna Köln geschlagen geben. Damit bleiben sie tief im Tabellenkeller. Die Gäste untermauerten, dass sie nicht umsonst ganz oben stehen. Sie trumpften auf wie eine Spitzenmannschaft, nutzten ihre Chancen konsequent und ließen die Hausherren ein ums andere Mal ins Leere laufen. Die stemmten sich nach Kräften gegen die drohende Niederlage, mussten nach der gelb-roten Karte für Tim Wendel in der 50. Minute aber fast eine Halbzeit in Unterzahl spielen.

Die SFL-Anhänger und auch Trainer Andreas Golombek hatten Schiedsrichter Justus Zorn aus Freiburg als Übeltäter ausgemacht. Allein am Unparteiischen hat es gewiss nicht gelegen, als Heimschiedsrichter hat er sich aber auch nicht erwiesen. Doch wie so oft in dieser Saison leisteten sich die Sportfreunde in entscheidenden Situationen folgenschwere Fehler. So gab es drei Knackpunkte, die die Niederlage besiegelten. In der 38. Minute ließ Max Oesterhelweg Dominik Ernst ziehen, der mit der ersten Gäste-Chance überhaupt gleich zum 1:0 traf. Dann leistete sich Tim Wendel kurz nach der Pause ein überflüssiges Foul und sah die Ampelkarte. Schließlich war es erneut Oesterhelweg, der in der 74. Minute eine Riesenchance zum Ausgleich ausließ. Im Gegenzug machte Köln das 2:0 und damit den Sack zu.

Für Bernd Rosinger ist die aktuelle Situation der Sportfreunde und die Vielzahl der individuellen Fehler „wie verhext“.

Für Bernd Rosinger ist die aktuelle Situation der Sportfreunde und die Vielzahl der individuellen Fehler „wie verhext“. Foto: Mrugalla

„Es ist wie verhext“, verstand Bernd Rosinger die Welt nicht mehr. „Wir waren doch nicht die schlechtere Mannschaft. Aber dann leisten wir uns wieder saudumme Fehler, die der Gegner zu Toren nutzt. Wir dagegen nutzen unsere Chancen nicht. Das ist bitter. Aber wir haben die Qualität, den Klassenerhalt zu schaffen. Wir dürfen nicht aufgeben, müssen weitermachen. Dann schaffen wir es.“

Gleich auf vier Positionen hatte Trainer Andres Golombek seine Startformation gegenüber der Partie beim SV Wehen Wiesbaden verändert. Matthias Rahn, Marco Hober und Andre Dej saßen auf der Bank. Joshua Putze fehlte gelbgesperrt. Dafür rückten Michael Schulze, Tim Wendel, Maximilian Oesterhelweg und Kevin Pires-Rodrigues in die erste Elf. Zudem trumpften die Blau-Weißen wieder mit einer Viererkette auf und spielten im angestammten 4-3-3.

Beide Seiten begannen äußerst verhalten. Fehler vermeiden war oberste Maxime. Ein ordentlicher Spielaufbau fand bei vielen langen Bällen nicht statt, was allerdings auch den schlechten Platzverhältnissen geschuldet gewesen sein dürfte. Der Rasen im Frimo-Stadion erwies sich, nachdem die Sportfreunde dort unter der Woche mehrfach trainiert hatten, als Rumpelwiese. So tat sich vor beiden Toren nicht allzu viel.

Erst in der 21. Minute sorgte Max Oesterhelweg aus 28 Metern mit eine direkten Freistoß für so etwas wie Gefahr. Zwei Minuten später verpasste Bernd Rosinger nach einer Ecke das Tor nur knapp. Die Sportfreunde schienen nun die Partie in den Griff zu bekommen. Umso überraschender hieß es plötzlich 0:1. Mit ihrer ersten Chance überhaupt, bis dahin war von den Gästen offensiv nichts zu sehen, ging Fortuna in Führung. Einen weiten Ball von Maik Kegel nahm der nach vorne geeilte Dominik Ernst auf. Oesterhelweg hatte nicht aufgepasst, so dass der Rechtsverteidiger frei vor SFL-Schlussmann David Buchholz auftauchte und sicher vollendete.

