Speckbrett: Stadtmeisterschaften
Michael Thiemann im Interview: „Die Ballwechsel lassen sich oft kurz halten“

Münster -

In den vergangenen Jahren war Michael Thiemann nicht nur eine feste Größe bei den Stadtmeisterschaften im Speckbrett, sondern fast immer bis zum Schluss in der Sonderklasse dabei. Im Interview erzählt er, was er besonders an seinem Sport mag.

Freitag, 10.08.2018, 16:25 Uhr

Hochkonzentriert und in der Regel schwer erfolgreich: Michael Thiemann, der Führende der Speckbrett-Rangliste.
Hochkonzentriert und in der Regel schwer erfolgreich: Michael Thiemann, der Führende der Speckbrett-Rangliste. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Dominator der vergangenen Jahre auf den Speckbrett-Plätzen der Stadt hieß zweifelsohne Michael Thiemann. Auch wenn er 2017 eine Auszeit nahm (der Urlaub mit der Familie ging vor), kann sich seine Bilanz sehen lassen. Sechs Einzeltitel in der Sonderklasse gewann er seit 2005, dazu neun im Doppel und einen im Mixed. Einsamer Rekord sind seine 13 Finalteilnahmen im Einzel, die erste vor 22 Jahren. Im September könnte er mit seinem dann 16. Triumph klassenübergreifend der erfolgreichste Sonderklassen-Akteur aller Zeiten werden. Wie er sich in der Rangliste nach vorne tastete, warum er kein Problem darin sieht, parallel Tennis zu spielen und warum er das Miteinander in der Szene schätzt, verriet der 41-Jährige unserem Redakteur Thomas Rellmann im Interview.

2015 gewannen Sie drei Titel auf einen Schlag, 2016 zwei, dann folgte als junger Papa 2017 die Pause. Bei der Jubiläumsstadtmeisterschaft, die am 18. August startet, sind Sie aber wieder dabei, oder?

Thiemann: Ja, zumindest im Einzel und Doppel. Das Mixed lasse ich aus, genau wie die Ü-40-Konkurrenz, in der ich schon spielen dürfte.

Sie schwingen den Holzschläger schon ewig. Warum taucht Ihr Name erst 2002 in der Siegerliste auf?

Thiemann: Das hängt mit Michael Roloff zusammen. Der ist der Rekordgewinner in der Sonderklasse, gegen ihn habe ich eine 1:4-Finalbilanz, wie Timo Höppner in seiner Statistik für die 50. Auflage errechnet hat. Als er nicht mehr gespielt hat, war der Weg für Leute wie Jochen Zeidler oder mich frei.

Sie spielen auch hochklassig bis zur Regionalliga Tennis für die SV Münster 91. Wie verträgt sich das mit Speckbrett? Andere würden angesichts der Technikwechsel vermutlich verrückt werden ...

Thiemann: Das war für mich nie ein Problem. Ich spiele immer schon beides nebeneinander. Im Zweifel geht Tennis in der Mannschaftssaison aber vor. Negative Auswirkungen habe ich aber nie gespürt. Fürs Doppel sind die Erfahrungen mit dem Speckbrett sogar von Vorteil, weil man deutlich mehr Volleys spielt und öfter am Netz ist.

Wie häufiger trainieren Sie mit dem Speckbrett?

Thiemann: Sonst öfter als in diesem Jahr. Ich stand wirklich erst drei Mal auf dem Platz. Das wird im Turnier diesmal hart für mich. Gegen meinen Kumpel Hendrik Bertling habe ich zuletzt zwei Mal verloren.

Was macht den Sport für Sie so faszinierend?

Thiemann: Vor allem, dass es eine historische und ur-münsterische Sportart ist, die zu unserer Stadt gehört. Das Spiel an sich ist auch cool, eine schöne Abwechslung zum Tennis. Das Doppel macht sogar mehr Spaß. Und natürlich die lockere Atmosphäre. Die Leute sind nett und nicht überehrgeizig wie manchmal beim Tennis. Wenn wir uns in Sudmühle treffen, springen da viele bei 30 Grad in Badehose und ohne T-Shirt rum. Das wäre beim Tennis undenkbar. Anschließend geht’s dann noch kurz ins Schwimmbecken oder es gibt noch ein Bierchen. Alles super entspannt.

Wo genau liegen für Sie denn die Unterschiede?

Thiemann: Speckbrett ist offensiver, aggressiver. Da versuche ich selbst zu punkten. Ich spiele viel Vorhand, gehe früher ans Netz, weil ich dort nicht so schnell passiert werden kann, denn das Feld ist ja schmaler als beim Tennis. Die Ballwechsel lassen sich oft kurz halten. Das kommt mir entgegen.

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