Rudern: Deutschland-Achter
Felix Brummel hofft auf das Ticket für den Deutschland-Achter

Münster -

Der Deutschland-Achter ist nach wie vor das Flaggschiff des deutschen Rudersports. Wer (s)einen Platz darin findet, gehört zu den Großen. Für Felix Brummel vom RV Münster könnte sich am 3. Mai ein Traum erfüllen, wenn der Bundestrainer die Besatzung für das Paradeboot bekannt gibt.

Montag, 23.04.2018, 14:04 Uhr

Die Konkurrenz im Blick, den Deutschland-Achter im Visier: Felix Brummel (l.) und René Schmela machten auf dem Baldeneysee Werbung in eigener Sache. Eindruck hinterließen auch Bennet Pennekamp (kleines Bild/r.) und Luka Frankenstein. Sie holten DM-Bronze im Zweier.
Die Konkurrenz im Blick, den Deutschland-Achter im Visier: Felix Brummel (l.) und René Schmela machten auf dem Baldeneysee Werbung in eigener Sache. Eindruck hinterließen auch Bennet Pennekamp (kleines Bild/r.) und Luka Frankenstein. Sie holten DM-Bronze im Zweier. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de

Am 3. Mai bittet der Deutsche Ruderverband zum Ortstermin. Im Ruderleistungszentrum am Dortmund-Ems-Kanal in Dortmund machen die Bundestrainer das, was man landläufig wohl „die Katze aus dem Sack lassen“ nennt: An diesem 3. Mai wird die Besatzung des Deutschland-Achters präsentiert – des Bootes, das nach wie vor als Flaggschiff des deutschen Rudersports gilt. Seit „Ruder-Professor“ Karl Adam seine Schützlinge 1960 und 1968 zu Olympia-Gold rudern ließ, zählen die acht Rollsitze im vergleichsweise anonymen Großboot zu den begehrtesten Plätzen im deutschen Rudersport. Das größte Boot trägt auch die größte Verantwortung für die Befindlichkeit im deutschen Rudersport: Achter gut – alles gut, lautet das Motto.

Noch laufen die abschließenden Auswertungen der bislang gezeigten Leistungen, doch viel spricht dafür, dass Chef-Trainer Ralf Holtmeyer in dieser Saison, die ihren Höhepunkt in der Weltmeisterschaft im bulgarischen Plovdiv findet (9. bis 16. September), wieder einen Ruderer aus Münster an Bord bittet. Felix Brummel , vor zwei Jahren noch Kandidat für den mittlerweile aus dem olympischen Programm gestrichenen Leichtgewichtsvierer, hat in jeder Hinsicht zugelegt: Der Junior ist älter geworden, das Leichtgewicht schwerer. Mehr Erfahrung und mehr Kraft haben den Münste­raner mitten hinein gespült in den Kreis der besten ­deutschen Ruderer: Beeindruckende Werte auf dem Ergometer, Spitzenplätze bei den frühen Langstreckentests und jetzt Platz vier bei den Deutschen Kleinboot-Meisterschaften in Essen. Die Zeichen stehen gut, dass der RV Münster nach Peter Hoeltzenbein und Andreas Lütkefels (1993/1994) sowie Philipp Stüer (2006/2007) zum vierten Mal einen starken Mann in das deutsche Traumschiff schicken kann.

Gemeinsam mit René Schmela aus Berlin musste Brummel auf dem Baldeneysee nur drei Duos den Vortritt lassen – und zählt damit zu den acht besten Riemenruderern Deutschlands.

Für das Team Deutschland-Achter werden zunächst 16 Planstellen besetzt: Acht im Achter, sechs weitere Ruderer finden Platz in Vierer und Zweier – zwei Ersatzmänner bilden das Notfall-Kommando. Brummels Heimtrainer vom RV Münster, Thorsten Kortmann, ist sich vergleichs­weise sicher, dass der DRV in dieser Saison mit dem ­23-Jährigen planen wird: „Ein Boot musste in Essen erkrankungsbedingt aussetzen. Aber auch so hat Felix einige arrivierte Ruderer und amtierende Weltmeister hinter sich gelassen. Das hat Eindruck hinterlassen.“

Eindruck hinterließen auch Bennet Pennekamp (RV Münster) und Luca Frankenstein (ARC Münster), die Münsters Ruder­szene in einer harmonischen und rein münsterischen Renngemeinschaft zur Bronze-Medaille im Leicht­gewichtszweier ruderten. Auch die anderen Teilnehmer aus Münster schlugen sich achtbar im Kräfte­messen mit den besten Ruderern des Landes. Junior Henri Schwinde erreichte im Einer Rang 17 und bleibt damit aussichtsreicher Kandidat bei der Besetzung von Doppelzweier und Doppelvierer im U-21-Bereich. Im Leichtgewichtszweier der A-Junioren lieferten sich gleich zwei Boote mit münsterischer Besetzung ein direktes Duell, das am Ende Floyd Benedikter gemeinsam mit dem Waltroper Sören Henkel als Gesamt-Neunte vor Sönke Kruse und Louis Kirstein (15.) für sich entscheiden konnte. Direkt aus dem Abi-Stress heraus gingen John Heithoff und Yanik Sacherer an den Start und belegten einen angesichts der unorthodoxen Vorbereitung ordentlichen 22. Platz im Senioren-Zweier. Luisa Neerschulte ruderte mit Partnerin Janina Hanßen (Essen) ins B-Finale im Zweier und belegte schließlich Gesamtrang zehn. Neerschulte wird sich in dieser Saison verschärft den akademischen Ruder-Studien widmen. Hier steht die Studenten-WM in Shanghai dicht bevor.

Der ARC Münster brachte mit Michael Weppelmann (Platz 30 im Einer) und Maike Eckert (36.) zwei weitere Ruderer auf die Ergebnis­listen.

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