Leichtathletik: Hallesche Werfertage
David Schepp ist Weltjahresbester

Münster -

Da hat er einen rausgehauen: Bei den Halleschen Werfertagen sicherte sich Speerwerfer David Schepp (17) vom SC Preußen Münster mit 75,69 Metern den Eintrag in die Weltjahresbesten-Liste.

Freitag, 01.06.2018, 15:52 Uhr

Preußen-Speerwerfer David Schepp
Preußen-Speerwerfer David Schepp Foto: Sven Thiele

Die Leichtathletik-Saison ist noch jung, aber ein 17-Jähriger vom SC Preußen Münster packte schon mal „einen aus“: David Schepp heißt der junge Mann, der im vergangenen Jahr von der TSG Dülmen zum SC Preußen wechselte und sich am Wochenende bei den Halleschen Werfertagen an der Saale nicht nur einen, sondern den Eintrag in die Weltjahresbesten-Liste sicherte. Die führt der Schüler des Dülmener Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs seit einer Woche an. Mit 75,69 Metern warf David Schepp den 700 Gramm schweren Speer so weit, wie noch kein anderer der U-18-Altersklasse zuvor in diesem Jahr. Was ihn einerseits zu einem Kandidaten für die U-18-Europameisterschaften (5. bis 8. Juli in Györ/Ungarn) macht, andererseits aber auch zwingt, die nun erzielte Norm (69 Meter) dafür bei der Junioren-Gala in Schweinfurt (23. und 24. Juni) zu bestätigen. DLV-Nachwuchsbundestrainer Ralf Wolbrück hat David Schepp jedenfalls auf seinem Zettel.

In zwei Jahren will Schepp sein Abitur machen, bis dahin stellt er den Sport ganz nach oben auf seiner Werteskala. Kompromisse geht er nach eigenen Angaben dabei allerdings nicht ein. Das Abitur genießt mit dem Sport zusammen Vorrang. Fürs Angeln, seinem zweitliebsten Hobby, bleibt da kaum mehr Zeit. Training mit Preußens Disziplin-Coach Thomas Brack ist täglich.

Dabei ist David Schepp als Mehrkämpfer aus Dülmen zu den Preußen gestoßen. Auch im Bundeskader hatte er schon auf sich aufmerksam gemacht. „Der Zehnkampf war aber zu aufwendig, zu viel Spezialtraining“, sagt Schepp, der zusammen mit Drei- und Hochspringer Florian Hornig aus der kleinen, aber feinen Dülmener Trainingsgruppe nach Münster kam. „Hier ist das Training natürlich viel intensiver. Die Anlage, die Geräte, die Betreuung durch Thomas Brack sind deutlich besser“, schildert er. Und: „Kein Vorwurf an die TSG“.

Im Mehrkampf war Hochsprung seine Lieblingsdisziplin, doch im Dezember warf ihn eine Meniskus-Operation zurück. Das war’s mit dem Höhenflug, nun geht’s auf Weite. „Diskuswerfen mache ich aber weiter, weil ich Spaß daran habe“, betont Schepp seine Vielseitigkeit.

Der Erfolg rückt nun den Speerwurf in den Vordergrund. Die nationalen Größen wie Weltmeister Johannes Vetter (Dresden) und Olympiasieger Thomas Röhler (Jena) hat er noch nicht persönlich kennengelernt, hat sie auch nicht zu Vorbildern erhoben, wie David Schepp sich mit der Auswahl an Idolen ohnehin eher zurückhält. „Ich bin ja erst mal ein knappes Jahr in der Wurf-Szene“, sagt er.

Was ihn nicht davon abhält, nach Höherem zu streben. „Auf internationaler Ebene“ möchte er schon starten dürfen. Wenn die Gesundheit mitspielt. Nach einer Meniskus-OP schwächelte der Rücken. „Ich kann Rückschläge einstecken“, sagt er. Selbstbewusst ist der junge Mann jedenfalls: „Ich liebe die großen Wettkämpfe, da ist die Spannung größer“, schildert er seine Erfahrungen aus Halle, wo das internationale Starterfeld einen jungen Mann vom SC Preußen Münster erlebte, der plötzlich ganz nach oben gespült wurde. „Ich war ganz aufgeregt. Erst konnte ich das Ganze gar nicht fassen“, sagt Schepp. Mittlerweile wartet er nur darauf, wieder „einen rauszuhauen“, wie es im Jargon heißt, und zu beweisen, dass sein Platz als Nummer eins der Weltjahresbesten-Liste bestimmt kein Zufall ist.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5785135?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F3814580%2F
Nachrichten-Ticker