Rudern: „Team Deutschland-Achter“
Noch kein Platz für Felix Brummel im deutschen Flaggschiff

Dortmund -

Felix Brummel ist zwar kein Leichtgewicht mehr, muss im Kader der schweren Jungs aber noch etwas Geduld aufbringen. Eine Nominierung für den Deutschland-Achter war für ihn noch nicht drin. Aber im Vierer ist der Athlet des RV Münster dabei.

Freitag, 04.05.2018, 15:05 Uhr

„Schwergewicht“ Felix Brummel vom RV Münster hat den Sprung ins „Team Deutschland-Achter“ geschafft, wird aber zunächst im deutschen Vierer an den Start gehen.
„Schwergewicht“ Felix Brummel vom RV Münster hat den Sprung ins „Team Deutschland-Achter“ geschafft, wird aber zunächst im deutschen Vierer an den Start gehen. Foto: Ansgar Griebel

Felix Brummel hat den Arbeitgeber gewechselt: Vor zwei Jahren ruderte der Maschinenbaustudent noch unter der Flagge des Deutschen Ruderverbandes (DRV ) und holte 2015 und 2016 jeweils WM-Silber im Leichtgewichts-Vierer – inzwischen ist Brummel nicht nur zwei Jahre älter und 20 Kilogramm schwerer, sondern auch aktiver Mitarbeiter der „Team Deutschland-Achter GmbH“. Immer noch unter fachkundiger Anleitung von Deutschlands führenden DRV-Trainern, finanziell aber unabhängig und mit klarem Fokus auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die GmbH hat am Olympiastützpunkt in Dortmund die schweren Jungs der deutschen Ruder-Elite versammelt und steuert mit drei Booten auf Medaillenkurs. Denn auch wenn der Teamgedanke im Team Deutschland-Achter groß geschrieben wird, im gleichen Boot sitzen die derzeit 20 Mitglieder dennoch nicht: Ans deutsche Flaggschiff hat Disziplin-Trainer Uwe Bender in Absprache mit DRV-Chefcoach Ralf Holtmeyer das Schild „geschlossene Gesellschaft“ gepappt – hier gibt es aktuell keinen Platz für Newcomer wie den 23-Jährigen vom RV Münster .

„Enttäuscht bin ich nicht“, nahm Brummel die offizielle Team-Präsentation am Donnerstag gelassen, „natürlich spekuliert man auf einen Platz im Achter. Aber realistisch betrachtet, gab es da doch einige Einschränkungen.“ Die größte und entscheidende dürfte dabei die Vorgeschichte der alten und neuen Besatzung im Traumschiff des deutschen Ruderverbandes sein. Im vergangenen Jahr wurde der Achter ungeschlagen Europameister, Weltcupsieger und Weltmeister – mehr geht nicht. Nachdem dann auch der Vertrag von Uwe Bender verlängert worden war, soll die Erfolgsgeschichte nun zunächst im aktuellen Wettkampfjahr und dann auch Richtung Tokio fortgeschrieben werden.

„Never change a winning team“, lautete dann auch die klare Vorgabe bei der Neubesetzung. Rund um Steuermann Martin Sauer und Leitwolf Richard Schmidt, beide schon seit zehn Jahren an Bord, soll die Crew weitere Rekorde einfahren – angetrieben „von der starken Konkurrenz im eigenen Team“, so Bender. Denn bei den deutschen Kleinboot-Meisterschaften vor 14 Tagen in Essen ruderten sich andere Athleten in den Blickpunkt: Laurits Follert (Krefeld) und Paul Schröter (Berlin) beispielsweise, die Platz drei belegten, oder René Schmela (Berlin) und eben Felix Brummel als DM-Vierte. Dieses Quartett wird vorläufig gemeinsam den Vierer bilden, für den Bender ebenfalls große Ziele ausgeschrieben hat: „Der Vierer muss mal als physisch starke Mannschaft an den Start gehen. Und ich denke, dass wir in diesem Jahr ein richtiges Pfund in der Hand haben.“ Die Pfundskerle sollen den sechsten WM-Platz aus dem Vorjahr toppen und ihr Boot bei der Weltmeisterschaft im Herbst im bulgarischen Plovdiv in Medaillennähe steuern, so der Plan.

Doch im Gegensatz zum Achter wird der Vierer noch einige Klippen zu umschiffen haben. Bei der Hügelregatta in 14 Tagen werden an beiden Regattatagen je zwei deutsche Vierer in unterschiedlichen Besetzungen gegeneinander antreten. Erst danach werden die Bundestrainer endgültig Namensschilder an die Rollsitze kleben – und die Wettkampfsaison 2018 starten, die gleichzeitig auch die zweijährige Olympia-Vorbereitung einläutet. „Da freue ich mich drauf“, sagt Felix Brummel, der den Wechsel von den Leicht- zu den Schwergewichten in kürzester Zeit nahezu perfekt umgesetzt hat – mit einem kleinen Schönheitsfehler: In seinem neuen Vierer ist er mit 91 Kilogramm schon wieder das Leichtgewicht . . .

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