Im Gegenzug wäre Rosinger fasst der Ausgleich gelungen. Sein Schuss verfehlte jedoch um Zentimeter das Ziel. So blieb es zur Pause beim knappen Vorsprung für die Fortuna. Wenn auch der Rückstand unglücklich zustande gekommen war, mussten sich die Sportfreunde bis dahin den Vorwurf gefallen lassen, nicht nur zahlreiche Fehlpässe fabriziert, sondern insgesamt auch zu wenig getan zu haben.

Die zweite Hälfte begann alles andere als verheißungsvoll. Nach einem Foul an Keite-Ruel sah Tim Wendel in der 50. Minute die gelb-rote Karte. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Fortan musste Lotte in Unterzahl spielen. Die Sportfreunde mühten sich nun redlich und wären nach einer Stunde fast mit 0:2 in Rückstand geraten. Nach einem Freistoß kam Bernad Kyere frei zum Kopfball. Buchholz machte die Chance mit einer Glanzparade jedoch zunichte.

Mit der Hereinnahme von Andre Dej für Michael Schulze agierten die Sportfreunde mit einer Dreierkette und setzten ganz auf Offensive, wurden dadurch allerdings anfälliger für Konter. Und doch hätten sie um ein Haar Erfolg gehabt. Nach einer weiten Ball tauchte Oesterhelweg frei vor Kölns Keeper Tim Boss auf. Doch der Lotter Linksaußen schoss Boss an. Die Riesenchance zum Ausgleich war vertan. Auf der anderen Seite machte es stattdessen Daniel Keita-Ruel besser, als er eine schöne Einzelleistung mit dem 2:0 für die Gäste abschloss. Das war´s.

SF Lotte: Buchholz - Langlitz, Rossmann, Straith, Schulze (61. Dej) - Wendel, Heyer (76. Brock) - Pires-Rodrigues - Lindner (37. Wegner), Rosinger, Oesterhelwg.

Fortuna Köln : Boss - Ernst (83. Bröker), Kyere Mensah, Menz, Patzurek – Brandenburger, Kegel (78. Adil Kurt) – Scheu (87. Kessel), Dahmani, Farrona Pulido – Keita-Ruel.

Tore: 0:1 Ernst (38.), 0:2 Keite-Ruel (75.). - Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg). - Gelbe Karten : Pires-Rodrigues, - Kegel. - Gelb-Rot: Wendel (50., wiederholtes Foulspiel). - Zuschauer: 1819.

Trainerstimmen:

Uwe Koschinat (Fortuna Köln): „Ich habe in der ersten Halbzeit ein den Platzverhältnissen geschuldetes ein sehr niveauarmes Spiel gesehen. Beiden Mannschaften ist es nicht gelungen, mit Struktur nach vorne zu spielen. Uns ist es schwer gefallen, in eine gute Spielkonstellation kommen. In einigen Situationen hatten wir Glück. Uns war bis dahin nicht viel gelungen, dennoch gehen wir in Führung. Das war für uns ein Dosenöffner. Da ist unser Selbstvertrauen gewachsen. Dann hat uns die gelb-rote Karte gegen Wendel in die Karte gespielt. Mit dem 2:0 war das Spiel gelaufen, wenn auch Lotte nie aufgesteckt hat.“

Andreas Golombe k (SF Lotte): „In der ersten Halbzeit gab es nicht viele Aktionen. Wir haben nicht viel zugelassen, geraten aber wieder durch einen individuellen Fehler in Rückstand. Das ist mehr als unglücklich. Dennoch habe ich den Jungs gesagt, dass wir nicht aufstecken dürfen. Als wir dann auch noch die gelb-rote Karte bekamen, wurde es schwierig. Und doch haben wir nie aufgegeben, hatten die Chance von Oesterhelweg. Dann bekommen wir das 0:2, was sehr ärgerlich war. Ich muss allerdings sagen, dass ich immer mehr das Gefühl habe, dass man Lotte anscheinend in der Liga nicht haben will. So oft wird etwas gegen uns gepfiffen. In Wiesbaden und auch heute hätten wir einen Elfmeter bekommen können. Da bleibt der Pfiff aus. Das finde ich schon sehr merkwürdig.“

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