Rudern: Hügelregatta
Entscheidung vertagt – Brummel hofft weiter auf einen Platz im DRV-Boot

Münster -

Die Bundestrainer sind nicht zu beneiden. Aus zehn Kandidaten müssen sie sechs Ruderer auswählen, die die Plätze im deutschen Vierer und Zweier einnehmen dürfen. Felix Brummel vom RV Münster hofft nach der Hügel-Regatta in Essen weiter auf positive Kunde von den Coaches.

Dienstag, 15.05.2018, 15:05 Uhr

Dieses Quartett war vor der Hügelregatta auf dem Baldeney-See erste Wahl für den Deutschland-Vierer. Nach den Rennen beginnt für (v.l.) Felix Brummel, René Schmela, Paul Schröter und Laurits Follert wieder das große Zittern.
Dieses Quartett war vor der Hügelregatta auf dem Baldeney-See erste Wahl für den Deutschland-Vierer. Nach den Rennen beginnt für (v.l.) Felix Brummel, René Schmela, Paul Schröter und Laurits Follert wieder das große Zittern. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de

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ie Hügelregatta hat Felix Brummel hinter sich, über den Berg ist der Ruderer des RV Münster auf dem Weg zu internationalen Einsätzen für Deutschlands Ruderelite aber immer noch nicht. Die zuständigen Bundestrainer hatten sich die Ergebnisse der Wettkämpfe auf dem Essener Baldeneysee offensichtlich etwas anders und vor allem etwas aussagekräftiger vorgestellt. Statt die finale Zuteilung der Kaderathleten auf die Rollsitze der DRV-Boote vorzunehmen, mussten Chefcoach Ralf Holtmeyer und Achter-Trainer Uwe Bender am Montag noch mal außerplanmäßig in Klausur gehen – am Dienstag um 7.30 Uhr sollen nun die zehn Kandidaten für die sechs Plätze im Deutschland-Vierer und -Zweier über ihre sportliche Zukunft zumindest für den ersten Weltcup dieser Saison in Zagreb (1. bis 3. Juni) informiert werden.

„Ich habe mir vorgenommen, da nicht zu viel drüber nachzudenken“, sagt Felix Brummel, der vor der zur Nagelprobe erkorenen Hügelregatta gemeinsam mit Zweierpartner Renè Schmela aus Berlin zu den heißen Kandidaten für den Vierer galt – der Achter ist ohnehin aktuell kein Thema, weil der ungeschlagenen Weltmeister-Besatzung des Vorjahres hier ohne Wenn und Aber Vorfahrt eingeräumt worden war. Doch jetzt sind die Chefs wieder heftig ins Grübeln geraten, weil aus­gerechnet die Gewinner der Vorbereitung die Verlierer von Essen waren: Schlagmann Laurits Follert (Krefeld) und Paul Schröter (Berlin) hatten bei der Deutschen Kleinbootmeisterschaft Platz drei belegt und waren damit schon fast für den Vierer gesetzt. Bei der Hügelregatta hatten ausgerechnet diese beiden an beiden Veranstaltungstagen mit wechselnden Partnern jeweils das Nachsehen.

Während es also an der Spitze eng wird, gab es in der zweiten Reihe auf dem Baldeneysee ordentliche bis sehr gute Ergebnisse für die heimischen Ruderer zu vermelden. Maike Eckert vom ARC Münster ruderte gemeinsam mit Julia Tertünte vom RVM auf Platz zwei im leichten Zweier, im viertschnellsten Leichtgewichtszweier der Männer saß mit Luca Frankenstein (ARC) und Bennet Pennekamp (RVM) ebenfalls eine münsterische Renngemeinschaft – sie ließ dabei nur einer anderen ­U-23-Besatzung den Vortritt. Platz drei belegte Luisa Neerschulte (RVM) im schweren Zweier und saß damit im schnellsten Boot mit deutscher Besatzung. Henri Schwinde (RVM) und Michael Weppelmann (ARC) kamen in unterschiedlichen Rennen in ihren Doppelvierern ­jeweils als Achte ins Ziel.

Im Nachwuchsbereich waren gleichzeitig Bentje und Tjorven Schneider (ARC) in Waltrop unterwegs und erfolgreich. Bentje siegte dabei über 2000, Tjorven über die 3000 Meter.

„Es ist schwer für die Trainer, das Ganze jetzt zu bewerten“, kann Brummel die gemischte Gefühlslage bei seinen Chefs durchaus nachvollziehen, bangt deswegen aber auch um die eigene Positionierung. Gemeinsam mit René Schmela saß er am Samstag zunächst mit Follert und Schröter im Verliererboot, siegte dann aber am Sonntag an der Seite von Felix Drahotta (Leverkusen) und Peter Kluge (Celle) – die wiederum beide Rennen für sich hatten entscheiden können. „Schwierig und alles offen“, sagt Brummel nun. „Ich kann nur abwarten.“

Genau das ist mittlerweile eine Tugend des Münsteraners, der sich in der vergangenen Saison geduldig an die „schweren Jungs“ herangearbeitet und seinen sicheren Platz im deutschen Leichtgewichtskader zugunsten einer olympischen Karriere bei den Schwergewichten aufgegeben hatte. Brummel ist nach wie vor dicht dran. Ob und in welchem Boot er in dieser Saison, die aus sportlicher Sicht ihren Höhepunkt bei den Weltmeisterschaften im bulgarischen Plovdiv findet, rudern wird, bleibt offen. Einen wichtigen Fingerzeig gibt es eben an diesem Dienstagmorgen. „Zumindest für den ersten Weltcup“, so Brummel. Anschließend bleibt der Kampf um die Rollsitze bestehen – zumal der Weg bis zu den Olympischen Spielen 2020 noch weit ist.

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