Tennis: 2. Damen-Bundesliga
Union überrascht sich selbst und Berlin: 5:4-Sieg zum Auftakt

Münster -

Mit diesem Auftakt hatte kaum jemand gerechnet. Der TC Union Münster bezwang zum Start der Zweitliga-Saison den höher gehandelten LTTC RW Berlin mit 5:4 (4:2) und machte damit den ersten Schritt zum angepeilten Klassenerhalt.

Freitag, 11.05.2018, 13:05 Uhr

Beim überraschenden 5:4-Erfolg des TC Union über den LTTC RW Berlin spielte Andrea Böckmann eine entscheidende Rolle. Sie gewann ihr Einzel und auch ihr Doppel mit Julia Wachaczyk.
Beim überraschenden 5:4-Erfolg des TC Union über den LTTC RW Berlin spielte Andrea Böckmann eine entscheidende Rolle. Sie gewann ihr Einzel und auch ihr Doppel mit Julia Wachaczyk. Foto: fotoideen.com

Als hartnäckig und unangenehm hat sich der TC Union Münster in den vergangenen Jahren in der 2. Bundesliga Nord präsentiert und hat sich mit diesen Eigenschaften vier Mal in Serie den Klassenerhalt erarbeitet. Am ersten und von zahlreichen Regenpausen unterbrochenen Spieltag seiner fünften Saison im Tennis-Unterhaus hat sich der TCU gleich seiner alten Tugenden besonnen und ist mit einer dicken Überraschung gestartet. Mit 5:4 (4:2) gewann das Team von der Steinfurter Straße gegen den LTTC RW Berlin und machte damit seinen Coach Thomas Heilborn beinahe sprachlos. „Mir gehen fast die Superlative aus. Das war genial, was die Mädels da auf die rote Asche gezaubert haben“, sagte Heilborn.

Ohne eine ausländische Verstärkung – die Südafrikanerin Chanel Simmonds debütiert erst am Sonntag (11 Uhr) beim TC 1899 BW Berlin – war Münster angetreten und zeigte vom ersten Ballwechsel an, dass eine Revanche für die 3:6-Niederlage aus dem Vorjahr möglich war. Ria Dörnemann hatte in zwei Sätzen vorgelegt, in einem hochklassigen Match rang Franziska Etzel vor gut 250 Zuschauern Anica Stabel im Match-Tiebreak nieder. Und aus dem 2:0 hätte gar ein 3:0 werden können, doch Tina Kötter verspielte im Match-Tiebreak gegen Adelinda Krüger eine 7:3-Führung und verlor letztlich 6:4, 2:6, 7:10. „Da kann man Tina keinen Vorwurf machen. Ihr Punkt wäre vielleicht auch des Guten zu viel gewesen“, meinte Heilborn wohlwissend, dass drei der vier Dreisatz-Partien in den Einzeln an seine Mannschaft gingen. So wie die von Manon Kruse, die Santa Strombach bezwang, und die von Andrea Böckmann, die sich gegen die frühere Nummer 93 der Welt (Masa Zec-Peskiric) behauptete.

„In den Einzeln hat wirklich fast alles geklappt“, sagte Heilborn, der auch bei der Doppelaufstellung ein richtiges Händchen hatte – trotz nur eines weiteren Punktes, den viel umjubelt Rückkehrerin Julia Wachaczyk/Böckmann beim 6:2, 5:7, 10:5 gegen Nastja Kolar/Stabel erkämpften. Dabei bewies die Linkshänderin Wachaczyk auch auf der für sie ungewöhnlichen rechten Returnseite ihren Wert für das Team, dazu warf Böckmann all ihre Klasse und Routine ein. „Das war ein exzellentes Doppel“, lobte der Coach. Dass Etzel/Dörnemann und Kruse/Kötter trotz guter Leistungen knapp verloren, war schnell vergessen.

Am Sonntag geht es für Union in die Hauptstadt zum zweiten Berliner Club, der Bundesliga-Absteiger und Aufstiegsfavorit dürfte angesichts des Unioner Coups gewarnt sein. „Ich denke, dass Blau-Weiß mit der bestmöglichen Aufstellung gegen uns antreten wird. Alles andere als eine Niederlage wäre überraschend“, sagte Heilborn. Eines aber wird der TC Union ganz sicher sein: hartnäckig und unangenehm. ► TC Union Münster - LTTC Rot-Weiß Berlin 5:4 (4:2): Julia Wachaczyk - Nastja Kolar (Slowenien) 4:6, 3:6; Franziska Etzel - Anica Stabel 6:4, 2:6, 10:8, Manon Kruse - Santa Strombach 6:4, 5:7, 10:6; Ria Dörnemann - Ana Savic (Kroatien) 6:4, 6:2; Andrea Böckmann - Masa Zec-Peskiric (Slowenien) 3:6, 7:5, 10:4; Tina Kötter - Adelinda Krüger 6:4, 2:6, 7:10; Wachaczyk/Böckmann - Kolar/Stabel 6:2, 5:7, 10:5; Etzel/Dörnemann - Savic/Zec-Peskiric 3:6, 6:7; Krüse/Kötter - Strombach/Emma Gevorgyan 5:7, 6:2, 13:15.

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