Rudern: Weltmeisterschaft
Brummel und seine Vierer-Kollegen ausgepumpt und abgeschlagen Sechster

Münster -

Am Sonntag konnten die vier Jungs aus dem Deutschland-Vierer schon wieder jubeln: über den Sieg der Kollegen im Achter. Tags zuvor herrschte noch Frust beim deutschen Quartett. Beim eigenen WM-Finale kam das Boot nie so recht in Fahrt.

Sonntag, 16.09.2018, 16:46 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 14:12 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 16:46 Uhr
Ausgepumpt und frustriert: Der Deutschland-Vierer konnte im WM-Finale nicht an die guten Leistungen aus Vorlauf und Halbfinale anknüpfen und wurde mit Abstand Letzter. Kein guter WM-Abschluss für (v.l.) Felix Drahotta, Nico Merget, Peter Kluge und Felix Brummel.
Ausgepumpt und frustriert: Der Deutschland-Vierer konnte im WM-Finale nicht an die guten Leistungen aus Vorlauf und Halbfinale anknüpfen und wurde mit Abstand Letzter. Kein guter WM-Abschluss für (v.l.) Felix Drahotta, Nico Merget, Peter Kluge und Felix Brummel. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de

Völlig erschöpft und frustriert blickte der deutsche Rudervierer nach dem WM-Finale auf die Anzeigetafel, die in nackten Zahlen das dokumentierte, was die Athleten zuvor auf dem Regattakanal von Plowdiw leibhaftig miterlebt hatten: Ein Rennen weitab von den eigenen Zielsetzungen und am Ende eben auch weit hinter den fünf Konkurrenten, die knapp sechs Minuten zuvor und zwei Kilometer entfernt noch Rumpf an Rumpf auf Medaillenjagd gegangen waren.

„Wir haben danach noch auf dem Steg gesessen und gedacht: Was ist denn da passiert?“, beschrieb Felix Brummel die Gemütslage im Boot der vier enttäuschten Recken. Der Mann des RV Münster saß im Bug des DRV-Bootes und passierte damit noch als Erster die Ziellinie – aber eben auch erst fünf Sekunden nach den fünftplatzierten Briten. Der neue Weltmeister aus Aus­tralien hatte gar elf Sekunden Vorsprung auf das deutsche Boot, das sich im Vorfeld so viel vorgenommen hatte.

„Aber das ging schon schlecht los. Wir kamen nicht ins Rennen, mussten viel zu viel Aufwand betreiben, während es den anderen offensichtlich viel leichter fiel“, so Brummel. Von Bahn eins aus verschwanden die Konkurrenten nach und nach aus dem Blickfeld – zuletzt auch noch das britische Boot, das das deutsche Quartett auf der zweiten Rennhälfte deutlich distanzierte. „Und dann war da kein Boot mehr, mit dem wir uns matchen konnten“, so Brummel. Abgeschlagen und dennoch mit sehr hohem Aufwand, aber irgendwie wenig ökonomischem Ertrag kam das DRV-Boot als sechstes und letztes ins Ziel.

Am Sonntag klärte sich der Blick aufs Geschehen, die vier Niedergeschlagenen richteten sich als Zuschauer bei den letzten WM-Finals langsam wieder auf, sahen die Kollegen im Achter Gold einfahren und nutzten die Euphorie im gesamten Team, um auch die eigene Leistung mit etwas Abstand neu zu bewerten. „Sechster Platz bei der WM. Damit hätten wir gut leben können, wenn das Rennen auch gut gewesen wäre – war es aber nicht“, so Brummel. „Der Weg ins Finale war sehr gut. Mit dem Vorlauf und dem Halbfinale waren wir sehr zufrieden. Aber dann ausgerechnet im wichtigsten Rennen des Jahres ... schon blöd, aber jetzt nicht mehr zu ändern.“ Am Sonntagabend traf sich zunächst die gesamte DRV-Abordnung zum WM-Abschlussbankett, anschließend hatte der Dortmunder Stützpunkt zu einer weiteren entspannten Rückschau gebeten – zum Teil mit Besuch von Freunden und Angehörigen. „Mich hat keiner angefeuert. Meine Freundin musste arbeiten, meine Eltern auch. Das hätte sich an diesem Wochenende nicht gelohnt“, so Brummel – und voraussichtlich auch nichts entscheidend am Zieleinlauf geändert.

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